Landkreis Unterallgäu fördert Glückswege und regionale Produkte

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Wandertrilogie und Glückswegewegweiser im Sinne Kneipps sind in der Kurstadt mindestens zweimal zu finden: Am Gelände des südlichen Kurparks und wie hier Richtung Waldsee, am Ende der Oberen Mühlstraße. © Glöckner

Die „Glückswege“ im Unterallgäu sind seit Jahren ein Erfolgsprojekt. Nun hat der Kreisausschuss ihre Förderung für 2026 bis 2028 erneut einstimmig beschlossen – und setzt damit weiter auf sanften Tourismus.

Unterallgäu – Man kann wirklich nicht behaupten, dass im Unterallgäuer Kreisausschuss für Wirtschaft und Tourismus eine Runde glücksritterlicher Parteivertreter sitzt. Doch Glück hatten die Verantwortlichen durchaus: Schon 2015 entschied man sich für die „Glückswege“ – ein Ansatz, der sich zu einem erfolgreichen Tourismusprojekt entwickelt hat. Für die Jahre 2026 bis 2028 stellt das Gremium nun erneut insgesamt 180.000 Euro bereit, finanziert je zur Hälfte vom Landkreis und den beteiligten Gemeinden.

Projektverantwortlicher Tobias Klöck berichtete von durchweg positiven Entwicklungen: 13 über das Unterallgäu verteilte Glückswege mit insgesamt 178 Kilometern Rad- und Wanderstrecken, verbunden durch den „roten Faden Kneipp“, gelten – wie Landrat Alex Eder hervorhob – als vorbildliches Beispiel für sanften Tourismus. Die Wege würden zunehmend von Tages- und Übernachtungsgästen genutzt und finden auch in Medien sowie der Tourismusbranche größere Beachtung. Die als „europäische Wortmarke“ eingetragenen „Glückswege im Allgäu“ greifen ortsspezifische Besonderheiten auf – von den Störchen in Pfaffenhausen über das Planetensystem in Ottobeuren bis zu den Aus- und Weitblicken in Bad Grönenbach. Einheitliche Erkennungsstelen, systematisch gepflegte Beschilderung, eine eigene Karte samt Begleitheft sowie die Online- und Social-Media-Präsenz wurden seit 2021 umgesetzt; hierfür gab es 300.000 Euro Landesförderung.

Das Unterallgäu hat immer Saison

Ziel sei es, so Klöck, den klassischen „Saisonwechsel“ aufzulösen und auf einen „multioptionalen Winter“ zu setzen, in dem Landschaft und Erholung noch attraktiver gestaltet werden könnten. Landrat Eder zeigte sich zufrieden, dass bei dem Projekt „so vieles ineinandergreift – Allgäu GmbH, Kneipp, Glücks- und Radwege“.

Regionalvermarktung im Aufwind

Auch weitere Initiativen – etwa die „Allgäuer Genusstage“ oder das Nahversorgungsprojekt „Aus dem Landkreis – für den Landkreis“ – stoßen auf großes Interesse, berichtete Projektleiterin Florentien Waldmann. Sie zielen auf mehr Authentizität und treffen besonders bei landwirtschaftlichen Betrieben auf Zustimmung. Ost- und Unterallgäu arbeiten zudem gemeinsam an der „Regiothek“, einer Karte, die Gastronomie, Landwirte und Verarbeiter vernetzt und perspektivisch zu einem digitalen Marktplatz führen soll. Aktuell sind 80 Betriebe und Daten von 150 Handelspartnern verzeichnet; insgesamt kommen 690 potenzielle Betriebe infrage. Waldmann und der Landrat zeigten sich überzeugt, dass dieser Ansatz richtig sei – zumal Fragen wie „Wo kommen die Produkte her?“ und „Wie wurden sie erzeugt?“ für Verbraucher immer wichtiger würden.

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