Olympia 2040 auch im Landkreis: „Eine Riesenchance für alle“ – Olympisches Dorf in Garching?

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. München Landkreis

Kommentare

Grundlegend saniert werden müsste die Regattaanlage in Oberschleißheim – mit Olympia-Fördermitteln von Bund und Land wäre das möglich. © LZM

Bei den Olympischen Spielen 2040 sollen die Athleten im Landkreis München rudern, schießen – und wohnen. Ein entsprechender CSU-Vorschlag stößt auf Begeisterung.

Dass Deutschland sich offiziell für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2040 bewirbt, steht seit einigen Monaten fest, nicht indes der genaue Austragungsort. Interesse geäußert haben Berlin, Hamburg, Leipzig, die Region Rhein-Ruhr – und München. Dorthin, auch in den Landkreis, will die CSU-Landtagsfraktion mit einer „Resolution zu Olympia 2040“ den weltgrößten Sportwettbewerb holen. „Mit den beiden potenziellen Austragungsorten um die Regattastrecke in Oberschleißheim und die Schießanlage in Garching-Hochbrück wäre der Landkreis München ein wesentlicher Teil der Spiele“, sagt der CSU-Landtagsabgeordnete Maximilian Böltl aus Kirchheim. Eine seiner Visionen: „Vielleicht entsteht das neue Olympische Dorf für 16 000 Athleten in Garching, wo es anschließend für Studentenwohnen verfügbar wird?“

Bei Garchings Bürgermeister Dieter Gruchmann (SPD) stößt die CSU-Resolution auf offene Ohren. „Wenn wir Synergien hinbekommen mit einer Nachnutzung – sehr gern, eine schöne Idee, wir sind aufgeschlossen“, sagt Gruchmann. Von TUM-Präsident Professor Thomas F. Hofmann wisse er, „dass er danach lechzt, bis zu 6000 Studenten in der Nähe vom Forschungscampus anzusiedeln“, so Gruchmann. Erst Olympisches Dorf, dann Wohnraum: „Das bietet sich an, München 1972 ist das beste Beispiel.“ Von damals stammt die Olympia-Schießanlage, die bis heute top in Schuss und jedes Jahr Austragungsort internationaler Wettbewerbe ist. „Es macht Sinn“, betont Gruchmann, „vorhandene Sportstätten in ein Olympiakonzept zu integrieren, denn es muss ja nicht alles neu gebaut werden.“

Olympia Schießanlage Garching Hochbrück München Olympische Spiele
Internationales Niveau hat die Olympia-Schießanlage in Garching-Hochbrück, hier ein Archivfoto von 2021. © Jens Hartmann

Bei der Regattastrecke in Oberschleißheim, auch zu Olympia 1972 entstanden, sieht es etwas anders aus. Zwar finden auch hier noch Wettbewerbe (Rudern und Kanu) statt, „aber die Anlage ist dringend sanierungsbedürftig“, sagt Willi Bock, Pressereferent beim Bayerischen Ruderverband und Vorsitzender der Rudergesellschaft München 1972. „Es gab schon einen konkreten Sanierungsplan, aber der ist 2020 gestoppt worden.“

Man muss das Rad nicht neu erfinden, sondern bloß ein oder zwei neue Räder an Bestehendes anschrauben.

Der könne jetzt wieder zum Tragen kommen, hofft Bock: „Olympia ist eine Riesenchance für alle! Weil dann auch Bund und Land gefordert sind, täten sich plötzlich Fördertöpfe auf, die wir jetzt nicht haben.“ Der Standort in Autobahn- und Flughafennähe sei perfekt, „idealer geht es nicht“. Tribüne, Bootshallen, eine zusätzliche Begleitbahn – man müsse die Regattaanlage in Oberschleißheim „auf internationales Niveau anheben“, sagt Bock. „Die Möglichkeiten sind gegeben, wir Sportler sind dafür. Und man muss das Rad nicht neu erfinden, sondern nur ein oder zwei neue Räder an Bestehendes anschrauben.“ Auch die Idee mit dem Olympischen Dorf in Garching findet der Ruderverbandssprecher prima: „Das Beispiel München hat gezeigt, dass dadurch keine Ruinenstadt entsteht.“

Noch ist völlig offen, ob Deutschland 2040 überhaupt den Zuschlag bekommt und mit welcher Region die Bundesrepublik ins Rennen gehen wird. Aber schon jetzt, rät Maximilian Böltl, könnten sich hiesige Olympia-Kommunen in spe „aktiv und vor allem kreativ in den Prozess einbringen“. Schon vorab müsse gelten: „Stadt und Land – Hand in Hand.“ Olympia 2040 als Vision könne „die gesamte Region positiv erfassen und gerade jetzt neue Zuversicht entfalten“, glaubt Böltl. Ihm schweben dadurch Impulse vor wie die U6-Verlängerung via Garching zum Flughafen. „Welchen Push ein solches Event für den Ausbau von Verkehrswegen haben kann, hat zuletzt die Landesgartenschau 2024 in Kirchheim gezeigt. Olympia 2040 wird konkrete Mehrwerte für unsere Orte stiften, wenn wir rechtzeitig echter Projektpartner werden.“

Auch interessant

Kommentare