„Mit Panzer unterwegs“: Mutter mit SUV wettert über BMW-Fahrer – und gerät selbst ins Kreuzfeuer

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Eine Mutter kritisiert einen BMW-Fahrer. Doch die Reaktionen auf ihr Foto von einem Supermarkt-Parkplatz fallen anders aus, als die SUV-Fahrerin dachte.

München – Voller Parkplatz, enge Stellflächen, Zeitdruck – für viele Autofahrer ein täglicher Nervenkitzel. Wenn dann auch noch alle Mutter-Kind-Parkplätze belegt sind, wird es besonders knifflig. Genau das passierte kürzlich auf einem Parkplatz eines Rewe-Supermarkts: Eine Mutter quetschte ihr großes Auto in eine enge Parklücke – mit dem Ergebnis, dass wenig später weder sie noch ihr Nachbar ihre Türen öffnen können. Doch wen trifft die Schuld?

„Warum parkt man so?“ – Eine Mutter zieht über einen Autofahrer her und erntet heftigen Gegenwind. © Screenshot/ Thread @ naciyesinem

Genau diese Frage löste eine lebhafte Diskussion aus. Die Mutter veröffentlichte in einem Threads-Post das Foto ihres parkenden Wagens. Zu sehen ist ein großer SUV, das die Parklücke nahezu vollständig ausfüllt, mit den Rädern sogar leicht über die Bodenmarkierung ragt. Das deutlich kleinere Auto – ein BMW – steht hingegen daneben sauber innerhalb der Linien.

Auf Rewe-Parkplatz: Mutter mit SUV verteidigt Parkmanöver und wird für provokante Frage kritisiert

Verärgert fragt die SUV-Fahrerin: „Menschen ohne Kinder: Warum parkt man so?“ Ihr eigenes Parkmanöver rechtfertigt sie hingegen so: „Ja, ich (weißes Auto) parke so! Maxi Cosi + enge Parklücke + volle Mutter-Kind-Parkplätze“ und fügt provokant hinzu: „Soll ich das Kind durch die Kofferraumklappe holen oder wie?“

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Während kaum User Verständnis für die Situation zeigten, kritisierten andere umso mehr das Fahrzeug: Ein großer Geländewagen, ein Land Rover Defender. Für viele User stand fest: Wer ein so großes Auto fährt, müsse auch die Verantwortung tragen, damit im Alltag zurechtzukommen. Eine Nachricht an einem ordnungsgemäß geparkten Auto sorgte ebenfalls für reichlich Gesprächsstoff.

Kritik an großem SUV: Viele sehen Fahrzeug als Hauptproblem – Mutter kriegt ihr Fett weg

Besonders heftig fiel die Kritik am gewählten Fahrzeug aus. Viele Nutzer machten deutlich, dass sie nicht die Umstände, sondern das Fahrzeug als Hauptproblem sahen. So hieß es etwa: „Ja, das weiße Auto ist in dem Fall das Problem. Hol dir einen kleineren Wagen, wenn du nicht parken kannst“ oder „Du fährst einen Land Rover Defender. Das Ding ist ein Schlachtschiff und für deutsche Parkplätze oft einfach zu breit. Auch mit Familie hätte es auch ein kleinerer SUV getan.“

Andere Nutzer prangerten die mangelnde Selbstreflexion an. Mehrere User bemängelten die fehlende Einsicht: „Selber keine Rücksicht nehmen, sie aber von anderen voraussetzen“, kommentierte ein User. Ein weiterer schrieb: „Das Auto links steht exakt, du nicht. Wenn du mit einem Panzer unterwegs bist, ist das dein Problem“.

Besonders deutlich wurde die Kritik von anderen Eltern. Einige betonten, wie Rücksichtnahme im Alltag funktioniert: „Ich, Mama von zwei Kindern – parke, wenn die Mutter-Kind-Parkplätze belegt sind, irgendwo ganz hinten, wo Platz ist, und würde nie auf die Idee kommen, mich absichtlich blöd in eine Parklücke zu quetschen und dann auch noch öffentlich jemanden anprangern, der in keinster Weise etwas falsch macht. Rücksicht ist eben keine Einbahnstraße.“ Übrigens: Parkplatz‑Blockaden können als Nötigung gelten.

„Warum erwartest du Rücksicht?“: Viele können Parkmanöver von Mutter nicht verstehen

Die Diskussion verlagerte sich zunehmend auf grundsätzliche Fragen zum Parkverhalten. Weitere Kommentare verdeutlichten die Kritik am Vorgehen der Autofahrerin. So schrieben manche verärgert: „Du parkst komplett auf, sogar über(!) dem Strich und erwartest, dass der Parkplatz dann neben dir frei zu bleiben hat?“ Ein anderer kommentierte: „Blöd nur, dass der BMW in der Parklücke steht. Was man von dir nicht gerade behaupten kann“.

Einige Nutzer stellten die Erwartungshaltung grundsätzlich in Frage. „Also du schaffst es nicht innerhalb der Parklücke zu parken und jammerst dann rum? Klar, fahr, was du willst, aber dann musst du halt auch mit den engen Parklücken leben.“ Andere versuchten, den Ursprung der Spannung zu erklären: „Warum erwartest du Rücksicht von anderen, die gar nicht wissen können, dass du einen Maxi-Cosi aus dem Auto holen willst? Sie können nicht ahnen, dass sie dir bewusst mehr Platz lassen sollen. Das eigentliche Problem sind doch die viel zu kleinen Parkbuchten, vor allem für große Autos.“

Verkehrsschilder verstehen

Die Titelseite des PDFs mit verschiedenen Verkehrsschildern (Montage)
Das PDF erklärt 12 Verkehrsschilder. (Montage) © Ippen.Media & Funke Foto Services/Imago & Dreamstime/Imago & Chromeorange/Imago & PantherMedia/Imago

Immer wieder gibt es Verkehrsschilder, die Autofahrer rätseln lassen: Im Ratgeber werden 12 dieser eher seltenten Schilder erklärt.

HIER können Sie sich das PDF mit Erklärungen und Hinweisen herunterladen

Falsch geparkt? Diese Bußgelder können Autofahrer erwarten

Rechtlich gesehen kann falsches Parken durchaus Konsequenzen haben. Vor allem dann, wenn Fahrzeuge unnötig viel Platz beanspruchen, wird aus einem Ärgernis schnell eine Ordnungswidrigkeit. Laut bussgeldkatalog.de gilt sogenannte Parkraumverschwendung zwar nicht als Straftat, kann aber mit einem Verwarnungsgeld geahndet werden. Wer sein Auto nicht platzsparend abstellt und dabei zum Beispiel zwei Parkplätze blockiert, muss mit zehn Euro Strafe rechnen. Richtiges Parken bedeutet:

  • das Fahrzeug sollte platzsparend abgestellt werden – dabei sollte auf die Parkflächen geachtet werden
  • es bleibt genügend Raum zum Ein- und Aussteigen
  • sowie für das Rangieren

In besonders engen oder unübersichtlichen Bereichen – mit einer Fahrbahnbreite von weniger als 3,05 Meter – drohen 35 Euro Bußgeld, bei einer Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer sogar 55 Euro.

Verkehrsexperte Dominik Einzel von BAYERN 1 erklärt dazu: „Die Markierungen von Parkplätzen sollen zu platzsparendem Parken anhalten und sind verbindlich. Vor allem in Städten mit knappem Parkraum ist es rücksichtslos, mit einem Auto zwei Plätze zu beanspruchen.“ Während es keinen Ärger gibt, wenn man sich auf Mutter-Kind-Parkplätze oder unberechtigterweise auf Frauenparkplätze stellt, herrscht bei Behindertenparkplätzen eine völlig andere Rechtslage. (Quellen: Threads, bussgeldkatalog.de, br.de) (vw)

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