Wilde Extra-Kosten auf Italien-Kassenzettel sorgen für Kopfschütteln: „Verbrennen von Touristen”

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Italien hat aktuell ein Touristenproblem. Viele Strände bleiben leer. Das liegt oft an erhöhten Preisen. Ein Kassenzettel-Fall sorgt jetzt für einen Aufschrei.

Bari – „Dann beschweren sie sich, wenn die Clubs und Strände leer sind!“ Mit diesen Worten kommentiert ein Nutzer in den sozialen Medien einen Bericht über einen Preisaufschlag in einer italienischen Bar. Offenbar ohne Vorankündigung hatte ein Bar-Besitzer ein Extra-Geld für gespielte Musik verlangt. In Italien sorgt der Fall für Kopfschütteln.

Italien ist wegen eines Preisaufschlags auf einem Kassenzettel in Aufruhr. (Collage mit Symbolfoto) © IMAGO / Dreamstime//Screenshot: Instagram

Ort des Geschehens ist Ostuni. Einer kleinen Stadt in der bei vielen Touristen für einen Urlaub in Italien beliebten Region Apulien im Süden des Landes. Eine Gruppe von Gästen hatte sich einen für Italien typischen Aperitivo gegönnt: Einige Getränke sowie kleine Vorspeisen. Doch bei der Abrechnung geriet die Gruppe laut einem Bericht von Leggo ins Staunen.

Italien in Aufruhr über Preis-Aufschlag Kassenzettel – „niemand hatte damit gerechnet“

Demnach fühlten sich die Gäste „betrogen“. Einerseits sorgen die für Italien extrem hohen Getränke-Preise für ein Stirnrunzeln. Doch auf diese waren sie mittels Getränkekarte vor dem Bestellen hingewiesen worden. Anders sieht es da mit einem überraschenden Preisaufschlag aus: Zwei Euro pro Person – insgesamt acht Euro für vier Gäste – sollten sie bezahlen. Die Leistung, die auf dem Kassenzettel vermerkt ist: „Musica“.

Den Zuschlag erklärt der Bar-Betreiber dem Bericht damit, dass ein DJ anwesend war. „Die Musik war eigentlich sehr gut“, erinnert sich ein Gast laut Rai, und meint weiter: „aber niemand hatte damit gerechnet, für die Hintergrundmusik Geld zu bezahlen“. Demnach war den Gästen der Aufschlag nicht vor der Bestellung mitgeteilt worden. Auf dem Kassenzettel stand er trotzdem und musste bezahlt werden.

Der Vorfall sorgt in Italien für Wirbel und trifft aktuell einen Nerv. Denn in dem Urlauberland ist eine große Debatte über zu hohe Preise im Gange. Viele Italiener können sich die Kosten für Liegen am Strand nicht mehr leisten. Zeitgleich sorgt etwa in Sizilien ein Fall für Aufsehen, bei dem Strandbetreiber Eintrittsgeld für das Betreten des Strandes verlangen. Die Behörden gehen energisch dagegen vor. Zeitgleich klagen viele Betreiber von Strandlokalen in Italien, dass die Gäste ausbleiben.

Italien stöhnt über Teuer-Preise: „Reise lohnt sich nicht mehr“

In diesem Zusammenhang sorgt der Kassenzettel-Fall in Süditalien für Kopfschütteln: „Apulien hat inzwischen so viel verloren“, meint etwa ein Nutzer via Instagram. Ein anderer stimmt zu: „Apulien ist mittlerweile zu teuer… eine Reise lohnt sich nicht mehr“. Ironisch meint ein anderer, dass der Aufpreis wohl noch höher gewesen wäre, wenn die Gäste getanzt hätten. Dann wären auf dem Kassenzettel wohl vier Euro vermerkt gewesen, mit dem Zusatz: „Dem Kunden gefiel die Musik und er hat getanzt“.

Das Stimmungsbild ist klar: Die meisten sehen in dem Vorkommnis keinen Einzelfall. „Ich glaube, dass Apulien ab diesem Jahr den Tourismus verlieren wird“, meint etwa ein Nutzer und erklärt: „Die emotionale Welle, die wir nicht strukturell nutzen konnten, sondern nur durch die Ausbeutung und das Verbrennen von Touristen, ist vorbei“. (rjs)

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