Mehr für ihr Wasser werden künftig die Einwohner der fünf Mitgliedsgemeinden Eitting, Finsing, Moosinning, Neuching und Oberding im Zweckverband zur Wasserversorgung Moosrain bezahlen müssen: In der Verbandsversammlung wurde einstimmig beschlossen, für die nächsten Jahre bis 2028 den Preis für einen Kubikmeter Wasser von bisher 1,24 Euro auf dann 1,92 Euro anzuheben. Diese Erhöhung um fast 55 Prozent gilt bereits vom 1. Januar 2025 an.
Oberding – Ebenfalls angehoben werden die Beitragssätze für Grundstücksflächen: von bisher 1,80 auf nun genau zwei Euro pro Quadratmeter sowie für Geschossflächen von bisher 6,80 auf nun 7,60 Euro pro Quadratmeter. Die Höhe der Grundgebühr für Zähler bis zehn Kubikmeter wurde auf 120 Euro pro Jahr festgelegt.
„Diese Erhöhungen sind eine harte Entscheidung, wir kommen aber um diesen Schritt nicht herum“, begründete Verbandsvorsitzender und Oberdings Bürgermeister Bernhard Mücke vor den Verbandsräten diese Maßnahmen. Nachdem der Verband von Staats wegen kaum Rückstellungen bilden dürfe, bliebe, so Mücke, als einziger „Finanzpuffer“ die Möglichkeit, das Kanalnetz jetzt nicht zeitnah zu erneuern.
Rohre teils 50 Jahre alt
„Doch wenn wir dieses teils 50 Jahre alte Rohrsystem jetzt nicht sanieren, kommt es für uns als Verband und für die Verbraucher am Ende teurer. Zum Glück haben wir zwei gut funktionierende Wasserwerke, von dieser Seite her sind wir sicher.“ Auch Verbandsgeschäftsführer Wolfgang Haberger unterstrich die Notwendigkeit der Baumaßnahmen und der sich daraus ergebenden Kostensteigerung. „Wir kennen unser Leitungsnetz und haben sehr genau kalkuliert, was wir in den kommenden vier Jahren wieder für Unterhalt und Betrieb benötigen. Vieles muss ersetzt werden.“
Gleichzeitig wurde der Haushalt 2025 behandelt: Er schließt im Erfolgsplan mit Erträgenvon rund 3,82 Millionen Euro ab sowie in Aufwendungen in Höhe von rund 3,67 Millionen Euro. Im Vermögensplan sind Einnahmen und Ausgaben mit je rund 1,96 Millionen Euro angesetzt. Dieser Haushaltsplanentwurf basiert auf einer angenommenen Gesamtverkaufsmenge von 2,15 Millionen Kubikmeter Trinkwasser, davon gehen voraussichtlich allein 950 000 Kubikmeter an den Flughafen, der Rest wird an die knapp 5400 Grundstücksanschlüsse verteilt.
Rund 3,5 Millionen Euro Einnahmen stammen dabei aus dem Wasserverkauf, bei den Hauptausgaben entfallen rund 1,7 Millionen Euro für Wassergewinnung und -aufbereitung an, etwa 1,1 Millionen Euro fließen in die Rohrsanierung. Zum Ende 2025 rechnet der Verband mit rund 8,4 Millionen Euro Schulden, bei einem Anlagevermögen von etwa 50 Millionen Euro.
Über 300 000 Euro Verlust
Was den laufenden Jahreshaushalt angeht, stellt sich nach Auskunft Habergers die Finanzsituation gegenüber 2023 etwas schlechter dar: „Trotz höherer Umsatzerlöse ist dieses Minus den gestiegenen Ausgaben für Materialaufwand und Fremdleistungen zuzuschreiben.“ Trotzdem rechnet der Verband mit einem ausgeglichenen Ergebnis zum Jahresende, beim Wasserverkauf wird mit rund 2,6 Millionen Euro gerechnet, bei den Ausgaben fallen wohl rund 1,32 Millionen Euro für Personal, Wassergewinnung und -aufbereitung an sowie rund 800 000 Euro für Sanierungsmaßnahmen. Auch wurden in den Verbandsgemeinden mehrere neue Baugebiete erschlossen. Hierfür hat der Verband rund 1,8 Millionen Euro für Versorgungsleitungen und Grundstücksanschlüsse veranschlagt.
Im Rückblick auf das Geschäftsjahr 2023 wurde ein Verlust von rund 329 000 Euro verzeichnet, bei einer Bilanzsumme von fast neun Millionen Euro. 2022 wurde noch ein Gewinn von fast 100 000 Euro erwirtschaftet.