Katastrophenszenario im Tanklager

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Großübung aus der Luft: Blaulicht und zahlreiche Einsatzfahrzeuge – das Tanklager in Krailling wurde am Montagabend zur realistischen Trainingskulisse für rund 100 Feuerwehrkräfte. © Feuerwehr Unterpfaffenhofen

Ein verkeilter Zug, brennende Kesselwagen, vermisste Personen – das Szenario im Tanklager Krailling war ebenso dramatisch wie realistisch. Rund 100 Einsatzkräfte der Feuerwehren Germering und Unterpfaffenhofen probten für den Ernstfall.

Germering/Krailling – Aus Rauchschwaden dringt das Blaulicht durch die Dunkelheit. Funkgeräte knacken, Kommandos hallen über das Gelände. Zwischen zwei Kesselwagen klemmen zwei Fahrzeuge – Rauch steigt auf, Menschen schreien um Hilfe. Nur wenige Meter weiter lodern Flammen aus dem Lokschuppen.

Montagabend, kurz nach 19 Uhr, beginnt im Tanklager der Krailling-Oils-Development-GmbH eine Übung, wie sie realistischer kaum sein könnte. Die Feuerwehren aus Unterpfaffenhofen und Germering haben sich zur Großübung versammelt. Rund 100 Einsatzkräfte sind vor Ort. Ihr Ziel: den Ernstfall proben – mit allem, was dazugehört.

Die Einsatzleitung hat sich ein anspruchsvolles Szenario ausgedacht: ein Rangierunfall mit einer Lokomotive, zwei verkeilte Pkw, ein Brand am Fahrgestell, ein Feuer im Lokschuppen mit vermisster Person. Gleichzeitig müssen weitere Personen und ein Hund von einem Dach gerettet, eine verletzte Person muss aus einem Schacht geborgen, Jugendliche sind im angrenzenden Wald zu suchen. Als wäre das nicht genug, muss auch die Löschwasserversorgung über einen Teich aufgebaut werden.

„Solche Übungen sind für uns enorm wichtig“, erklärt der Germeringer Kommandant Thomas Mayrhofer. Unterpfaffenhofens Kommandant Christian Ruder ergänzt: „Nur wenn jeder Handgriff sitzt und die Zusammenarbeit reibungslos funktioniert, sind wir im Ernstfall gut vorbereitet.“ Damit der Druck stimmt, wurde an Realismus nicht gespart: Verletztendarsteller mit täuschend echten Wunden, dichter Übungsnebel, flackerndes Licht und enge Platzverhältnisse fordern die Kräfte heraus. Mehrere Einsatzabschnitte laufen gleichzeitig – für Führung und Koordination eine Herausforderung.

Trotz der Komplexität arbeitet das Team hoch konzentriert. Das Zusammenspiel funktioniert, die Kommunikation über Funk bleibt klar. Auch schwierige Aufgaben wie die technische Rettung aus dem deformierten Pkw oder die Personenrettung aus dem Schacht gelingen routiniert.

Die Feuerwehren zeigten sich nach der Übung zufrieden – auch wenn im Nachgang natürlich kritisch analysiert wird, was verbessert werden kann. „Nur wer übt, erkennt seine Schwachstellen“, heißt es aus der Einsatzleitung. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen nun in die weitere Ausbildung und Einsatzplanung ein.

So endet der Abend zwar mit Erschöpfung – aber mit einem guten Gefühl: für den nächsten Ernstfall ist man ein großes Stück besser gewappnet.

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