Die Müllgebühren steigen - auch wegen der CO2-Bepreisung

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Die Müllgebühren steigen - auch wegen der CO2-Bepreisung

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Im Landkreis steigen die Müllgebühren (Beispielfoto) © dpa

Die Gebühren für die Müllentsorgung im Landkreis steigen - dank Rücklagen aber nur moderat. Zwei Euro mehr im Monat muss ein Vierpersonen-Haushalt ab 2026 berappen.

Fürstenfeldbruck - Viermal konnte der Landrat in seiner Amtszeit die Gebühren senken, zweimal musste er sie erhöhen. „Das ist ein guter Schnitt, aber das macht es nicht besser“, kommentierte Thomas Karmasin die jetzt anstehende Erhöhung, die die Gremien des Kreistags freilich erst noch passieren muss. Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises (AWB) habe nicht schlecht gewirtschaftet, im Gegenteil. Gäbe es keine Rücklagen, wäre die Teuerung jetzt wesentlich höher ausgefallen, sagte Karmasin. Im Schnitt erhöhen sich die Gebühren um 18 Prozent. Der neue Preis gilt drei Jahre lang.

Die Verbrennungskosten

Hauptgrund für die Steigerung seien die höheren Kosten, die bei der Verbrennung des Restmülls in der Anlage in Geiselbullach anfallen, wofür es hier wiederum zwei Gründe gibt: zuletzt nahm die GfA wegen der infolge des Ukraine-Kriegs stark gestiegenen Preise aus dem Stromverkauf große Summen ein, was sich nun wieder ändert. Und zum anderen schlägt jetzt die zu letzt abgefederte CO2-Bepreisung in der Müllverbrennung durch. Dazu kommen auch höhere Personalausgaben durch Tarifsteigerungen. Der Preis je verbrannte Tonne Restmüll liegt nun bei 159 Euro, 28 Euro davon macht die CO2-Bespreisung aus, wie GfA-Chef Thomas Buranj sagte. Diese Entwicklung kostet den AWB 4,5 Millionen Euro mehr im Jahr.

Investitionen

Weiter zur Steigerung trägt bei, dass einige Investitionen in Wertstoffhöfen etwa in Olching, Germering oder Moorenweis anstehen. Außerdem ist der Wertstoffmarkt inzwischen sehr volatil geworden ist, wie AWB-Chef Stefan Mayer sagt. Wegen des Preisverfalls könnten Wertstoffe nicht mehr als feststehende Einnahmequelle betrachtet werden, hieß es. Der Beitrag der neuen Biotonne zur Gebührenerhöhung sei eher gering, sagte Mayer außerdem. Er beträgt etwa ein Fünfzehntel der zu schulternden Mehrkosten.

Sinnlos

Landrat Thomas Karmasin bezeichnete die CO2-Bepreisung der alternativlosen Müllverbrennung als sinnlos. Es handele es sich um eine von der Ampelregierung eingeführte künstliche Verteuerung. Stefan Mayer erinnerte in diesem Zusammenhang an die Möglichkeit der Haushalte, Müll zu vermeiden und auf kleinere und damit günstigere Restmülltonnen umzusteigen. Es sei eine Besonderheit im Landkreis Fürstenfeld, dass für abfallsparende Bürger auch 40- und 60-Liter-Restmülltonnen zugelassen sind, hieß es. Das Mindestvolumen je Person liegt aber weiterhin bei 15 Litern, um wilde Ablagerungen in der Landschaft zu vermeiden.

Bayernweiter Vergleich

Im bayernweiten Vergleich steht der Brucker Landkreis bei der Höhe der Gebühren weiterhin gut da, wie auch aus einer dieser Tage veröffentlichten Umfrage des Bayerischen Rundfunks hervorgeht. Allerdings dürften in einigen anderen Landkreisen sicherlich ebenfalls Änderungen anstehen, die nur noch nicht vollzogen wurden.

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