Das Wohnprojekt Rosensiedlung in Petershausen scheitert endgültig. Der Gemeinderat stellt die Planung für 250 Wohnungen nun offiziell ein.
Petershausen – Aus für die Rosensiedlung: Die Planung für dieses Wohngebiet in Petershausen, wo künftig einmal 600 Einwohner ganz zentral mitten im Ort leben sollten, wird jetzt offiziell eingestellt. Am heutigen Donnerstag wird der Gemeinderat laut Tagesordnung die „Aufhebung des Aufstellungsbeschlusses und die Einstellung der Bauleitplanung“ beschließen.
Das Vorhaben war weit fortgeschritten, nur mehr ein letzter städtebaulicher Vertrag hat gefehlt, kam aber nicht zustande. Ein zukunftsweisendes Projekt, das dringend benötigten Wohnraum schaffen sollte, ist damit nach 13 Jahren gescheitert.
Unterschiedliche Interessen der sechs Eigentümer, das sind die Gemeinde und fünf Privatleute, dazu ein Gemeinderat, „der immer wieder Aspekte problematisiert hat“, dann zwei, drei verlorene Jahre durch Faktoren wie Pandemie und Ukraine-Krieg sowie zuletzt die schwierige Situation in der Bau- und Wohnungswirtschaft: „Es ist eine Gemeinschaftsleistung, die schief gegangen ist“, sagt Bürgermeister Marcel Fath im Gespräch mit der Heimatzeitung. „Es lässt sich nicht einem der Beteiligten die Verantwortung dafür anlasten.“ Die Planung habe versucht, „sämtliche Interessen unter einen Hut zu bringen“.
Es lässt sich nicht einem der Beteiligten die Verantwortung dafür anlasten.
Mit dem Ergebnis, dass die Erschließungskosten für dieses Wohnviertel „heute unbezahlbar sind“, so der Rathauschef, der von einer „fehlenden Perspektive für Investoren“ spricht. Weiterer Wermutstropfen: „Auch das Thema Wärmenetz ist damit erst einmal gestorben.“ Denn die Rosensiedlung wäre das Kerngebiet, „der Initialfunke“ gewesen. Ohne Rosensiedlung fehlt einem Wärmenetz der zentrale Abnehmer.
Ein Wohngebiet zu entwickeln auf der fünf Hektar großen Fläche zwischen Bahnlinie und Rosenstraße, die aktuell landwirtschaftlich genutzt wird, dieses Vorhaben startete der Gemeinderat bereits 2012 noch in der Amtszeit von Bürgermeister Günter Fuchs. Damals wurde auf Basis eines städtebaulichen Wettbewerbs das Tübinger Architekturbüro Eble Messerschmidt und Partner mit einem Entwurf beauftragt. Dieser sah ein vielfältiges Quartier vor, mit 250 Wohnungen in Reihen- und Mehrfamilienhäusern, die sich um einen zentralen Platz vor der Kirche gruppieren sollten. Im Rahmen des Petershausener Baulandmodells hatte die Gemeinde dort auch selbst Flächen erworben.
Erschließungskosten machen Projekt für Investoren unbezahlbar
Eine erste Bürgerinformation zum Entwurf gab es 2018 und bald danach erste kritische Stimmen der Anwohner, die Verkehrsbelastungen und eine zu dichte Bebauung vor ihrer Haustüre befürchteten. Bedenken, die von der CSU-Fraktion geteilt wurden. In einer Planungswerkstatt 2019 konnten die Bürger ihre Ideen und Kritik dann einbringen, Freiflächen- und Entwässerungskonzept, Boden- und Verkehrsgutachten sowie Energiekonzept wurden erstellt, ein Gestaltungshandbuch ausgearbeitet.
Ende 2023 gab es dann erste Anzeichen, dass es schwierig werden könnte. Denn die Erschließungskosten, mit denen die Eigentümer zur Bebauung des Quartiers finanziell in Vorleistung gehen müssen, waren da bereits enorm gestiegen. Um die Kosten in den Griff zu bekommen, beantragten die Eigentümer im Frühjahr 2024 eine Änderung der Stellplatzsatzung, der Gemeinderat billigte als Kompromiss eine moderate Reduzierung. Doch gereicht hat das offenbar nicht.
13 Jahre Planung waren umsonst
Wenn der Gemeinderat jetzt am Donnerstag, 27. November, einen Schlussstrich zieht unter das Projekt Rosensiedlung, ist es nicht das erste Mal, dass an dieser Stelle die Entwicklung eines Baugebiets scheitert. Bereits in den 1990er-Jahren wurde für dieses Areal ein Bebauungsplan erarbeitet, der aber nie Rechtskraft erlangte und 2007 offiziell aufgehoben wurde.
Ein formales Aus wird es nun erneut geben. Das Konzept Rosensiedlung in die Schublade zu legen in der Hoffnung, das Vorhaben in einigen Jahren anzupacken, das mache keinen Sinn, betont Bürgermeister Fath. Die Planung sei von Erschließung und Lärmschutz bereits wieder überholt. Doch „eine andere Generation wird vielleicht neu denken“.