„Riesengaudi“: Gaißacher wollen bei Hornschlittenrennen in Partenkirchen wieder Sieg einfahren

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Bad Tölz
  4. Gaißach

Kommentare

Mit der Startnummer 71 fuhren 2025 „De 3 blädn 4re von Goaßa“ (Georg Fischhaber, Hans Willibald, Franz Oswald und Franz Simon) als Schnellste in Ziel. © Thomas Seher

Bei der Bayerischen Meisterschaft im Hornschlittenfahren starten zahlreiche Teilnehmer aus dem Tölzer Land. Die Titelverteidiger aus Gaißach wollen erneut gewinnen.

Bad Tölz-WolfratshausenDie Temperaturen passen zumindest schon mal. Zapfige minus vier Grad und Sonnenschein werden am Dienstag, am Dreikönigstag, in Partenkirchen bei der 55. Bayerischen Meisterschaft im Hornschlittenfahren erwartet. „Das ist super“, sagt Erich Skrajewski vom WSV Schlehdorf. Je eisiger, desto schneller ist man auf der Rennstrecke. Mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit wird die volle Strecke gefahren, vermeldete der Veranstalter. Seit 2000 fährt Skrajewski mit seinem Team „Vögelfreunde Oache sticht 4 WSV Schlehdorf“ die eisige Rennstrecke auf der Partnachalm hinunter. Nur einmal setzte er bisher aus. Mit ihm auf dem Hornschlitten nehmen Leo Sam, Florian Geweht und Stefan Schnieringer Platz.

Teilnehmer treffen sich jedes Jahr wieder

Zahlreiche Siege fuhren die Schlehdorfer Hornschlitten-Matadoren im Laufe der Jahre ein. Jedes Mal sei es wieder eine „Riesengaudi“, so Skrajewski. Auch wenn das ganze Unterfangen mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde nicht ungefährlich ist, sagt er: „Es macht einfach a Freid.“ Besonders schön sei es zudem, die anderen Teilnehmer jedes Jahr wiederzusehen. Zum Beispiel die Schlittenfahrer vom „Volkssport Trusetal – WSV Trusetal“ aus dem Thüringer Wald. Einst seien das die größten Konkurrenten gewesen. „Heute freuen wir uns einfach, wenn wir uns sehen.“ Sowohl auf der Rennstrecke als auch bei der Siegerehrung in der Garmischer Bayernhalle kommt man zusammen. „Es ist wie eine große Familie“, betont Skrajewski. Auch der WSV-Vorsitzende Andi Zanker freut sich, obwohl er heuer eigentlich gar nicht mitfahren wollte. Nur als Ersatzmann ließ er sich aufstellen. Nun trat der Ernstfall ein. „Auf dem Viererschlitten ist jemand ausgefallen.“

Teilnehmer kommen bis aus Franken

Der Hornschlittenmatador im Schlehdorfer Team mit der weitesten Anreise ist Christian Dietrich. Der kommt extra jedes Mal aus dem fränkischen Ansbach angereist, um bei den „Vögelfreunden“ mitzufahren. Ein ehemaliger Fahrer kannte ihn von der Meisterschule für Zimmerer. „Seitdem ist er uns geblieben“, sagt Skrajewski und lacht. Damen sind dafür heuer keine dabei.

Nicht nur aus Schlehdorf, sondern auch aus Gaißach kommen Vertreter aus dem Tölzer Landkreis zur Traditionsveranstaltung nach Partenkirchen. Zum Beispiel „De 3 blädn 4re von Goaßa“ mit Georg Fischhaber an der Spitze. Vergangenes Jahr holten sie den Sieg (wir berichteten), und auch heuer wollen die Titelverteidiger wieder voll Gas geben. Mit Fischhaber auf dem Schlitten sitzen Hans Willibald, Franz Oswald und Franz Simon. Außerdem aus Gaißach bei den Herren antreten werden „De 3 Bardigen Goaßara und da Sepp“, „Fuiznwirtschaft Goaßa“, die „Goaßara Bandenschubser“, die „Goaßara Schwarzfischer“, die „Goaßara Jugad“ und „Goaßara Küken“, „De Goaßara Bandnbrecher“ und die „Goassara Schwarzfahrer“.

Auch Frauen-Schlitten gehen an Start

Bei den Damen fahren die „Goaßara Sitzrießen“ mit Regina Simon, Hannah Leichmann, Verena Gaisreiter und Marianne Oswald die Rennstrecke hinunter. Sonst sind keine Frauen mit am Start. Bei den Herren treten aus dem Tölzer Landkreis „De Sautraurigen Hund“ aus Lenggries, die „Beira Hundsbuam“ mit den Nummern eins bis drei sowie die „Bichla Hacksteck“ mit den Nummern eins und zwei an. Trainieren konnte man schneebedingt bisher, so gut es eben möglich war. Das Wichtigste: Am Turniertag soll es auf der Partnachalm glücklicherweise genügend Gefrorenes geben. Damit steht dem Start für das Traditionsrennen nichts im Wege.