Stromausfall zwingt zum Umzug: Marianne und Jörgen leben im Pferdetransporter

Marianne und Jörgen Persson aus dem Ort Heden in Schweden waren nach dem Wintersturm „Johannes“ acht Tage lang ohne Strom. Erst am Sonntag kehrte die Elektrizität zurück. „Das ist mehr Freude, als beim V75 (Anm. Red. Schwedisches Pferderennen) zu gewinnen“, sagte Jörgen Persson der Zeitung „Arbetarbladet“.

Stromausfall nach Wintersturm: Haus ohne Heizung nicht mehr bewohnbar

Zunächst übernachtete das Ehepaar noch im Haus, das mit einer Erdwärmepumpe beheizt wird. Doch ohne Strom kühlten die Räume schnell aus. Schließlich zogen die beiden in ihren Pferdetransporter um – einen rund zwölf Meter langen Bus mit Wohnbereich und Platz für Tiere. „Zum Glück haben wir den Pferdetransporter“, sagte Marianne Persson laut „Arbetarbladet“.

Erschwert wurde die Situation durch einen weiteren Sturm namens „Anna“, der die Reparaturarbeiten zusätzlich verzögerte. Schnee machte viele Zufahrtswege unpassierbar. Wasser für Haushalt und Tiere holte das Paar an einem nahegelegenen Campingplatz. Unterstützung erhielten sie von ihren Töchtern und deren Familien, wie „Arbetarbladet“ berichtet.

Während eines langanhaltenden Stromausfalls wurde ein Pferdetransporter zeitweise zum Wohnraum. (Symbolfoto)
Während eines langanhaltenden Stromausfalls wurde ein Pferdetransporter zeitweise zum Wohnraum. (Symbolfoto) IMAGO

Kritik an Kommunikation – nicht am Energieversorger

Wütend auf den Energieversorger sei man nicht, betonten beide. Kritik äußerte Marianne Persson jedoch an der mangelnden Information während des Ausfalls. 

„Eine der schlimmsten Sachen ist, in Ungewissheit zu bleiben. Wann kommt der Strom zurück?“, sagte sie der Zeitung „Arbetarbladet“. Gleichzeitig berichtet das Ehepaar ein, dass andere Haushalte noch stärker betroffen gewesen seien.

Der Fall aus Schweden zeigt, wie schnell ein Stromausfall den Alltag lahmlegen kann: Ob Unwetter, Hochwasser oder technische Defekte – ein Blackout kommt oft plötzlich und erfordert schnelles, besonnenes Handeln.

Stromausfall: Das ist jetzt wichtig

  • Ursache prüfen: Zunächst Sicherungen im Haus kontrollieren. Defekte oder alte Geräte können Kurzschlüsse auslösen und sollten vom Netz getrennt werden.
  • Nachbarschaft checken: Sind mehrere Haushalte betroffen, liegt meist ein Netzausfall vor. Zuständig ist dann die Störungs-Hotline des Netzbetreibers – nicht Polizei oder Feuerwehr.
  • Lebensmittel und Heizung im Blick behalten: Bei längerem Ausfall tauen Kühlgeräte ab, Heizungen fallen aus. Nur wenige Haushalte verfügen über Notstromlösungen.
  • Geräte vom Netz trennen: Um Schäden beim Wiederhochfahren zu vermeiden, sollten Elektrogeräte während des Blackouts ausgesteckt bleiben.
  • Kommunikation einschränken: Mobilfunknetze sind nur begrenzte Zeit abgesichert. Telefonate sollten auf das Nötigste beschränkt werden, um Netze nicht zu überlasten.
  • Vorsorge treffen: Taschenlampe, batteriebetriebenes Radio und geladene Powerbanks gehören zur Grundausstattung für Notfälle.

Bei Schäden durch Überspannung kann unter Umständen der Netzbetreiber haften. Voraussetzung ist, dass der Schaden dokumentiert und eindeutig auf den Stromausfall zurückgeführt werden kann. Bei höherer Gewalt wie Unwettern greifen häufig nur spezielle Klauseln in Hausrat- oder Gebäudeversicherungen.