Am Einfahrtsbereich der 3C-Carbon Group parken und einen ausgedehnten Spaziergang durch das ,Nationale Naturerbe Andernachhof‘ zur Lechstaustufe 14 unternehmen. Das kommt bei Wanderern und Gassigehern bestens an. Doch in jüngster Zeit zeigten sich viele höchst überrascht: der Wald an der Staustufe südlich von Landsberg ist weg. Kahlschlag. Uniper Energie hat ganze Arbeit geleistet.
Landsberg/Pitzling - Wie an anderer Stelle auch, aktuell etwa an der Stufe 15 am Englischen Garten in Landsberg und an der Stufe 12 bei Lechmühlen, handelt es sich bei den Rodungen um vorbereitende Maßnahmen für den Bau von Fischaufstiegsanlagen. Da man den Gehölzbeständen nur in den Wintermonaten zuleibe rücken darf, habe man für den Wald am Lechrainufer Höhe Pitzling bei der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt und beim Forstamt eine „vorgezogene Rodungserlaubnis“ eingeholt, erklärt Uniper-Sprecher Theodorus Reumschüssel auf Anfrage des KREISBOTEN. Der Antrag für den Bau der Fischaufstiegsanlage Pitzling habe man im September vergangenen Jahres eingereicht und rechne im Mai oder Juni mit dem Genehmigungsbescheid.
Neue Habitate für Reptilien, Fledermäuse und Vögel
Allein mit der Rodung ist es nicht getan. Entsprechend der Uniper-Umweltplanung werden im April noch Mäharbeiten zur Vergrämung von Reptilien aus dem späteren Baufeld durchgeführt, so Reumschüssel. Und anschließend werde man Reptilienzäune aufstellen, um das Wiedereinwandern zu vermeiden. Mehr noch: „Wir stellen Ersatzhabitate für Reptilien außerhalb des Baufeldes her und haben im Vorfeld für Fledermäuse Höhlenkästen sowie Nistkästen für Vögel in den umgebenden Gehölzen aufgehängt.“ All diese Aktionen würden von einer ökologischen Bauüberwachung begleitet und, falls notwendig, mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt.