Statt Familie und Freunden: Wem sich die Gen Z über die Feiertage wirklich anvertraut

In der Weihnachtszeit kann die Stimmung auch gedrückt sein. Weltweit nutzt fast ein Drittel derjenigen, die über die Feiertage KI einsetzen, diese auch bei schlechter Stimmung als Ansprechpartner, berichtet Kaspersky in einer Pressemitteilung. In Deutschland wenden sich 17 Prozent der Befragten in solchen Situationen an die Systeme.

Laut der im November 2025 durchgeführten Kaspersky-Studie, die sich auf Antworten von 3000 Menschen aus mehreren Ländern stützt, vertrauen 35 Prozent der 18- bis 34-Jährigen bei schlechter Laune auf KI als emotionale Stütze. Bei den Über-55-Jährigen sind es 19 Prozent. Gleichzeitig dient KI vielen als Helfer im Alltag: 56 Prozent lassen sich Rezepte vorschlagen, 50 Prozent suchen Geschenkideen und ebenso viele Inspiration für Freizeit – mit jeweils nach unten abweichenden Werten für Deutschland.

Kaspersky warnt vor fehlerhaften Informationen bei der KI-Nutzung

„LLM-Modelle entwickeln sich rasant weiter und können immer überzeugendere Gespräche führen“, sagt Vladislav Tushkanov vom Kaspersky AI Technology Research Center. Zugleich betont er, dass KI „Fehler und Verzerrungen“ aus ihren Trainingsdaten übernehmen könne und Nutzer Vorschläge daher kritisch prüfen sollten.

Kaspersky rät, vor der Nutzung die Datenschutzrichtlinien zu lesen, keine sensiblen Daten preiszugeben, nur Dienste etablierter Anbieter zu verwenden und beispielsweise mit spezifischen Programmen schädliche Links zu blockieren.

Viele junge Menschen wenden sich an KI-Chatbots, um über ihr Befinden zu sprechen (Symbolbild).
Viele junge Menschen wenden sich an KI-Chatbots, um über ihr Befinden zu sprechen (Symbolbild). IMAGO / Westend61

So kann sich KI auf das kritische Denken auswirken

Der Einsatz von KI-Chatbots steht laut einer Untersuchung von Microsoft und der Carnegie Mellon University in Zusammenhang mit sinkenden Fähigkeiten zum kritischen Denken, berichtet der „Telegraph“. Die Forscher warnen, ein übermäßiges Vertrauen in Automatisierung könne kognitive Leistungen mindern. GenAI-Werkzeuge könnten demnach zu weniger Engagement bei der Arbeit führen und Nutzer langfristig überabhängig machen.

Dem „Telegraph“ zufolge hängt der Einfluss der Technologie stark davon ab, wie Menschen sie nutzen. Microsoft-Forscher Lev Tankelevitch betont: „Wenn KI uns herausfordert, führt das zu besseren Entscheidungen.“ Fachleute schlagen vor, Nutzer durch gezielte Rückfragen oder verzögerte Antworten stärker zum eigenen Nachdenken zu bringen, stoßen dabei aber oft auf Ablehnung.