In Brüssel will die NATO am Donnerstag über Donald Trumps Arktispläne beraten. Doch ein wichtiger Vertreter der US-Regierung fehlt.
Brüssel – Im Doppelpack will man diese Woche über die Verteidigung beraten: Zuerst treffen sich die EU-Verteidigungsminister am Mittwoch, um die weitere Ukraine-Unterstützung zu besprechen. Am Donnerstag ist dann das transatlantische Verteidigungsbündnis dran. Doch gibt es einen Haken am NATO-Treffen. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth wird am 12. Februar nicht in Brüssel sein.
Das Treffen findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem US-Präsident Donald Trump die NATO mit seinen Grönland-Ambitionen an den Rand der Spaltung gebracht hat. Wie Politico berichtet, wird statt Hegseth zumindest Elbridge Colby, der Staatssekretär für Verteidigungspolitik, für US-Repräsentation sorgen. Es ist bereits das zweite Mal in Folge, dass ein hochrangiger US-Vertreter einen Stellvertreter zu einem NATO-Treffen schickt. Auch abseits von US-Präsident Donald Trumps Rhetorik gehen die USA weiter auf Distanz zum Militärbündnis.
Wegen Trumps Grönland-Drohungen: NATO-Treffen am Donnerstag über die Arktis
Das Treffen am 12. Februar wird sich laut Reuters auch mit Sicherheitsplänen für die Arktis beschäftigen. Der britische Verteidigungsminister John Healey erwartet Diskussionen über Maßnahmen zur Stärkung der Grönland-Sicherheit. „Ich würde erwarten, weitere Diskussionen beim NATO-Verteidigungsministertreffen zu sehen, an dem ich nächste Woche in Brüssel teilnehmen werde“, sagte Healey der Nachrichtenagentur.
Die NATO hat bereits mit der militärischen Planung der Operation „Arctic Sentry“ begonnen, einer verstärkten Überwachungsmission in der Arktis-Region. Diese Initiative soll US-Präsident Trump demonstrieren, dass die NATO bereits bei der Grönland-Sicherheit aktiv ist.
EU-Treffen der Verteidigungsminister als Auftakt zu den NATO-Gesprächen
Parallel zu den NATO-Beratungen findet am Mittwoch das Treffen der EU-Verteidigungsminister statt. Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow wird dabei die EU-Verteidigungschefs über die „brennendsten“ Bedürfnisse seines Landes informieren, während die Ukraine sich dem vierten Jahrestag von Russlands Invasion nähert. Wie die Ukrainska Pravda meldet, wird Fedorow am 12. Februar erstmals an einem NATO-Ukraine-Rat-Treffen teilnehmen. Der neue ukrainische Verteidigungsminister, der erst im vergangenen Monat ernannt wurde, wird auch an der „Ukraine Defence Contact Group“ (Ramstein-Format) teilnehmen.
- Ereignis: NATO-Verteidigungsministertreffen und EU-Außenrat Verteidigung
- Datum: 11.-12. Februar 2026
- Uhrzeit: ganztägig
- Personen: 32 NATO-Verteidigungsminister, EU-Verteidigungsminister, Mychajlo Fedorow (Ukraine), Elbridge Colby (USA)
- Sonstiges: Arctic Sentry Mission, Ukraine Defence Contact Group, NATO-Ukraine-Rat
Die Entsendung von Elbridge Colby anstelle von Hegseth sendet ein deutliches Signal an die europäischen Verbündeten. Colby gilt laut Politico als Hardliner gegenüber der EU im Pentagon und als entschiedener Befürworter einer isolationistischen US-Außenpolitik. Er ist verantwortlich für die Ausarbeitung der neuen amerikanischen Verteidigungsstrategie, die Europa herabgestuft und stattdessen die Verteidigung der USA und China als globalen Konkurrenten priorisiert.
USA geht weiter auf Distanz zur NATO: Verteidigungsminister Hegseth fehlt erneut
Die Entscheidung Hegseths, das Treffen zu meiden, wirft Fragen über Washingtons Engagement für die transatlantische Allianz auf. Wie die ehemalige NATO-Sprecherin Oana Lungescu gegenüber Politico warnte, riskiert dies „ein weiteres Signal zu senden, dass die USA nicht so aufmerksam zuhören, wie sie sollten“.
Das Treffen in Brüssel wird zeigen, ob die NATO trotz der amerikanischen Zurückhaltung geschlossen auftreten kann – oder ob die Spannungen um Grönland und Europas Verteidigungsfähigkeiten die Allianz weiter schwächen werden. Über die künftige außenpolitische Ausrichtung der USA wird wohl Außenminister Marco Rubio bei der Münchner Sicherheitskonferenz am Freitag einiges zu sagen haben. (Quellen: Politico/Reuters/Ukrainska/Pravda/Eigene Recherche)