Kampf ums Landratsamt: CSU schickt Claudia Zolk ins Rennen

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Startklar für den CSU-Wahlkampf: Landratskandidatin Claudia Zolk mit Kreischef Thomas Schwarzenberger (r.) und Christian Hornsteiner, Fraktionsvorsitzender im Kreistag. © FOTOPRESS THOMAS SEHR

Der CSU -Kreisverband hat offiziell Claudia Zolk als ihre Kandidatin für die Landratswahl 2026 nominiert. Die Zweite Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen erhielt bei der Kreisvertreterversammlung in Farchant eine überwältigende Zustimmung von 95,7 Prozent.

Farchant - Jetzt ist es offiziell: Der CSU-Kreisverband schickt nächstes Jahr zur Kommunalwahl Claudia Zolk als Landratskandidatin ins Rennen. Die Kreisvertreterversammlung, die im Farchanter Gasthof Alter Wirt zusammengekommen war, stärkte der Zweiten Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen mit einer breiten Mehrheit den Rücken. 88 der 92 gültigen Stimmen entfielen auf die 52-Jährige – beachtliche 95,7 Prozent. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. In ihrer Bewerbungsrede präsentierte sich Zolk als Ärmelhochkremplerin, die den Landkreis mit frischen Ideen nach vorne bringen möchte.

Überraschend kommt die Nominierung nicht. Bereits im Januar hatten die CSU-Granden um den Kreisvorsitzenden Thomas Schwarzenberger die Vermögensberaterin als designierte Anwärterin auf den Chefposten in der Kreisbehörde vorgestellt (wir berichteten). Eine Personalie, die viele überraschte, da Zolk zuvor ihre politische Heimat beim Christlich Sozialen Bündnis (CSB) hatte. Die Gruppierung hatte sich im Kreisort vor gut 17 Jahren von der CSU abgespalten und war vergangenes Jahr wieder in deren Schoß zurückgekehrt.

Ein Jahr Zeit für Wahlkampf

Für den Kampf um den Thron im Landratsamt bleibt nun ein Jahr Zeit. Die Werbekampagne soll auf allen Kanälen geführt werden. Das Team Zolk hat dabei, wie in Farchant zu vernehmen war, auch die Sozialen Medien fest im Blick, um gezielt jüngere Wähler anzusprechen. Gegen wen die frisch gekürte Frontfrau im März 2026 antreten wird, steht noch nicht fest. Anton Speer (Freie Wähler), Amtsinhaber seit 2014, hat sich bislang noch nicht dazu geäußert, ob er erneut seinen Hut in den Ring werfen will. Insidern zufolge möchte sich der 66-Jährige im Mai festlegen. Sicher ist: Der Unterammergauer, volksnah und bodenständig, ist für die Schwarzen ein Angstgegner. An ihm bissen sich bereits Dr. Michael Rapp und Florian Lempert die Zähne aus.

Bemerkenswert war, dass Zolk in ihrer Rede Speer mit keiner Silbe erwähnte. Man konnte nur an einigen Stellen Seitenhiebe heraushören, etwa als sie mit Blick auf den Landkreis von einem „Stillstand“ sprach. Oder davon, dass „vieles liegengeblieben“ sei. „Ein einfaches Weiter so ist nicht genug“, betonte Zolk. Ihr gehe es darum, so die zentrale Botschaft, die „Entwicklung des Landkreises mit neuen Impulsen voranzutreiben“. Dabei denkt die Garmisch-Partenkirchnerin (verheiratet, zwei Kinder) auch an neue Technologien. So könne sie sich beispielsweise in der Verwaltung den Einsatz von Künstlicher Intelligenz vorstellen.

Herausforderungen der Region

Zolk ging auf die großen Entwicklungsfelder und Herausforderungen der Region ein, blieb aber in vielen Punkten vage. Besonderes Augenmerk schenkte sie dem Dauerbrenner bezahlbarer Wohnraum. Die Misere auf dem Immobilienmarkt wirkt sich bekanntlich negativ auf die Wirtschaft aus, da es Betrieben immer schwerer fällt, Mitarbeiter zu finden. Zolk sprach sich dafür aus, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um Projekte, etwa den kommunalen Wohnungsbau oder den Bau von Azubi-Unterkünften, auf den Weg zu bringen. Auch sollte man versuchen, Leerstände zu aktivieren, etwa indem Firmen verstärkt als Mieter auftreten. Generell warb die 52-Jährige dafür, in der Wirtschaftspolitik innovative Wege einzuschlagen, und verwies in diesem Zusammenhang auf das geplante Campus-Projekt in Garmisch-Partenkirchen.

Auch das millionenschwere Defizit des Klinikums, das die Spielräume des Kreishaushalts massiv einschränkt, kam zur Sprache. Die Krankenhausreform der Ampelregierung habe zu dieser „Katastrophe“ geführt, lautete Zolks Urteil. Ihr eindringlicher Appell: „Wir müssen alles daran setzen, dieses Haus der Spitzenmedizin zu erhalten.“ Bei der Integration von Flüchtlingen und Migranten, ebenfalls ein Brandthema, forderte sie „maßgeschneiderte Lösungen“ für die Region. Die unkontrollierte Zuwanderung in die Sozialsysteme müsse gestoppt werden. Aber unsere alternde Gesellschaft brauche auch Zuzug. Die Integration in den Arbeitsmarkt und die Vermittlungen von Sprachkenntnissen seien dabei entscheidend. „Wir müssen fördern, aber auch fordern“, lautet Zolks Credo.

Voll des Lobes für die Spitzenkandidatin war CSU-Kreischef Schwarzenberger. Zolk, so sein Tenor, bringe das nötige Rüstzeug und die Erfahrung mit. Sie sei „menschlich und kompetent“, habe als hauptamtliche Vizechefin im Garmisch-Partenkirchner Rathaus bewiesen, dass sie Führungsaufgaben übernehmen kann. Schwarzenbergers Resümee: Zolk sei ein „Glücksfall“ für die CSU.

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