Eine Rentnerin zieht von Florida nach Torremolinos und spart dadurch Hunderte Euro im Monat. Auch deutsche Ruheständler profitieren von den Vorteilen.
Torremolinos – Immer mehr Rentner entdecken Spanien als attraktives Ziel für ihren Ruhestand. Neben Klima und Lebensstil locken spürbare finanzielle Vorteile. Davon berichtet auch die 68-jährige US-amerikanische Lehrerin Patti Addington, die ihren Wohnsitz von Florida nach Torremolinos an die Costa del Sol verlegte. Sie sei mit ihrer Rente noch nie so glücklich gewesen, berichtet das portugiesische Nachrichtenportal Postal. Demnach habe sich ihre Rente quasi verdoppelt.
Die Entscheidung fiel, nachdem Addington 2018 den Jakobsweg gewandert war. Die Reise begeisterte sie so sehr, dass sie unbedingt nach Spanien zurückkehren wollte. „Ich kam aus Spanien zurück, ohne Lust zu gehen, und dachte darüber nach, wie, wohin und wann ich umziehen könnte“, erzählte sie. Ihre Kinder seien bereits erwachsen. „Ich wollte reisen und begann, Spanien und die Kultur zu vermissen.“ 2021 ließ sie sich schließlich in einer Wohnung mit Blick auf das Meer nieder.
Mehr von der Rente in Spanien: „Flasche guter Wein ruiniert nicht das Budget“
Die Zahlen sprechen für sich: Während Addington in den USA 1500 Dollar (etwa 1281 Euro) Miete zahlte, kostet ihre Zweizimmerwohnung mit Meerblick in Torremolinos 860 Euro – also fast die Hälfte weniger. Auch bei den Nebenkosten spart sie erheblich: Strom kostet ein Drittel weniger, Wasser die Hälfte. Selbst die Krankenversicherung sei fast 1000 Dollar günstiger pro Jahr. Essen, Kleidung und Freizeitaktivitäten seien erschwinglicher, so die Amerikanerin. „Eine Flasche guter Wein ruiniert nicht das Budget.“
Die Kostenvorteile sind beträchtlich. Laut Auswandern Info sind die Lebenshaltungskosten in Spanien 20 bis 40 Prozent niedriger als in Deutschland – besonders außerhalb der Großstädte Madrid und Barcelona. Rentner können bereits ab 1000 Euro monatlich gut leben, für einen komfortablen Lebensstil sollten 1200 bis 1500 Euro eingeplant werden. Wie eine Studie zeigt, sind aber auch Länder wie Panama, Portugal und Costa Rica aufgrund ihrer finanziellen Vorteile hoch im Kurs.
Spanien beliebt bei deutschen Rentnern: Das müssen Auswanderer wissen
Auch für deutsche Rentner wird Spanien zunehmend zur ersten Adresse. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) zahlt nach eigenen Angaben jährlich rund 1,8 Millionen Renten in über 150 Länder weltweit. Spanien belegt dabei den dritten Platz der beliebtesten Zielländer: Rund 23.000 deutsche Ruheständler erhalten ihre Bezüge dorthin überwiesen, wie eine Auswertung von Zeit ergeben hat. Davor rangiert das Alpenland Österreich auf Platz eins, dicht gefolgt von der Schweiz.
Deutsche Renten werden auch in Spanien vollständig ausgezahlt, wie das Auswärtige Amt bestätigt. Grundlage sind EU-Verordnungen, die eine problemlose Überweisung ermöglichen. Es wird empfohlen, sich vor dem Umzug an die DRV zu wenden und sich beraten zu lassen. Das einzige Manko: Rentner, die ab 2015 erstmals Rente beziehen, müssen sowohl in Deutschland als auch in Spanien Steuern zahlen – das Doppelbesteuerungsabkommen verhindert jedoch eine doppelte Belastung.
Der finanzielle Spielraum ermöglicht vielen Rentnern einen aktiveren Lebensstil. Addington nutzt ihre Ersparnisse für monatliche Reisen durch Spanien, Spanischunterricht und Wellness-Behandlungen. Postal zufolge gehe sie jeden Tag spazieren und entdecke neue Orte – eine einfache, aber glückliche Routine. Nach Spanien zu ziehen, sei die beste Entscheidung ihres Lebens gewesen. (Quellen: Auswärtiges Amt, Auswandern Info, Deutsche Rentenversicherung, Postal, Zeit) (cln)