Baustopp für drei Ortsteile von Buchloe

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Franz Lang (Freie Wähler) mit dunklem Käppie wies an der St.-Alban-Kirche vor dem Ortsspaziergang in Honsolgen über Möglichkeiten der innerörtlichen Bebauung hin. © Stefan Raab

Vor dem großen Sommerurlaub berieten die Buchloer Stadträte im Ferienausschuss über zwei wichtige Themen: eine autarke Stromversorgung der Kläranlage und den Vitalitätscheck für Hausen, Honsolgen und Lindenberg. Es war die letzte Sitzung der Stadträte, bevor es in den wohlverdienten Urlaub ging.

Buchloe - Weil aber die Sommerferien bereits begonnen hatten, kamen sie im Ferienausschuss zusammen. Daher wollte Elfriede Klein (Grüne) zu Beginn wissen, ob dieser Ausschuss überhaupt das Recht habe, Beschlüsse zu fassen. Erster Bürgermeister Robert Pöschl (CSU) stellte daraufhin klar, dass laut Gemeindeordnung ein Ferienausschuss eingerichtet werden könne, „wenn Themen vor der Sommerpause erledigt werden müssen“. Dieser sei als „gleichwertig“ mit einer Stadtratssitzung anzusehen.

Daraufhin konnte die Sitzung mit dem Schlussbericht des Beratungsprojekts „Energie Coaching Plus“ starten. Benjamin Dietz von Steinbacher Consult, dem mit einer Machbarkeitsstudie beauftragten Ingenieurbüro aus Neusäß, sagte, dass eine autarke Stromversorgung der Kläranlage möglich sei. Und zwar könnte das durch die Installation und Nutzung von Photovoltaikanlagen sowie durch die Speicherung von nicht genutzter Energie über Nacht erreicht werden. Nach neun bis zehn Jahren, so der Experte weiter, könnte sich dieses Vorhaben amortisiert haben.

Einstimmig für stromautarke Kläranlage

Robert Pöschl erklärte, dass mit der Umsetzung eine nachhaltige Stromversorgung gewährleistet sei, aber nur für den „eigenen Leitungsbau“; keinesfalls handele es sich um ein öffentliches Netz. Bernd Gramlich (BSW) begrüßte die angestrebte Autarkie der Kläranlage. Ob ein Batteriespeicher dafür benötigt würde, sei für ihn noch unklar. Elfriede Klein kritisierte, dass bei jährlichen Ausgaben von 80.000 Euro Stromkosten die Wirtschaftlichkeit einer autark arbeitenden Kläranlage erst in 20 bis 30 Jahren erreicht sein würde.

Thomas Reiter (FDP) äußerte seine Bedenken gegenüber der hohen Investitionssumme von mehreren hunderttausend Euro, woraufhin der Erste Bürgermeister entgegnete, dass die Stadt einen höheren Kredit mit geringeren Zinsen infolge einer besonderen Fördermöglichkeit aufnehmen könnte. Einstimmig beauftragten die Stadträte die Stadtverwaltung damit, die Strom-Autarkie der Kläranlage umzusetzen.

Honsolgen und Hausen: Nachverdichtung, keine neuen Baugebiete

Um Verbesserungen der Gesamtsituation in Hausen und Honsolgen ging es bei der Präsentation der Ergebnisse zum sogenannten Vitalitätscheck. Das übernahm Daniela Koller vom Münchner Planungsbüro Kurz, die auf die Verbesserungsvorschläge hinwies, die während der Ortsspaziergänge in Hausen und Honsolgen sowie zu Lindenberg geäußert wurden (wir berichteten online). So solle beispielsweise der Weiher in Hausen wiederbelebt und ein Brotbackhaus gebaut werden sowie ein Schulbus nach 13 Uhr künftig nach Hausen fahren, sagte sie. Für Honsolgen wünschten sich die Einwohner eine sicherere Verkehrssituation für die Schüler als bisher, zum Beispiel durch eine Tempo-30-Regelung, und die Bushaltestellen sollen zudem Fahrradständer erhalten.

Besonders interessant waren die Ausführungen zur künftigen Bauentwicklung in Hausen und Honsolgen sowie in Lindenberg. Koller stellte fest, dass Hausen sehr charmant sei und der dörfliche Charakter auf Wunsch der Bürger erhalten bleiben solle. Für Honsolgen sei eine maßvolle Nachverdichtung zu erkennen, während für Lindenberg bereits eine große, jedoch maßvolle Nachverdichtung zu beobachten sei, erklärte sie.

„Der Ortsteil muss nicht mehr nach draußen wachsen“

Elfriede Klein sagte dazu, dass der Arbeitskreis in Lindenberg viele Möglichkeiten der Bebauung innerorts sehe: „Das Potenzial der Innenentwicklung ist hoch, daher ist keine Flächenergänzung notwendig.“ Das konnte Daniela Koller bezüglich des Rahmenplans von Alt-Lindenberg bestätigen: „Der Ortsteil muss nicht mehr nach draußen wachsen.“ Bürgermeister Pöschl betonte, dass für die drei Ortsteile Rahmenpläne aufgestellt werden sollen, um Bauanträgen zuvorzukommen. Anschließend stimmte der Ferienausschuss gegen eine Umwandlung von landwirtschaftlichen Flächen in Hausen, Honsolgen und Lindenberg in Baugebiete.

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