Die Markt Schwabener Veteranen und Reservisten nutzen angesichts der Weltlage ihren Jahrtag zur Mahnung an alle.
Markt Schwaben - Auch der vergangene Sonntag war mal wieder so ein bundesweiter Thementag: der Tag des offenen Denkmals. Zufall war es dennoch, dass heuer an jenem 14. September auch das Jahres- und Stiftungsfest des Veteranen- und Reservistenverein Markt Schwaben von 1839 gefeiert wurde – mit Kirchenzug, Gottesdienst in der Pfarrkirche, Kranzniederlegung am Denk- bzw. Mahnmal, Geselligkeit im Saal und Ehrungen verdienter Mitglieder.
Gleichwohl stellte der Vorsitzende des Markt Schwabener Traditionsvereins, Peter Stöhr, seine Ansprache im Rahmen der feierlichen Zeremonie am Ehrenmal im Schlossgarten heuer ganz ins Licht eines nicht mehr ganz neuen, aber leider wieder aktuellen Wortspiels: Denkmal bedeute für ihn nämlich auch „Denk mal“ oder „Denk mal nach“. Darüber nämlich, was schon alles Schreckliches hatte passieren müssen auf der Welt, weil Menschen ihre Konflikte nur noch mit Waffen auszufechten imstande sahen. 99,9 Prozent der Menschen, so Peter Stöhr weiter, wollten keinen Krieg. Und trotzdem sei er gegenwärtig so nah wie schon lange nicht mehr. Stöhr: „Wir wollen Frieden, nicht nur bei uns, sondern auf der ganzen Welt...“
Wichtiger Bestandteil im örtlichen Leben
Im Namen des Vereins legte eine Delegation, wie jedes Jahr, als äußeres Zeichen zum Gedenken an alle gefallenen, vermissten und verstorbenen Kameraden einen Kranz nieder, bevor es dann geschlossen in den benachbarten Bürgersaal ging. Dort hatte Vizelandrätin Magdalena Föstl die Ehre, ein Grußwort an die Versammlung zu richten. Im Kern griff sie Stöhrs Gedanken zur Mahnung zum Frieden auf. Der Verein sei in ihren Augen längst ein unverzichtbarer Bestandteil des Schwabener Gemeinwesens.
Zweiter Bürgermeister Markus Steffelbauer unterstrich das. Es sei wichtig, dass es solche Vereine wie den der Reservisten und Veteranen in der Gemeinde gebe – damit es nie wieder zu so schlimmen Ereignissen wie einem Krieg komme.
Auch zu der vor einigen Monaten von Stöhr und Co. angestoßenen Diskussion um eine mögliche „Umsiedlung“ des Schwabener Ehrenmals nahm Steffelbauer Stellung. Er unterstütze den Gedanken einer Verlegung an eine exponiertere Stelle innerhalb des Rathaus-Umfelds, hieß es. Derzeit arbeite ein Planungsteam einen Vorschlag aus, der womöglich noch Ende des Jahres oder Anfang 2026 im Marktgemeinderat zur Abstimmung gestellt werden könnte, so der Vizebürgermeister.
Ehrungen verdienter Mitglieder des Traditionsvereins
Ehrungen gab es für folgende Vereinsmitglieder: Rudolf Strassl (20 Jahre), Alois Czech, Wilhelm Nießlein, Oswald Mayer, Walter Schwarzenberger, Ernst Schweiger (alle 30), Wilhelm Bachmaier, Georg Murböck, Peter Widmann (alle 40) sowie Franz Huber sen., Johann Gampenrieder, Theodor Lemmen und Jakob Wimmer (alle 50). Die Übergabe der entsprechenden Urkunden und Ehrennadeln erfolgte im Bürgersaal im Unterbräu, wo die Marktkapelle zwischenzeitlich aufspielte und der Verein Weißwurst oder/und Wiener servierte.
Wir haben schon zwei Kriegerdenkmäler, ein drittes brauchen wir nicht mehr.