Ein kleiner Mischlingshund hat nach dem Tod seines Besitzers vor über einem Jahr allein in einer Wohnung gelebt, wurde nur sporadisch gefüttert, kam nie heraus. Nachbarn alarmierten am Montag die Polizei, weil es aus der Wohnung bestialisch stank. Die Geschichte der Rettung von Ari.
Dachau – „Wir waren entsetzt!“ Als die Mitarbeiter des Tierheimes am Montag von der Polizei zu der Wohnung gerufen wurden, trauten sie ihren Augen nicht. „Der Gestank war bestialisch, es war alles vermüllt“, berichtet Silvia Gruber, Vorsitzende des Tierschutzvereins. Und mittendrin Ari, ein Mischlingsrüde, etwa 12 oder 13 Jahre, mit teilweise verfilztem Fell, mit einer Zahnfehlbildung, Kot klebte an ihm. Vor mindestens einem Jahr starb nach Angaben der Nachbarn sein Besitzer, seitdem lebte Ari alleine in der Wohnung, wurde nur sporadisch gefüttert und durfte nie hinaus. Nun ist der Hund im Tierheim und wurde als allererstes gebadet.
Eine Mitteilung von Nachbarn hatte am Montag dazu geführt, dass die Polizei die Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Dachau-Ost öffnen ließ.. Als die Polizei die Wohnung betrat, wurde der Hund gefunden. Daraufhin sei das Tierheim informiert und der Hund an selbiges übergeben worden. Die Diensthundeführer der Polizei prüfen nun laut Hermann, ob ein Vergehen gegen das Tierschutzgesetz vorliegt und gegen wen gegebenenfalls Ermittlungen eingeleitet werden.
Das Tierheim erstattete jedenfalls Anzeige, laut Gruber handelt es sich um einen „massiven Verstoß gegen das Tierschutzgesetz“. Nachbarn hätten ihren Mitarbeitern vom „Martyrium“ des Vierbeiners berichtet: Seit über einem Jahr, also seit dem Tod des Besitzers, lebte der Hund alleine in der Wohnung und sei nie draußen spazieren geführt worden. Er wurde zwar von einer Person sporadisch gefüttert, die leeren Verpackungen aber einfach liegenlassen, die Wohnung sei vermüllt und voller Hundekot gewesen. „Wieso hat diese Person nicht bei uns angerufen und gesagt, da ist ein Tier abzugeben?“, fragt sich Silvia Gruber.
Der kleine Mischlingsrüde Ari wurde nach seiner Ankunft sofort gebadet, was „das liebe Kerlchen“ brav über sich ergehen ließ, das verfilzte Fell wurde rausgeschnitten. Als nächstes steht eine Untersuchung beim Tierarzt an, bei den Zahnfleischwucherungen und der Zahnfehlstellung könnte es sich klaut Gruber um einen Tumor handeln. Ari muss vermutlich operiert werden. Gruber hofft nun, dass die Behörden den Hund schnell dem Tierheim übereignen, damit er an neue Besitzer vermittelt werden kann. „Damit er es wenigstens die Zeit, die ihm noch bleibt, schön hat.“