Angela Merkel kommt zum Parteitag: Überraschungsbesuch für Merz und die CDU

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Angela Merkel kommt zum CDU-Parteitag – und riecht die Schwäche ihres Nachfolgers Merz

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Was führt die Altkanzlerin im Schilde? Nichts Gutes, raunen manche in der CDU vor dem Stuttgarter Parteitag. Ein Kommentar von Georg Anastasiadis.

Sie ist wieder da. Nach sieben Jahren Desinteresse an ihrer Partei hat sich Angela Merkel für Freitag zum CDU-Parteitag in Stuttgart angemeldet. Dem hochnervösen Parteichef Friedrich Merz dürfte der Überraschungsgast ungefähr so willkommen sein wie eine akute Zahnweh-Attacke am ersten Urlaubstag. Denn Merkel und Merz: Diese Beziehung ist bis heute zutiefst toxisch.

Angela Merkel wird beim CDU-Parteitag vorbei schauen. (Archivbild) © ANGELOS TZORTZINIS / AFP

Weil das so ist, wollen viele in der Partei auch nicht der rührenden Deutung der CDU-Führung folgen, Merkel wolle ein Zeichen der Geschlossenheit setzen; das war ihr schon in der Vergangenheit nicht wichtig, als sie mehrere Parteitags-Einladungen brüsk ausschlug. Vielmehr dürfte bereits die bloße Anwesenheit der einst so umjubelten Altkanzlerin ihren weniger populären Nachfolger unter Druck setzen: Friedrich Merz ist angeschlagen, eine Umfrage bescheinigt ihm, noch unbeliebter zu sein als der glücklose Ampelkanzler Olaf Scholz. Und er muss sich am Freitag zu allem Übel zur Wiederwahl als Parteichef stellen. Ein Ergebnis unterhalb von 90 Prozent würde ihm von seinen vielen medialen Gegnern als weitere Niederlage ausgelegt. Es ist eher kein Zufall, dass Merkel ausgerechnet in dem Moment wieder die Bühne betritt, in dem sie die Schwäche ihres Nachfolgers riechen und sich daran laben kann.

Angela Merkel kommt, weil sie die Schwäche ihres Nachfolgers riechen kann

Wiederwahl zum CDU-Chef: Wird Merkel Merz ein drittes Mal die Suppe versalzen?

Die Buchautorin und Parteitags-Rückkehrerin setzt mit ihrem Auftritt in Stuttgart auch den Kampf um ihr historisches Vermächtnis fort, das sie durch Merz bedroht sieht. Der ließ wenig Gelegenheiten aus, mit Merkels Russland-, Asyl- und Energiepolitik abzurechnen; zuletzt beklagte er auf der Münchner Siko den „normativen Überschuss“ der deutschen Politik der letzten Jahrzehnte. Da wurde viel gepredigt, aber wenig getan, um als starker Akteur eigene Wertvorstellungen international auch durchsetzen zu können. Merz muss den Scherbenhaufen jetzt abtragen, den die Altkanzlerin ihm hinterlassen hat, während Merkel und die SPD als deren Nachlassverwalterin ihm in den Arm fallen. Kein schöner Job. Zweimal hat die „liebe Angela“, als der er sie am Freitag begrüßen wird, Merz schon als Parteichef verhindert. Der 70-Jährige muss hoffen, dass die CDU diesmal geschlossen steht und der Merkelflügel ihn nicht ein drittes Mal ärgert.

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