„Katastrophale Zustände“: VCD kommentiert schlechte Servicequalität bei Freisinger Bahnlinien

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Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hat das Ranking zur Servicequalität im bayerischen Regionalverkehr für 2024 veröffentlicht. Der VCD Freising hat die Zahlen analysiert. Mit einem verheerenden Resultat, was die Freisinger Bahnlinien betrifft. Die landen nämlich auf den drei letzten Plätzen des Rankings.  (Symbolbild) © IMAGO/Michael Nguyen

Ein Ranking der Bayerischen Eisenbahngesellschaft für 2024 zeigt: Die Servicequalität nimmt drastisch ab. Drei letzte Plätze gab es dabei für die Freisinger Linien.

Freising – Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hat das Ranking zur Servicequalität im bayerischen Regionalverkehr für 2024 veröffentlicht. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Freising hat die Zahlen analysiert. Mit einem verheerenden Resultat, was die Freisinger Bahnlinien betrifft. Die landen nämlich auf den drei letzten Plätzen des Rankings. 

Der Donau-Isar-Express verbindet München mit Landshut, Plattling und Passau. Die Linie erreichte im Jahr 2024, so geht aus der Erhebung der BEG hervor, nur -8,59 Punkte und verschlechterte sich damit gegenüber dem Vorjahr deutlich (2023: -7,88). Mängel gebe es laut BEG bei der Sauberkeit, dem Zustand der Toiletten und den Fahrgastinformationen.

Ein Blick auf die Entwicklung der Servicequalität zeige den drastischen Abwärtstrend besonders deutlich, betont der VCD: Kam der Donau-Isar-Express im Jahr 2020 noch auf einen Wert von +38,72 Punkte, so liegt er jetzt bei -8,59. Innerhalb von nur zwei Jahren hat die Verbindung also mehr als 45 Punkte im Service-Ranking der BEG verloren.

Noch schlechter schneiden zwei Linien aus dem früheren Netz „Alex“ ab: Der Regional-Express 2 (München – Hof, jetzt „Expressverkehr Ostbayern Los 1“) landet in der BEG-Untersuchung mit -30,00 Punkten auf dem letzten Platz im bayernweiten Vergleich. Und der Regional-Express 25 (München – Prag, jetzt „Los 2“) belegt mit -24,71 Punkten Platz 30 von 31.​ „Das sind katastrophale Zustände“, fasst Prof. Andreas Kagermeier vom VCD Freising die Ergebnisse zusammen. „Wer in Freising wohnt und auf die Bahn angewiesen ist, verliert täglich Zeit – und oft auch die Geduld.“​

Denn auch bei der Pünktlichkeit gibt es große Defizite. Der RE 2 war 2023 mit einer Quote von nur 64,3 Prozent der unpünktlichste Zug in ganz Bayern. Der Donau-Isar-Express kam auf 76,6 Prozent. Zum Vergleich: Der bayernweite Durchschnitt lag bei 87 Prozent. „Ich pendle fast täglich nach München und weiß, wie frustrierend die Situation ist“, sagt Emilia Kirner vom Vorstand des VCD Freising. „Verspätungen, Zugausfälle und volle Züge gehören zum Alltag. Wer auf die Bahn angewiesen ist, braucht Verlässlichkeit. Doch genau die fehlt im Moment.“​

Der VCD Freising fordert deshalb von der Staatsregierung mehr Investitionen in die Infrastruktur, mehr Personal und eine bessere Abstimmung von Bauarbeiten. Nur so könne der Schienenverkehr wieder zu einer Alternative werden. Mittelfristig führe nach Ansicht des VCD an einem viergleisigen Ausbau zwischen München und Freising sowie an einem durchgängigen zweigleisigen Ausbau zwischen Landshut und Plattling kein Weg vorbei, um das Aufschaukeln von Verspätungen – weil der Regionalverkehr mal wieder hinter der S-Bahn „herzuckeln“ müsse – zu verhindern.

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