Daniel Weber löst Geduldsspiel und lässt FC Ismaning jubeln

Mit einem spätem Kopfballtor knackt der FC Ismaning doch noch das Bollwerk des SV Kirchanschöring.

Wochenlang war eigentlich klar, dass Bayernliga-Spiele mit der Beteiligung des FC Ismaning wie ein Automatismus unentschieden enden. Das war einmal, denn jetzt zerlegen die Blau-Weißen die Abwehrbollwerke der Liga. Nach dem überraschenden 3:1 gegen Erlbach gab es nun einen so nicht erwarteten 1:0 (0:0)-Erfolg gegen den zweitplatzierten SV Kirchanschöring. Das Tor fiel spät, aber der Sieg war verdient.

Frühe Rote Karte sorgt für Bruch

Die Ismaninger starteten gut in das Spiel, beschäftigten den Gegner und hatten auch schon erste Szenen, um in Führung zu gehen. Das Tor fiel nicht, aber dafür Daniel Weber in der 21. Minute. Ismanings Verteidiger wurde mit gestrecktem Bein auf Kniehöhe richtig böse abgeräumt, und Nick Schreiber hatte bei der Roten Karte (21.) gegenüber dem Schiedsrichter keine wirklichen Argumente. Die Fans freuten sich darauf, dass gut gestartete Ismaninger nun in Überzahl noch mehr anschieben konnten.

Tatsächlich sorgte aber der Platzverweis für einen Bruch im Spiel. Kirchanschöring konzentrierte sich auf ein Bollwerk vor dem eigenen Tor., prügelte die Bälle weit nach vorne mit den besten Wünschen für einen Konterstürmer. Diese Taktik bekamen die Hausherren ziemlich gut in den Griff. Über die gesamten 90 Minuten hatte Kirchanschöring nicht keine so richtige Chance mit Extremgefahr.

Auf der anderen Seite passierte aber auch nicht so wirklich viel. Trainer Jacky Muriqi kritisierte, dass sein FCI zu viel mit dem Ball am Fuß lief und als Ergebnis doch keine Lücken fand. Es war nicht wirklich zu sehen, dass seine Mannschaft einen Mann mehr auf dem Feld hat. Kirchanschöring zeigte auch, warum man defensiv zu den besten Mannschaften der Liga gehört.

Und dann war da noch Daniel Weber, Kapitän und Abwehrchef des FC Ismaning. Bei dem Rot-Foul in Minute 21 hatte man schwere Befürchtungen, Weber auswechseln zu müssen. Der Führungsspieler, der sich in dieser Saison sehr gesteigert hat, konnte weitermachen und ging in der 83. Minute mit nach vorne bei einem Eckball. Und den erwischte er perfekt mit Kopf – Klingelingeling, Ismaning! Eine Standardsituation half bei dem Geduldsspiel, das kurz vor dem torlosen Ende stand. Nach dem erlösenden Tor hätte man noch nachlegen können. Der Gast musste aufmachen, sodass Ismaning Topchancen auf einen zweiten oder dritten Treffer bekam.

„Ich hätte auch nicht gedacht, dass wir Erlbach und Kirchanschöring schlagen“, sagte Jacky Muriqi später. Seine Mannschaft hat nun drei Siege auf dem Konto und von den jüngsten sieben Spielen nur eines verloren. Der FC Ismaning hat es gegen die defensiv besten Mannschaften der Liga geschafft, sich wieder voll in das Mittelfeld der Liga hinein zu arbeiten.

FC Ismaning – SV Kirchanschöring 1:0 (0:0).
FCI: Retzer – Liuzza, Weber, Maxhuni, Wild – Streibl (46. Vourtsis), P. Kuhn (83. Basaran), Kübler (62. Shcherbyna), Thies (69. Bashota), Kozica (62. Ouro-Akpo Adjai) – Cazorla.
Tor: 1:0 Weber (83.).
Rot: Schreiber (21., grobes Foulspiel).
Schiedsrichter: Nicolas Dolderer (Bernried).
Zuschauer: 160.