Der CSU-Landtagsabgeordnete Peter Wachler wurde vor Kurzem zum Präsidenten des Chorverbands Bayerisch-Schwaben gewählt. Im Interview mit dem Wochen KURIER hat er über sein neues Amt gesprochen.
Unterallgäu – Welche Schwerpunkte möchten Sie in Ihrer neuen Funktion setzen?
Wachler: Mein Leitmotiv für die Arbeit im Chorverband lautet: Singen verbindet – über Grenzen, über Meinungen, über Hautfarben und über Sprachen hinweg. Daraus ergeben sich für mich mehrere Schwerpunkte. Besonders wichtig ist mir die Jugendarbeit. Junge Menschen sollen die Freude am gemeinsamen Singen wiederentdecken, denn das Miteinander im Chor vermittelt nicht nur musikalische Fähigkeiten, sondern auch demokratische Werte: aufeinander hören, gemeinsam im Takt bleiben, die eigene Stimme in den Zusammenklang einbringen. Ebenso liegt mir am Herzen, dass wirklich niemand vom Singen ausgeschlossen wird. Jede Stimme zählt – ob laut oder leise. Die Geschichte meiner Mutter, die einst beim Besuch von Roy Black nicht mitsingen durfte, weil ihre Stimme angeblich zu leise war, ist mir dabei immer präsent. Darüber hinaus möchte ich die Vereine, die das Fundament unseres Chorverbands bilden, organisatorisch, finanziell und digital bestmöglich unterstützen und die gesellschaftliche Bedeutung der Chormusik stärker sichtbar machen.
MdL Peter Wachler über seine Pläne als neuer Präsident des Chorverbands Bayerisch-Schwaben
Wie wollen Sie Ihr Amt im Chorverband mit Ihrer Tätigkeit als Stimmkreisabgeordneter verbinden?
Wachler: Ich trete das Amt des Präsidenten bewusst mit Demut und Respekt an – nicht als Politiker, sondern als Sänger, als jemand, der im Männerchor seiner Heimatgemeinde Markt Wald zuhause ist. Auch wenn ich dort aufgrund meiner Tätigkeit im Landtag nur noch passives Mitglied bin, prägt mich diese Verbundenheit. In meiner politischen Funktion als direkt gewählter Abgeordneter für das Unterallgäu und Kaufbeuren habe ich die Möglichkeit, eine starke Stimme für die Anliegen unserer Chöre und Vereine im Bayerischen Landtag zu sein. So kann ich die kulturelle Bedeutung der Chormusik dort sichtbar machen, wo politische Rahmenbedingungen gestaltet werden. Ich sehe meine Rolle als Brückenbauer: Die Arbeit des Chorverbands ist überparteilich, Singen verbindet Menschen jenseits von Politik, und genau das möchte ich mit meiner Doppelrolle unterstreichen – im engen Schulterschluss mit dem Präsidium und der Geschäftsstelle.
Welche Chancen und Herausforderungen sehen Sie aktuell für die Chormusik in Bayerisch-Schwaben?
Wachler: Die Chormusik in Bayerisch-Schwaben hat große Chancen, gerade weil sie mehr ist als nur musikalisches Miteinander. Sie stiftet Gemeinschaft, sie baut Brücken, sie vermittelt Werte, die unsere Gesellschaft dringend braucht. Insbesondere in der Jugendarbeit liegt ein enormes Potenzial: Chorarbeit kann jungen Menschen Orientierung geben, sie lernen Verlässlichkeit, Teamgeist und Empathie – alles Fähigkeiten, die weit über das Musikalische hinausgehen. Gleichzeitig stehen wir vor Herausforderungen. Viele Chöre kämpfen mit Nachwuchssorgen, veränderte Freizeitgewohnheiten machen es schwieriger, junge Leute langfristig an den Chorgesang zu binden. Auch das Ehrenamt, das unsere Vereine trägt, benötigt Unterstützung, Fortbildung und Entlastung. Hinzu kommt die Frage der Ressourcen – von Probenräumen über Noten bis hin zur Finanzierung.
Mein Ziel ist es, gemeinsam mit den Delegierten, dem Präsidium und allen Sängerinnen und Sängern diese Herausforderungen mutig anzugehen und die Chancen konsequent zu nutzen. Denn die Chormusik in Bayerisch-Schwaben hat die Kraft, Menschen zu begeistern, sie zusammenzuführen und unsere Kultur lebendig zu halten!
Mit dem Kurier-Newsletter täglich zum Feierabend und mit der neuen „Kurier“-App immer aktuell über die wichtigsten Geschichten informiert sein. Besuchen Sie den Wochen KURIER auch auf Facebook!