„Neustart für ein soziales und lebenswertes Freising“: Ex-Linke stellen sich neu auf

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Guido Hoyer (Bild), Nicolas Graßy, andere ehemalige Vorstandsmitglieder, weitere Aktive der Freisinger Linken sowie Unterstützerinnen und Unterstützer der bisherigen politischen Arbeit, rufen auf zu einem „neuen kommunalpolitischen Projekt“, wie sie es nennen. © privat

Freising – Freisings Linke wolle sich komplett neu formieren, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Die Stadtratsfraktion gibt es nicht mehr, die beiden Räte sind aus Partei und Vorstand ausgetreten, die Vorstandschaft folgte dem Parteiaustritt. Die neue kommunalpolitische Gruppierung, für die in den kommenden Wochen ein Programm und auch ein Name gefunden werden solle, wird, wie Hoyer auf FT-Nachfrage schmunzelnd sagte, „ganz sicher nicht“ Bündnis Guido Hoyer (BGH) heißen. Dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) werde man nicht beitreten, denn das inhaltliche Programm des neuen BSW spreche ihn und die Gründer des Neustarts eben auch nicht an.   

Hoyer, Graßy, andere ehemalige Vorstandsmitglieder, weitere Aktive der Freisinger Linken sowie Unterstützerinnen und Unterstützer der bisherigen politischen Arbeit rufen auf zu einem „neuen kommunalpolitischen Projekt“, wie sie es nennen. Der Arbeitstitel: „Neustart für ein soziales und lebenswertes Freising“.  Welches Programm man sich geben und welchen Namen man wählen wird, soll in den kommenden Wochen und Monaten in einer offenen Diskussion entschieden werden, wenn man die Basis breiter aufgestellt habe, schilderte Hoyer das Vorgehen. Ziel sei es, dass man für die Kommunalwahl im Frühjahr 2026 auf Stadt- und Landkreisebene ein attraktives Angebot für die Wählerinnen und Wähler biete.

Die Herausforderungen, vor denen die Menschen im Landkreis stehen, seien groß: Preise und Mieten steigen, bezahlbare Wohnungen und Kita-Plätze seien Mangelware. Wirtshäuser müssten schließen, Kleingewerbe werde von Großkonzernen verdrängt. Immer noch sei die dritte Startbahn nicht vom Tisch, Billigjobs, Befristung und Leiharbeit ersetzten gute Arbeit mit Tarifbindung. Im ländlichen Raum sei Mobilität ohne eigenes Auto nur eingeschränkt möglich. Spar-Etats auf allen politischen Ebenen bedrohten soziale Errungenschaften und kulturelle Angebote, zählt man an Themen in der Pressemitteilung auf. Zahlreiche politische Entscheidungen, die große Auswirkungen auf die Lebensbedingungen der Menschen haben, würden auf kommunaler Ebene getroffen. Trotzdem gingen viele Menschen nicht mehr zur Wahl, weil sie den Eindruck hätten, dass sich für sie nichts ändere, ganz egal, wen sie wählen. Viele Bürgerinnen und Bürger seien von der aktuellen Politik und den Parteien enttäuscht. Politikverdrossenheit und Polarisierung nähmen zu, und die Spaltung der Gesellschaft in „oben“ und „unten“ wachse weiter, so die Analyse der neuen Gruppierung.

Doch Politikverdrossenheit sei nicht alternativlos. Menschen seien dann für Politik zu begeistern, wenn es um Themen geht, die sie direkt betreffen, und dann, wenn sie die Auswirkungen ihres Engagements ganz konkret miterleben, sind sich Hoyer, Graßy & Co. sicher. „Genau hier wollen wir ansetzen.“ Schon die Freisinger Linke sei offen für alle gewesen, habe immer Wert auf Eigenständigkeit gelegt. Was man 2005 angefangen habe, wolle man nun „komplett unabhängig von einer Partei auf kommunalpolitischer Ebene fortsetzen und ausbauen“. Man werde sich also gemeinsam mit Mitstreiterinnen und Mitstreitern aus Freising und dem Landkreis auf den Weg machen, ein neues kommunalpolitisches Projekt zu entwickeln. Ziel ist zunächst die Kommunalwahl 2026 im Kreis, in Freising, Moosburg und anderen Landkreisgemeinden. Man bereite gleichzeitig Strukturen vor, um dieses Projekt auch langfristig vor Ort zu verankern.

Bisherige Unterstützer für den Neustart

Felix Betzenbichler, ehemaliger Webmaster Freisinger Linke, Freising/Berlin; Heinz Braun, Kreisvorstandsmitglied VVN-BdA, Freising; Susanne Carus-Zitzlsberger, Moosburg; Franz Eberhard, Freising; Rosemarie Eberhard, ehemaliges Kreisvorstandsmitglied Freisinger Linke, ehemalige Stadträtin, Freising; Gisela Fink, ehemaliges Kreisvorstandsmitglied Freisinger Linke, Freising; Nicolas Graßy, ehemaliger Kreisvorsitzender Freisinger Linke, Stadtrat, Freising; Katharina Grill, ehemaliges Kreisvorstandsmitglied Freisinger Linke, Freising Itzling; Markus Grill, Vorsitzender Mieterverein Freising, Freising-Itzling; Benjamin Handel, ehemaliges Kreisvorstandsmitglied Freisinger Linke, Freising; Irmgard Held, Freising; Manfred Helfensteller, ehem. Sprecher Neufahrner Linke, Neufahrn; Guido Hoyer, Gründungsmitglied Freisinger Linke, ehemaliger Kreisvorsitzender Freisinger Linke, Kreisvorsitzender DGB Freising-Erding, Stadt- und Kreisrat, Freising; Hannah Knoll, Freising-Piesing; Dagmar Krahn, stellv. Kreisvorsitzende DGB Freising-Erding, Freising; Sebastian Morsack, ehemaliger stellv. Kreisvorsitzender Freisinger Linke, Freising; Karin Oberprieler, Moosburg; Carolin Plötz, Freising; Manfred Rauch, ehemaliges Kreisvorstandsmitglied Freisinger Linke, Moosburg; Albert Schindlbeck, Gründungsmitglied Freisinger Linke, Kreisrat, Freising.

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