Südufer und Raistinger Wiesen als wertvolles Naturkleinod

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Jürgen Belz von der Fachstelle Wald- und Naturschutz erklärt den Teilnehmern die Bedeutung des kleinen, aber wichtigen Waldgebiets im Schutzraum. Ganz rechts Dießens Bürgermeisterin Sandra Perzul. © Roettig

Auch die Natur braucht eine zielgerichtete Steuerung. So wird seit Jahren an einem Managementplan namens „Natura 2000“ für das „Ammersee-Südufer“ und die „Raistinger Wiesen“ im Rahmen des EU-weiten Netzes von Schutzgebieten zur Erhaltung gefährdeter oder typischer Lebensräume und Arten gefeilt.

Dießen-Raisting - Die für den Management- Bewirtschaftungsplan federführende Regierung von Oberbayern als höhere Naturschutzbehörde hat jetzt zusammen mit der Forstverwaltung und den unteren Naturschutzbehörden der Landratsämter Landsberg am Lech und Weilheim-Schongau Grundstückseigentümer, Landwirte und Nutzungsberechtigte zu einem Informationsgespräch am Ammersee-Südufer eingeladen und mit ihnen den aktuellen Stand des Managementplanes diskutiert.

Das von Dießens Bürgermeisterin Sandra Perzul in ihrer Begrüßung als „Kleinod vor unserer Haustüre“ bezeichnete knapp 900 Hektar große FFH-Gebiet sei laut den Beteiligten ein wichtiger Bestandteil im oberbayerischen „Natura 2000“-Netz und werde auch als überregional bedeutend eingestuft. Für die Bewertung als FFH-Gebiet seien verschiedenste Gewässer-, Offenland- und Auwald-Lebensraumtypen maßgeblich gewesen. Darüber hinaus hätten das Vorkommen von Skabiosen-Schneckenfaltern, dem Hellen und Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling und die Schmale Windelschnecke die Ausweisung als FFH-Gebiet begründet. Auch die artenreichen Verlandungsgesellschaften mit Röhrichten, Streuwiesen sowie großflächigen Extensivwiesen waren mitentscheidend. Ziel der Bemühungen sei es, durch gemeinsames Handeln in naturschutzfachlichen, sozialen sowie forst-, land- und wasserwirtschaftlichen Belangen die wertvolle Kulturlandschaft des Ammersee-Südufers und der Raistinger Wiesen mit ihren wildlebenden Pflanzen und Tieren zu erhalten.

Wie Plankoordinator Dr. Wolfgang Hochhardt betonte, seien die Hinweise im Managementplan für alle Grundstücksbesitzer und Nutzungsberechtigten keine Verpflichtung, sondern Vorschläge, die Schutzgebiete zu erhalten. Sie dürfen die Flächen „entsprechend der guten fachlichen Praxis“ natürlich auch weiterhin bewirtschaften. Laut Jürgen Belz von der „Fachstelle Wald- und Naturschutz der Bayerischen Forstverwaltung“ habe der Wald mit 62 Hektar zwar nur eine geringe Fläche, sei aber ökologisch bedeutend mit seinem Bestand der Silberweidenweichholzaue, die es nur noch am Chiemsee und der Tiroler Ache gebe. Sogar seltene Baumarten wie die Flatter- und Feldulme oder die Schwarzpappel gebe es hier noch.

Hoffen auf Rückkehr

Vom Vogelbeobachtungsturm aus gab es zum Abschluss des Informationsaustausches einen Blick auf den verlassenen Horst des Seeadlers. Christian Niederbichler, Gebietsbetreuer von Landesbund für Vogelschutz, sprach die Hoffnung aus, dass die rar gewordenen Adler im nächsten Frühjahr zurückkehren werden.

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Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/lokales/weilheim/kreisbote/suedufer-und-raistinger-wiesen-als-wertvolles-naturkleinod-93975536.html