Warnung vor Bargeld-Aus: Was Sie jetzt wissen müssen

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In deutschen Innenstädten und Supermärkten stoßen Kunden immer häufiger auf Schilder mit der Aufschrift „No Cash“. Der Verbraucherzentrale Bundesverband schlägt nun Alarm.

Berlin – Während Bargeld in Deutschland lange als „geheiligtes“ Zahlungsmittel galt, wandelt sich das Bild zu Beginn des Jahres 2026 drastisch. Laut einer aktuellen Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gaben rund 30 Prozent der Befragten an, in den letzten sechs Monaten mindestens einmal in einer Situation gewesen zu sein, in der sie nicht bar bezahlen konnten. Die sinkende Akzeptanz von Münzen und Scheinen bedroht die finanzielle Teilhabe und den Datenschutz, warnt der Verbraucherzentrale Bundesverband.

Euroscheine und -münzen
Die abnehmende Akzeptanz von Bargeld alarmiert die Verbraucherschützer (Symbolbild) © Wolfilser/IMAGO

Die Bargeld-Barrieren im Alltag – SB-Kassen und digitale Dienste

Besonders im Fokus der Kritik stehen die zunehmenden Selbstbedienungskassen (SB-Kassen) in Supermärkten und Drogerien. Viele dieser Terminals sind rein auf digitale Zahlungen ausgelegt. Die Verbraucherschützer fordern daher eine verbindliche Bargeld-Quote für SB-Kassen, um sicherzustellen, dass Kunden nicht zum Karten- oder Smartphone-Einsatz gezwungen werden. Doch nicht nur der Einzelhandel ist betroffen, auch immer mehr Behörden und kommunale Einrichtungen stellen auf rein unbare Verfahren um. Ferner breiten sich in Großstädten Cafés und Restaurants aus, die Bargeld aus Hygienegründen oder zur Kostenersparnis komplett ablehnen. Auch die Deutsche Rentenversicherung hat seit Dezember 2025 die Barauszahlung von Renten eingestellt, was insbesondere ältere Menschen ohne Bankkonto vor Hürden stellt.

Verbraucherzentralen warnen vor Freiheitsverlust ohne Bargeld

Für die Verbraucherzentralen ist Bargeld weit mehr als nur ein nostalgisches Relikt, denn es erfüllt verschiedene kritische Funktionen. Bargeld bietet maximale Anonymität und Datenschutz. Nur Bargeld ermöglicht Zahlungen, ohne dass Banken oder Tech-Konzerne Daten über das Konsumverhalten sammeln. Außerdem werden Kinder, Jugendliche und Menschen ohne Zugang zu digitaler Infrastruktur durch ein „Cashless-Modell“ systematisch ausgeschlossen. Ferner bleibt Bargeld bei IT-Ausfällen oder Cyberangriffen das einzig verlässliche Resilienz-Instrument einer Volkswirtschaft, so die Argumentation der Verbraucherschützer.

Bargeldzahlungen dürfen eingeschränkt werden

Obwohl Bargeld ein gesetzliches Zahlungsmittel ist, dürfen Händler die Annahme unter bestimmten Bedingungen einschränken, sofern sie vorab (etwa durch Hinweisschilder) darauf aufmerksam machen. Zudem greifen 2026 weitere regulatorische Daumenschrauben. Zur Bekämpfung von Geldwäsche bereitet die EU die Einführung einer Obergrenze von 10.000 Euro für Barzahlungen vor, die ab 2027 vollständig greifen soll. Ferner ist auch der digitale Euro auf dem Vormarsch. Während die EZB betont, dass der digitale Euro das Bargeld nur ergänzen und nicht ersetzen soll, befürchten Kritiker eine weitere Verdrängung der physischen Währung.

Deshalb muss nach Ansicht der Verbraucherschützer der Gesetzgeber eingreifen, um zu gewährleisten, dass Bargeld auch weiterhin eine reale Option bleibt. Gefordert wird eine Annahmepflicht im Grundversorgungsbereich, damit der Wocheneinkauf oder der Behördengang nicht von einer funktionierenden Kreditkarte abhängen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband bringt auch als Mitglied im Nationalen Bargeldforum der Bundesbank die Perspektive der Verbraucher zu Fragen rund um das Bargeld ein. (Quellen: InFranken, Verbraucherzentrale Bundesverband, Lebensmittelpraxis, Spiegel) (sts)

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/wirtschaft/sinkende-akzeptanz-von-bargeld-verbraucherschuetzer-warnen-zr-94117787.html