Vorderlader-WM: Landsberger Trio sahnt kräftig ab

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Medaillensammler vom Lech: Andreas Wimmer, Matthias Plöscher und Markus Wörnle von der FSG Landsberg sahnten bei der Vorderlader-WM in Italien kräftig ab. ©  Erichsen/FSG LL

Das italienische Valeggio sul Mincio wird den drei Schützen Matthias Plöscher, Andreas Wimmer und Markus Wörnle der Königlich privilegierten Feuerschützengesellschaft (FSG) Landsberg sicherlich in bester Erinnerung bleiben. Dort fand dieses Jahr die Weltmeisterschaft der Vorderladerschützen statt, welche bereits zum 30. Mal ausgetragen wurde. Reich bepackt mit WM-Medaillen kehrten die drei Vorderladerschützen in die Lechstadt zurück.

Landsberg - Besonders erfolgreich liefen die Disziplinen mit dem Vorderladerrevolver. Eingesetzt werden hierbei entweder historische Originale aus der Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs, diese sind also rund 160 Jahre alt, oder exakt nach einem historischen Vorbild neu gefertigte Waffen, sogenannte Replikas. Gewertet werden Originale und Replikas in getrennten Wertungen wodurch die Chancengleichheit gewahrt bleibt.

Andreas Wimmer gelang hier auf die anspruchsvolle Entfernung von 50 Meter ein Topergebnis von 82 Ringen mit dem Originalrevolver womit er sich die erste Goldmedaille sicherte. Auf der kürzeren Entfernung von 25 Metern gelangen ihm ebenfalls passable 93 Ringe, die sich als wertvoll für die Kombinationswertung über beide Entfernungen erwiesen, hier reichte es ebenfalls für den 1. Platz und damit das zweite WM-Gold.

Matthias Plöscher konnte mit dem Perkussionsrevolver ebenso über Gold strahlen; er erreichte in der Replikawertung nicht nur den 1. Platz mit einem Topergebnis von 89 Ringen über 50 Meter, sondern auch über die kürzere Distanz (25 Meter). 98 Ringe waren nicht nur der Sieg, sondern auch die Titelverteidigung, denn Plöscher konnte in dieser Disziplin bereits bei der Weltmeisterschaft 2022 im schwäbischen Pforzheim den Titel gewinnen.

Als Krönung gab es damit natürlich auch die Goldmedaille für die Kombinationswertung über beide Entfernungen, wobei Plöscher mit 187 Ringen sogar eine neue Weltbestmarke erreicht hat. „Zu wissen, dass man nicht nur den Weltmeistertitel gewonnen hat, sondern einen neuen Weltrekord aufgestellt hat, ist die Erfüllung eines großen Traums“, meinte er überglücklich.

Neben den Einzelerfolgen war auch die Mannschaftswertung sehr erfolgreich für Deutschland und die Landsberger Schützen. Über 50 Meter gewann Matthias Plöscher, Markus Wörnle und ein weiterer Schütze der Nationalmannschaft die Goldmedaille mit ebenfalls einer neuen Bestmarke. 244 Ringe steigerten den bisherigen Weltrekord um sage und schreibe acht Ringe. Außerdem gewannen Andreas Wimmer und Matthias Plöscher Mannschafts-Silber mit dem Originalrevolver auf 25 Meter.

Nicht nur mit dem Revolver, auch mit der Perkussions­pistole gewannen die drei FSG-Schwarzpulverschützen Edelmetall. So konnte Matthias Plöscher mit einer Originalpistole aus der Schweiz, gebaut um das Jahr 1860, ganz knapp die Goldmedaille holen. Hier war er ringgleich (95) mit dem Zweitplazierten, weshalb der kleinere Streukreis der Schüsse die Entscheidung brachte. 38 Millimeter waren es für Plöscher, 40 für seinen Verfolger. „Egal wieviel man trainiert und wie gut man schießt, am Ende braucht man immer auch ein bisschen Glück, um zu gewinnen“, meinte Plöscher mit einem Augenzwinkern.

Ein Topergebnis erreichte auch Markus Wörnle mit der Perkussionspistole, hier über 50 Meter mit einer Replika. Diese Disziplin wurde als landestypische Sonderdisziplin in Italien zusätzlich zum regulären Programm geschossen und Wörnle gewann mit überlegenen 94 Ringen.

Nicht nur mit Kurzwaffen, auch mit Vorderladergewehren können die Landsberger Schützen umgehen. Das bewies Andreas Wimmer. Er ist hier der beste Universalschütze und er holte sich weiteres WM-Gold mit dem Dienstgewehr auf die Entfernung von 50 Meter und starken 97 Ringen.

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