Kein Kult-Festival in Dachau im nächsten Jahr

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Engagiert und kulturbegeistert: Sabine Seeholzer, Vorsitzende von Jetzt e.V., wollte die Kult-Organisation in jüngere Hände übergeben. © Landratsamt Dachau

Das Konzept stand fest, die Vorbereitungen liefen bereits fast ein Jahr lang, doch nun ist klar: 2025 wird es kein Kult-Festival geben. Der Hauptgrund: Es hat sich kein Verein gefunden, der die Hauptorganisation übernehmen möchte oder kann. Aber auch andere Aspekte wie Lärmbeschwerden brachten das Konzept zu Fall.

2021 holte der Dachauer Verein Jetzt das Kult-Festival nach 21 Jahren Pause mit einer Neuauflage auf die Ludwig-Thoma-Wiese. Und das kam an: Etwa 1000 Besucher kamen täglich zum bunten Festival, das nicht nur musikalische Vielfalt, sondern auch Kunst, Nachhaltigkeit, Inklusion sowie Spiel und Spaß für jedes Alter bot. 2023 ging es weiter mit dem neuen Kult, ähnlich erfolgreich und vielfältig. Doch nun bricht der von Anfang an geplante Zweijahresrhythmus ein, denn 2025 wird es kein Kult geben.

Kult-Organisation ist eigentlich ein Halbtagsjob

Bereits 2021 sprach Sabine Seeholzer, Vorsitzende des Jetzt e.V., davon, das Festival in jüngere Hände abgeben zu wollen. Das scheint nun vorerst gescheitert. „Ich wollte keine Geschäftsführung für das Kult mehr machen, wir wollten an einen jüngeren Verein abgeben. Am Anfang hat es auch so ausgesehen, als würde es funktionieren, aber der Verein ist dann kurzfristig abgesprungen“, erzählt sie. Doch sie zeigt vollstes Verständnis. Schon 2021, aber auch 2023 haben sich viele Vereine mit jungen Mitgliedern wie Kurzschluss bei der Organisation und als Helfer vor Ort engagiert. Das wäre auch 2025 wieder der Fall gewesen. Die Übernahme der Verantwortung und die Hauptorganisation waren den jungen Vereinen aber zu viel. „Jeder der Vereine hat nebenbei eigene Projekte, die bereits viel Arbeit machen. Viele studieren und arbeiten Vollzeit“, zeigt Seeholzer Verständnis.

Das Kult verlange viel von einem ab, weiß die Jetzt-Vorsitzende, die sich bisher um Anträge und Verträge gekümmert hat. Und das sind nicht wenige. „Allein die Ludwig-Thoma-Wiese und ihre Auflagen macht sehr viel Arbeit, weil man so viele Anträge stellen und Verträge machen muss“, erklärt Seeholzer. Das Kult habe eine Größenordnung erreicht, da sei die ehrenamtliche Organisation „eine Gratwanderung“. Eigentlich, so Seeholzer, bräuchte es eine hauptamtliche Geschäftsführung, die sich halbtags nur um diese Dinge kümmert. Und es sei auch nicht mit den Anträgen getan. Um die Finanzen kümmern, zu Orga-Sitzungen einladen und leiten, Ansprechpartner finden, Versicherungen organisieren – all das und mehr wären ebenfalls Aufgaben des projektleitenden Vereins.

Sabine Seeholzer spricht noch andere Gründe an, warum es schwer ist, größere Veranstaltungen in Dachau zu planen. „Bei der Thoma-Wiese gibt es immer wieder Lärmbeschwerden von Anwohnern“, erzählt sie. Das führe zu strengen Auflagen und Mehrkosten. „Der Standort ist schwierig, was wir bräuchten, ist ein Veranstaltungsort, an dem auch nach 22 Uhr Konzerte stattfinden können.“

Dachau braucht Veranstaltungsort für Vereine

Damit sei der Verein Jetzt nicht allein, auch andere Kulturvereine wie Tollhaus oder der Jazz e.V. bräuchten laut Seeholzer einen Veranstaltungsort für Konzerte, Lesungen für bis zu 200 Besucher. Die Schranne fällt demnächst aufgrund einer Sanierung ebenfalls weg. Das Ludwig-Thoma-Haus sei keine Alternative. „Da passt die Atmosphäre nicht. Vereine können dort keine Sachen lagern, es gibt keine richtigen Umkleiden für Künstler, und wir können als Verein selbst keine Getränke oder Verpflegung anbieten, um etwas verdienen zu können“, zählt sie auf. „Die Kleinkunst und Vereine in Dachau sind schwer am Kämpfen.“

Schwarzmalen möchte sie aber nicht. Die Kunst- und Kulturvereine in Dachau bleiben engagiert. „Jeder hat so seine eigenen, kleineren Projekte, alle sind willig, was zu tun, und die Vernetzung untereinander bleibt bestehen, auch wenn es 2025 kein Kult gibt“, sagt Seeholzer. So ist am 1. Dezember im Metzgerhof ein Vernetzungstreffen der vielen Vereine angesetzt, um beispielsweise Termine abzustimmen. Für 2026 sagt sie: „Was jetzt nicht ist, kann ja noch werden.“

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