Auf ein Jahr voller Rekorde hat die Freiwillige Feuerwehr Miesbach nun bei ihrer Hauptversammlung zurückgeblickt. Und bei der Neuwahl des Vorstands gab es dann auch noch eine echte Premiere.
Miesbach – Chef kann es nur einen geben. Oder: Es reicht, wenn einer den Helm aufhat. Sätze wie diese hätten bislang gut zur Freiwilligen Feuerwehr Miesbach gepasst, denn: Die Ämter von Kommandant und Vorsitzendem wurden bis dato stets in Personalunion bestritten. Insofern führte die Neuwahl bei der jüngsten Hauptversammlung zu einer waschechten Premiere: Erstmals in der mehr als 150-jährigen Geschichte stehen zwei Männer an der Spitze der Truppe: der wiedergewählte Kommandant Matthias Resch und der neue Vereinsvorsitzende Leonhard Röhrl. Den Ausschlag für diese Änderung habe Resch selbst gegeben, teilt die Feuerwehr in ihrem Bericht mit. Da die Anforderungen für Verwaltung und Dokumentation im Verein derart gewachsen seien, könne er diese Aufgabe neben seiner Tätigkeit als Kommandant nicht mehr alleine leisten.
Dass Resch und seine aktive Truppe auch da stark gefordert sind, führte der Kommandant mit der Einsatzstatistik deutlich vor Augen. Nicht weniger als ein „Jahr der Rekorde“ liege hinter der Freiwilligen Feuerwehr Miesbach, berichtete Resch. 224 Mal rückten die Ehrenamtlichen 2024 aus und leisteten dabei 3380 Stunden ab: 34 Einsätze mit 533 Stunden für Brände, 131 Einsätze mit 2337 Stunden für technische Hilfeleistungen, 44 Einsätze mit 289 Stunden für Sicherheitswachten sowie 15 Einsätze mit 221 Stunden für alle anderen Bereiche wie Verkehrsabsicherungen oder Straßensperren für Veranstaltungen und Umzüge.
Viele technische Hilfeleistungen notwendig
Insbesondere die technischen Hilfeleistungen hätten die Retter „oft und zu allen Tageszeiten“ beansprucht. Das nicht nur im Stadtgebiet und auf den umliegenden Bundes- und Staatsstraßen, sondern auch in anderen Teilen des Landkreises und sogar darüber hinaus. Beispielhaft nannte Resch Gefahrguteinsätze in Miesbach und Warngau, diverse Verkehrsunfälle, einen Lkw-Brand auf der A8 am Irschenberg und einen großen Lagerhallenbrand im Kreis Rosenheim. Gleich zwei Tage lang beteiligten sich jeweils neun Miesbacher Feuerwehrkräfte am Hilfeleistungskontingent des Landkreises bei der Hochwasserkatastrophe im Kreis Pfaffenhofen an der Ilm.
Sie waren noch nicht wieder daheim, da brachen auch über die Kreisstadt die Wassermassen herein. Ein Starkregen-Unwetter führte binnen weniger Stunden zu überschwemmten Straßen und vollgelaufenen Kellern. Zusammen mit dem Technischen Hilfswerk und unterstützt von umliegenden Feuerwehren bekamen die Einsatzkräfte die Lage wieder in den Griff. Doch nur fünf Wochen später rückten sie schon wieder unwetterbedingt aus – diesmal nach Holzkirchen. „Diese Einsätze häufen sich zunehmend“, bilanzierte Resch.
Als wären die Ernstfälle noch nicht genug gewesen im vergangenen Jahr, investierten die 69 Aktiven – darunter sechs Frauen – weitere 1602 Stunden in Ausbildung und Übungen. Mit zehn Mitgliedern der Jugendfeuerwehr sieht sich die Miesbacher Truppe auch für die Zukunft gerüstet. Um sich in technischer Sicht noch besser aufzustellen, warten die Aktiven sehnsüchtig auf ihren neuen Rüstwagen. Wie Resch verriet, könnte der Wunsch heuer endlich in Erfüllung gehen und das Fahrzeug ausgeliefert werden.
Vorstand nach Neuwahl verjüngt
Zusätzlich zu den bereits genannten Neuerungen brachten die Wahlen noch weitere Änderungen in der nun auch deutlich verjüngten Führungsmannschaft: Reschs neuer Stellvertreter ist nach dem Ausscheiden von Thomas Christ (auf eigenen Wunsch) Felix Kößler. Im Verein steht Leonhard Röhrl Alexander Brünner als Vize-Vorsitzender zur Seite. Kassier Thomas Wieser und Schriftführer Felix Böhlke sowie die Beisitzer Benedikt Mittermaier, Florian Einberger, Hartmut Weidner, Maximillian Einberger, Sebastian Kunze und Sebastian Schmitz komplettieren das Team. „Wir übernehmen eine hervorragend aufgestellte Miesbacher Wehr, die wir im Sinne unserer Vorgänger und zum Wohle der Bevölkerung weiterführen möchten“, bedankte sich Röhrl bei der scheidenden Führungsmannschaft. Nach Grußworten von Bürgermeister Gerhard Braunmiller und Kreisbrandrat Anton Riblinger sowie Beförderungen und Ehrungen beendete der Kommandant die Versammlung um 0.28 Uhr – nach fünfeinhalb Stunden. „Noch ein letzter Rekord für 2024.“