Großzügiges Weihnachtsgeschenk für Dorf in Bayern – „Riesige Chance für uns“

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So schaut das Gelände um den Schächen in Hohenpeißenberg derzeit aus. Mit dem nun vorliegenden Förderbescheid könnte die Ortsmitte neu gestaltet werden. © Kathrin Hauser

Ein großzügiges Weihnachtsgeschenk hat die Gemeinde Hohenpeißenberg kürzlich von der Städtebauförderung erhalten: Die Gestaltung der neuen Ortsmitte wird mit rund 1,9 Millionen Euro gefördert, wenn sich die Kommune für das Projekt entscheidet.

Die Freude sei groß gewesen, als der Förderbescheid der Regierung von Oberbayern über staatliche Zuwendungen der Städtebauförderung über 1,93 Millionen Euro kurz vor Weihnachten ins Hohenpeißenberger Rathaus geflattert sei, sagt der Hohenpeißenberger Bürgermeister Thomas Dorsch im Gespräch mit der Heimatzeitung. Die Förderung kommt aus dem Bund-Länder-Programm für Wachstum und nachhaltige Erneuerung. „Es bedeutet eine riesige Chance für uns“, sagt Dorsch.

„Durch die Umgestaltung der Ortsmitte soll ein attraktiver öffentlicher Aufenthaltsbereich entstehen, die Barrierefreiheit verbessert und eine sichere Geh- und Radwegverbindung geschaffen werden“, heißt es in der Pressemitteilung der Regierung von Oberbayern. Die Neugestaltung lasse zudem erwarten, dass sich die Durchfahrtsgeschwindigkeit des motorisierten Verkehrs auf natürliche Weise reduziere. „Die Entsiegelung und Bepflanzung der Ortsmitte soll außerdem zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung beitragen.

Plan der neuen Ortsmitte Hohenpeißenberg
So soll die neue Hohenpeißenberger Ortsmitte nach Entwürfen des Planungsbüros „toponauten“ aussehen. © Planungsbüro „toponauten“

Mit dem Förderbescheid rückt der Plan, für Hohenpeißenberg eine neue Ortsmitte zu gestalten, in greifbare Nähe. Die endgültige Entscheidung darüber, ob dieser Plan auch umgesetzt wird, steht allerdings noch aus. Der Gemeinderat hatte zwar in seiner Sitzung im Dezember 2024 mit 13 Ja- und drei Nein-Stimmen eindeutig grundsätzlich für die Neugestaltung der Ortsmitte gestimmt, doch kann sich nochmal alles ändern. Definitiv steht der Entschluss erst, wenn nach den Ausschreibungen der einzelnen Arbeiten entsprechende Angebote vorliegen und sich der Gemeinderat dafür entscheidet. „Sollten die Kosten aus dem Ruder laufen, müssen wir neu überlegen“, sagt Dorsch.

Die „große“ Lösung wird gefördert

Die Option, das Umfeld des Schächengeländes so zu belassen, wie es jetzt ist, gebe es nicht, sagt der Bürgermeister. Wie berichtet, wird derzeit ein Geh- und Radweg durch Hohenpeißenberg gebaut, der ebenfalls hoch gefördert wird. Der Schächen und die Ortsmitte wurden bislang ausgespart. Der Lückenschluss muss in der Ortsmitte erfolgen, andernfalls müssten die Fördermittel für den Geh- und Radweg zurückbezahlt werden. „Wir müssen sowieso etwas machen“, sagt Dorsch.

Diese „kleine“ Lösung des Lückenschlusses ist nach den Berechnungen der Experten im Ergebnis für die Kommune in etwa so teuer wie die „große“ Lösung mit Gestaltung der neuen Ortsmitte, die von der Städtebauförderung mit 1,9 Millionen Euro gefördert wird, aber eben nur, wenn die Ortsmitte auch umgestaltet wird. „Das ist eine Jahrhundert-Maßnahme“, sagt der Bürgermeister: „Es sind große Aufgaben, die uns zufallen, aber wir wurden nicht gefragt.“