Atemraubende Kostenschätzung

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Hin her und her und hin: Die vier Tennisplätze (rechts im Bild) und die Stockschützenbahn sollen nun doch auf der Ackerfläche gebaut werden. Die in diesem Plan noch eingezeichnete Lärmschutzmauer reduziert sich „deutlich“, heißt es. © Gemeinde Inning

Innings Gemeinderat hat die geplante Sportplatzerweiterung inklusive einer 5500 Quadratmeter großen Ackerfläche auf den Weg gebracht, um die lange verhandelt wurde. Erstmals wurde in der Sitzung am Dienstag eine Gesamtkostenschätzung bekanntgegeben: stolze 12,2 Millionen Euro.

Inning - Dieser „Zwickel in der Lederhosn“ hat es in sich. So hatte Innings Bürgermeister Walter Bleimaier eine rund 5500 Quadratmeter große Ackerfläche genannt, die mitten in die Erweiterungspläne des Inninger Sportparks hinreicht und die Planungen erheblich erschwert hat, denn die Eigentümer wollten lange nicht verkaufen. Die Freude war deshalb groß, als im März bekannt wurde, dass Bleimaier eine mündliche Zusage für einen Verkauf erhalten habe. Die angepassten Pläne wurden den Vereinen präsentiert. Nur kurz darauf folgte die schlechte Nachricht, dass die Verhandlungen geplatzt seien (wir berichteten). „Es geht zurück zur Lederhose“, bedauerte Bleimaier „tief enttäuscht“, als er dem Gemeinderat davon berichtete. Wie es nun scheint, gab es dann aber doch eine Form der Einigung, denn am Dienstag legte die Verwaltung dem Gemeinderat den überarbeiteten Entwurf des Flächennutzungsplans sowie den entsprechend angepassten Bebauungsplan vor – inklusive „Zwickel“. Beide Pläne wurden inklusive Kostenschätzung einstimmig abgesegnet und gehen nun in die Behördenbeteiligung.

Außer, dass die Öffentlichkeit vor Beginn der Sitzung für einige Minuten ausgeschlossen war, deutete nichts darauf hin, dass sich am jüngsten Planungsstand ohne die 5500 Quadratmeter Ackerfläche irgendetwas geändert hätte. Erst als der Plan präsentiert wurde, war klar – der „Zwickel“ ist wieder im Spiel. Wohl nicht durch Kauf, Bauamtsleiterin Michaela Meinhold sprach von einem langfristigen Pachtvertrag für drei Viertel der Fläche, mit dem die Gemeinde arbeiten könne. Genau darauf findet die neue Tennisanlage Platz, mit deren Bau heuer begonnen werden muss, denn der Tennisclub muss nach dieser Spielsaison vom aktuellen Standort zugunsten des geplanten Nahversorgungszentrums weichen. Auch die Stockschützenbahn passt noch auf diese Fläche. Das südliche Viertel der Fläche bleibt im Landschaftsschutzgebiet.

Nach so vielen Jahren sind wir endlich an einem Punkt, an dem wir mit der Umsetzung starten können.

Mit der zusätzlichen Fläche ist eine großzügigere Variante des Individualbereichs mit Calisthenics, Klettern, Slackline, Hangelstrecke und dergleichen möglich, die ohne „Zwickel“ zugunsten von Tennis und Stockschützen kleiner hätten ausfallen müssen. Geändert hat sich an dieser Planung im Vergleich zu der im März lediglich die Lärmschutzmaßnahme. Zunächst war eine sechs Meter hohe Wand entlang der westlichen Grundstücksgrenze vorgesehen. Diese reduziere sich nun deutlich, freute sich auch Michaela Meinhold. Die Planer hätten eine deutlich bessere Lösung gefunden.

Erstmals präsentiert wurde am Dienstag eine Kostenschätzung. Bauamtsmitarbeiter Maximilian Buchner versicherte sich zuvor, dass alle Gemeinderäte und Besucher im Sitzungssaal bereits saßen: Allein die Kosten für die „Verkehrsanlagenplanung“ werden auf 1,8 Millionen Euro brutto geschätzt. Die vorläufig ermittelten Kosten für die Erweiterung des Sportgeländes liegen bei 10,4 Millionen Euro. Das „Funktionsgebäude“ für Tennis und Stockschützen mit Küche, Aufenthaltsraum für rund 40 Personen und Umkleiden wird darin auf 1,3 Millionen Euro geschätzt, was in den Besucherreihen für hörbares Erstaunen sorgte. Planung- und Ingenieurleistungen sind noch nicht mal eingerechnet. Die Leader-Förderung für den Individualsportbereich in Höhe von 250 000 Euro wäre nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Diese war zwar schon genehmigt, muss aber noch einmal beantragt werden, weil der notwendige Bauantrag nicht rechtzeitig zur laufenden Förderperiode vorgelegen hatte.

„Rom ist auch nicht an einem Tag gebaut worden. Es wird sich hier auch ziehen“, sagte Walter Bleimaier. Die Erweiterung werde in Bauphasen erfolgen. Auch Anja Wagatha (CSU) wollte dem Ergebnis Gutes abgewinnen: „Grundsätzlich ist es doch positiv zu sehen. Nach so vielen Jahren sind wir endlich an einem Punkt, an dem wir mit der Umsetzung starten können.“

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