Am 29. Januar meldete ein deutscher Herrenausstatter Insolvenz an. Das Unternehmen betreibt Standorte in München, Berlin, Stuttgart und auch in der Schweiz und Liechtenstein.
Stuttgart – Erst Ende des vergangenen Jahres ist mit Eterna eine der bekanntesten deutschen Modemarken in die Insolvenz gerutscht, und Ende Januar erwischte es auch einen Herrenausstatter mit mehreren Filialen. Das Amtsgericht Stuttgart hat am 29. Januar zwei parallele Insolvenzanträge für die Felix W. Holding GmbH sowie die Felix W. Retail GmbH, beide mit Sitz in der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg, angeordnet, wie aus entsprechenden Gerichtsbekanntmachungen hervorgeht. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Ilkin Bananyarli von der bundesweit tätigen Anwaltskanzlei PLUTA berufen.
Der Herrenausstatter Felix W. wurde im Jahr 1996 in Stuttgart gegründet und betreibt laut der Firmenseite aktuell neben dem Firmensitz im Norden der Stadt und einer weiteren Filiale am Stuttgarter Flughafen Standorte in München (Odeonsplatz), Berlin sowie in Zürich, Luzern (beide Schweiz) und in Vaduz (Liechtenstein). Von der Antragstellung der Felix W. Retail GmbH sind die Filialen in Stuttgart und München betroffen. Jüngst wurde bekannt, dass ein anderer deutscher Herrenausstatter im Zuge der Insolvenz alle Filialen schließen muss.
Insolvenz des Herrenausstatters Felix W.: „Rahmenbedingungen in der Branche sind nicht einfach“
Wie es mit den Filialen von Felix W. weitergeht, steht aktuell noch in den Sternen. Laut der Stuttgarter Zeitung (StZ) wurden die Mitarbeiter in der Heilbronner Straße in Stuttgart und auch am Odeonsplatz in München aber am Freitag (30. Januar) von der Nachricht der Insolvenz überrascht. Der Zeitung zufolge kursierte aber bereits seit einiger Zeit das Gerücht, dass es um die Felix W. Holding GmbH nicht gut bestellt sei. Das wollte das Unternehmen bislang aber nicht kommentieren.
| Name | Felix W. Retail GmbH |
|---|---|
| Gründung | 1996 |
| Sitz | Stuttgart, Baden-Württemberg |
| Branche | Modeindustrie, Herrenausstatter |
| Mitarbeiter | 20 (in Stuttgart und München) |
In einer Pressemitteilung erklärt PLUTA, dass Ilkin Bananyarli die insgesamt 20 Mitarbeiter der Filialen in Stuttgart und München am 3. Februar im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung über die Antragstellung informiert hat. „Die Rahmenbedingungen in der Branche sind sicherlich nicht einfach“, erklärt der Rechtsanwalt in einer ersten Stellungnahme. „In einem ersten Schritt geht es darum, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren. Hierzu führen wir Gespräche mit den Geschäftspartnern.“ Weitere Auskünfte seien zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht möglich.
Felix W.: Filialen in Stuttgart und München bleiben geöffnet – was wird aus dem Pop-up-Store?
Während des vorläufigen Insolvenzverfahrens sind die Filialen von Felix W. in Stuttgart und München weiterhin geöffnet und der Geschäftsbetrieb wird fortgeführt. Das Team von Verwalter Bananyarli wird sich in den nächsten Tagen einen Überblick über die finanzielle Lage des Modeherstellers verschaffen. In den Sternen steht demnach auch die Frage, wie es mit dem seit langem in der Stuttgarter Königstraße geplanten Pop-up-Store weitergeht.
In den Räumlichkeiten war zuvor das traditionsreiche Modegeschäft Maute–Benger untergebracht, das nach 180 Jahren im Jahr 2023 aufgeben musste. Nach einem Leerstand von mehreren Monaten erschwerte ein Wasserschaden im Sommer 2024 den Einzug eines neuen Mieters. Das als „Alte Kanzlei“ bekannte Gebäude gehört dem Land Baden-Württemberg und muss besonders sorgfältig saniert werden, wie die StZ im vergangenen Jahr berichtete. (Verwendete Quellen: Pressemitteilung von PLUTA vom 3. Februar, stuttgarter-zeitung.de, felixw.de, eigene Recherche)