Der SC Riessersee gewinnt ein umkämpftes Spiel gegen Lindau und trifft am Freitag auf die Tölzer Löwen. Trainer Hunor Marton mit einer Kampfansage: „Wir spielen für unseren Stolz und unsere Stadt.“
Pünktlich zur ersten heißen Phase der neuen Oberligasaison zeigen sich die Eishockeyspieler des SC Riessersee von ihrer besten Seite. Zwar war beim 4:3-Sieg nach Penaltyschießen in Lindau nicht alles perfekt, doch die Weiß-Blauen gaben nie auf, kämpften sich zurück in die Begegnung und feierten einen wichtigen Erfolg. Fähigkeiten, die ihnen vor allem am heutigen Freitag zugutekommen werden: Es geht im Olympia-Eissportzentrum gegen die Tölzer Löwen (20 Uhr).
Ein Derby, das für Trainer Hunor Marton eine Premiere werden wird. „Seit ich hier bin, erzählt mir jeder immer von diesen Partien. Das ist etwas ganz Besonderes: Du spielst für deinen Stolz und deine Stadt.“ Wie wichtig ihm Einsatz und Wille sind, zeigte sich auch in Lindau. Der SCR gewann ein Bully im gegnerischen Drittel, doch die Scheibe sprang in Richtung des eigenen Kastens. Ein Fall für Andreas Mechel, der aus dem Kasten eilte und den Puck zu seinem Mitspieler schieben wollte. Nur ahnte gerade das Lindaus Jari Neugebauer, der dazwischen sprintete und die Scheibe ins verwaiste Gehäuse einschob. Die kalte Dusche nach 180 Sekunden, trotz guten Beginns. Und es hätte eine noch schwierigere Aufgabe werden können. Der SCR gab gleich zwei Penaltys her. Den ersten vereitelte Mechel noch, doch beim zweiten war er dann machtlos. „Zwei Penaltys in einem Drittel, das ist Wahnsinn“, echauffiert sich Marton. „Lindau musste für beide überhaupt nicht arbeiten.“ Zwischen den beiden Fouls hatte Tobias Kircher für den Ausgleich gesorgt.
Hunor Marton über das Derby: „Es nicht um Taktik, Form oder Aufstellung. Es geht darum, welches Team den Sieg mehr will“
In Abschnitt zwei sprach dann zunächst alles für die Heimmannschaft, die in doppelter Überzahl auf 3:1 erhöhte. Doch die Werdenfelser wehrten sich und kamen durch Lubor Dibelka zum Anschlusstreffer. „Wir waren emotional. Das ist die Energie, die wir brauchen“, betont Marton. Und das Team belohnte sich diesmal für den Aufwand. Marc Zajic donnerte die Scheibe nach schönem Solo von TJ Fergus ins obere Eck. Das 3:3 kurz vor Schluss. Und der SCR war fortan kaum zu bremsen. Möglichkeit um Möglichkeit erspielten sich die Gäste, hätten bereits in der Verlängerung die Partie entscheiden müssen. Wobei man zwangsläufig beim größten Verbesserungspunkt landet: der Chancenverwertung. „Es ist wie immer“, betont Marton. „Unsere Chancen gehen einfach nicht rein.“ Sorgen macht er sich deshalb jedoch keine, viel schlimmer wäre es, „wenn wir keine Möglichkeiten kreieren würden“. Ein Problem, mit dem der SCR offenbar nicht alleine zu kämpfen hat. Auch die Tölzer Löwen scheiterten bei der 3:5-Niederlage gegen Bayreuth immer wieder am Torwart. Trainer Axel Kammerer fordert daher vor dem Derby „wieder mehr Effizienz im Abschluss“. Die Qualität der Riesserseer schätzt der Coach als besser ein, als es der Tabellenplatz vermuten lässt. „Sie stellen sich gerne schlechter dar, als sie sind.“
Bei den Werdenfelsern hofft Marton nun auf mehr Spielglück vor dem gegnerischen Gehäuse, am besten schon gegen Tölz. „Die Partie am Mittwoch hat uns Selbstvertrauen gegeben, jetzt müssen meine Spieler bereit sein, notfalls durch Wände hindurchzulaufen.“ Im Tor vertraut er dabei erneut Mechel. Der 32-Jährige ließ sich von seinem Lapsus nicht beirren und hielt im Penaltyschießen alle drei Versuche. „Er ist eine starke Persönlichkeit und hat das Team nicht im Stich gelassen“, erklärt Marton seine Entscheidung. Auf einen gerade erst verpflichteten Spieler muss er hingegen verzichten. Max Merkl hat sich gegen Bayreuth eine Oberkörperverletzung zugezogen und fällt einige Wochen aus. Der Erfolg ist für den SCR-Coach an diesem Freitag jedoch eh nicht vom Personal abhängig. „Heute geht es nicht um Taktik, Form oder Aufstellung. Es geht darum, welches Team den Sieg mehr will.“