Der weltweit bekannte Rundstrickmaschinenhersteller Mayer & Cie aus Albstadt stellt nach 120 Jahren endgültig seinen Betrieb ein. Das traditionsreiche Familienunternehmen, das bereits in vierter Generation geführt wurde, hatte im September Insolvenz anmelden müssen. Jetzt steht fest, dass es keine Zukunft mehr gibt.
Trotz einer umfangreichen internationalen Investorensuche fand sich nach dem Insolvenzantrag kein Käufer, der den Betrieb hätte übernehmen wollen. Auf einer Betriebsversammlung wurde den rund 270 Beschäftigten mitgeteilt, dass das Unternehmen geschlossen wird, wie der SWR berichtet.
Unternehmen international nicht mehr konkurrenzfähig
Mehrere Entwicklungen hätten das Unternehmen wirtschaftlich stark unter Druck gesetzt, heißt es aus Unternehmenskreisen. Neben dem anhaltenden Handelsstreit zwischen den USA und China haben auch die Folgen des Krieges in der Ukraine die Nachfrage belastet.
In zentralen Absatzmärkten wie der Türkei sei man preislich nicht mehr wettbewerbsfähig. Zusätzlich verschärften staatlich subventionierte Maschinen aus China den Konkurrenzdruck. Laut einer Firmenmitteilung von Oktober waren die Erlöse zeitweise um bis zu 50 Prozent eingebrochen.
Die Belegschaft soll bis Februar freigestellt werden. Parallel kümmert sich ein kleineres Kernteam um die vollständige Abwicklung des Betriebs, dazu gehören die Veräußerung von Maschinen, Immobilien und Lagerbeständen. Bis dahin sollen offene Aufträge nach Möglichkeit noch abgearbeitet werden. Damit geht auch ein bedeutender Arbeitgeber der Region verloren, der in seiner Branche einst als global führend galt.
Kein Investor gefunden
Eine breit angelegte Suche nach kapitalstarken oder strategischen Investoren blieb erfolglos. Der Sanierungsexperte Martin Mucha von der Kanzlei Grub Brugger erklärte dem Online-Nachrichtenportal "Schwäbische", der Markt für Textilmaschinen sei "extrem herausfordernd".
Trotz aller Bemühungen habe weltweit kein Investor Bereitschaft gezeigt, das Unternehmen zu übernehmen. "Bedauerlicherweise ist die Stilllegung nun die unausweichliche Konsequenz", so Mucha.