Nicht ohne mein Auto: Deutschlands Autofahrer hängen besonders am eigenen Pkw
Die meisten Menschen in Deutschland wollen auch in Zukunft nicht auf das eigene Auto verzichten. Nur in einem anderen EU-Land ist die Quote noch höher.
Stuttgart – Die Deutschen hängen am Auto: Eine anlässlich der IAA Mobility 2023 in München veröffentlichte Mobilitätsstudie zeigt, dass das Auto das Verkehrsmittel der Wahl ist. Demnach nutzen 68 Prozent der befragten Deutschen das Auto mehrmals pro Woche. Das Fahrrad oder E-Bike folgt mit 32 Prozent.
Die Deutschen hängen am Auto: 88 Prozent wollen jetzt und in Zukunft einen eigenen Pkw besitzen
Da kann das Ergebnis einer am Montag (2. Januar) veröffentlichten Studie der Unternehmensberatung Horváth nicht überraschen. Demnach will die Mehrheit der Menschen in Deutschland jetzt und auch in Zukunft nicht auf ein eigenes Auto verzichten. Auf die Frage „Glauben Sie, dass Sie auch im Jahr 2040 noch ein eigenes Auto besitzen werden?“ antworteten hierzulande 88 Prozent der Autobesitzer mit „Ja“.
Nur in Österreich ist die Abhängigkeit vom Auto mit 92 Prozent noch höher. Die Niederlande liegen gleichauf mit Deutschland. Es folgen die Schweiz und Frankreich mit jeweils 83 Prozent. Danach fällt der Wert deutlich ab. In Spanien wollen 68 Prozent nicht auf ihr Auto verzichten. Schlusslichter sind Schweden mit 52 Prozent und Italien mit 41 Prozent.
Die Deutschen hängen am Auto: Das Vertrauen in den ÖPNV ist gering
Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass sich vor allem Menschen in Großstädten und Ballungszentren vorstellen können, auf das eigene Auto zu verzichten. Dort ist aber auch der öffentliche Nahverkehr besser ausgebaut und es stehen alternative Mobilitätsformen wie Carsharing zur Verfügung.
Dies ist einer der Gründe für den Spitzenplatz Deutschlands. Laut Horváth ist der Urbanisierungsgrad in Deutschland, aber auch in Österreich, im europäischen Vergleich geringer. Entsprechend gering ist auch das Vertrauen in Mobilitätsformen abseits des eigenen Autos. So gehen die Befragten in Deutschland davon aus, dass der ÖPNV bis 2040 nur 16 Prozent und alternative Mobilitätskonzepte nur sechs Prozent der genutzten Mobilitätsformen ausmachen werden. In Österreich wird dem ÖPNV bis 2040 sogar nur ein Mobilitätsanteil von 13 Prozent und Sharing-Konzepten von fünf Prozent zugetraut.
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Die Deutschen hängen am Auto: Eigener Pkw bedeutet persönliche Freiheit
Beim Schlusslicht Italien hingegen gehen die Befragten davon aus, dass der öffentliche Personennahverkehr bis 2040 mehr als ein Viertel der genutzten Mobilitätsformen ausmachen wird. Der Anteil alternativer Mobilitätslösungen wie Carsharing wird zukünftig auf 13 Prozent geschätzt.
„Die Bereitschaft zur Aufgabe des eigenen Fahrzeugs und zur ausschließlichen Nutzung alternativer Mobilitätsformen wie Carsharing oder öffentliche Verkehrsmittel ist in Europa noch gering“, fasst Horváth-Mobilitätsexperte Georg Mrusek zusammen. „Ein eigenes Auto ist für viele Menschen nach wie vor mit persönlicher Freiheit verbunden, weshalb für viele Kunden eine Zukunft ohne individuelle Mobilität nicht vorstellbar ist.“
Eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey kommt allerdings zu einem anderen Ergebnis. Im Mittelpunkt steht jedoch die Generation Z. Für sie spielt das Auto nur noch eine untergeordnete Rolle.
Über die Studie
Für die Horváth-Befragung zur Zukunft der Mobilität in Europa wurden Ende des dritten Quartals 2023 europaweit mehr als 2.000 Fahrzeughalter befragt.