Die Theatergruppe der Valleyer Trachtler brachte das Watzmann-Musical auf die Bühne. Die stand diesmal in der Unterdarchinger Mehrzweckhalle.
Valley - Am Zweiten Weihnachtsfeiertag war Premiere: Die Theatergruppe Schloßbergler des Valleyer Trachtenvereins zeigte das Watzmann-Musical von Wolfgang Ambros, Manfred Tauchen und Joesi Prokopetz aus den 1970er Jahren. Spielort war diesmal die Unterdarchinger Mehrzweckhalle. Das Trachtenheim wäre für diese aufwendige Produktion zu klein gewesen. Dort hat das Ensemble seine Heimat, weit über 30 Stücke hat Theaterleiter Sepp Flossmann dort inszeniert, meist als Sprechtheater. Das Musical stand schon lange auf seiner Wunschliste (wir berichteten).
Ambros und seine Kollegen wollten das „Rustical“, wie sie es nannten, als Parodie auf Volkstümelei, falsch verstandenes Brauchtum oder vor Kitsch triefende Heimatfilme verstanden wissen. Genauso setzten es die Schloßbergler um, immer übertrieben und überhöht, immer mit einer enormen Lust am Spielen, Musizieren und Tanzen, und dies alles aus einem Guss. Diese Elemente nahtlos zu verbinden, war für Flossmann die größte Herausforderung, die am Ende glänzend gemeistert wurde.
„Auffi, auffi“, heißt es immer. Und „wen er sich einmal gerufen hat, den holt er auch, der Watzmann“. Der unheimliche Berg zieht magisch an und fordert seine Opfer. Beim Bauern (Sepp Weindl), seinem „Bua“ (Vitus Jaschke) ist das immer wieder ein Thema. Bis die Gailtalerin (Benedikt Epp mit reichlich künstlichem „Holz vor der Hütt‘n“) auftaucht, eine alpenländische femme fatale, ein schamloses Weibsstück, das mit sexuellen Versprechungen den Buam nach oben jagt. Doch „mit voller Wucht haut’s den Buam obi in die Schlucht“.
Aber auch unten auf dem Hof mussten die Knechte (Christoph Weber und Bernhard Weindl) mit ihren Problemen klarkommen. Die beiden eher Einfältigen und Schwerfälligen stehen im krassen Gegensatz zu den Tanzpaaren, die von der Holzkirchner Tanzlehrerin Isabella Winkler choreografisch angeleitet wurden. Mit großem Erfolg, waren doch die teils frivolen und deftigen Tanzeinlagen, die von Helena Epp und Markus Kienbacher, Karo Dieterich und Jakob Hechenthaler, Rosalie Hechenthaler und Franz Gröbmeyer sowie Anna Müller und/ Marinus Epp mit Leidenschaft und Können dargeboten wurden, echte Hingucker und Auflockerer.
Kein Tanz ohne Musik. Hubert Huber (Piano, Ziach, Gesang), eine prägende Figur in der reichen Valleyer Musikszene, steht für die musikalische Gesamtleitung des Alpendramas. Mit Leonard Reischl (Lead-Gesang), Andreas Hohenadl (Gitarre, Gesang), Bernhard Adelsberger (Gitarre, Gesang), Alois Leichmann (E-Bass, Bariton), Max Winkler (Schlagzeug) sowie Verena Hitzelsperger (Gesang, Violine) hat er extra eine Watzmann-Band zusammengestellt, die sowohl gesanglich als auch instrumental glänzte und feine Arrangements der Lieder wie „Hoit, da is a Spoit!“ oder „Vorwärts und bergauf“ spielte.
Zu den schauspielerischen Leistungen, die mit Hingabe und bewusst maßloser Übertreibung – das Werk lebt ja vom Klamauk – erbracht werden, gesellen sich ein imposantes Bühnenbild und vielfach eingestreute witzige Details. So gibt es neben einem echten Jägerstand, von dem auch trompetet wird, eine Gams, die spektakulär erlegt wird, eine heftige Rauferei-Szene, das monotone Beten der Weiberleut‘ am Hof und viele weitere komödiantische Zuckerl, die die Heiterkeit zusätzlich in die Höhe treiben.
Als Zugabe spielte die Band den Ambros-Klassiker „A Mensch mecht i bleim“, der das begeisterte und heftig applaudierende Publikum nach zwei Stunden Gaudi wieder erdete.