Messerdrohung und blutige Schlägerei überschatten Krampustreiben

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Der Krampuslauf war beeindruckend und freute die Besucher – die Delikte drumherum hingegen weniger. © Privat

Beim traditionellen Krampustreiben in Seefeld in Tirol eskalierte die Stimmung mehrfach. Die Polizei musste wegen Gewalt, einer Messerdrohung sowie einer Chaosfahrt ausrücken.

Beim traditionellen Krampustreiben in Seefeld ist die Stimmung am Wochenende mehrfach gekippt: Nach ausgelassener Feierlaune musste die Polizei innerhalb weniger Stunden zu einer blutigen Auseinandersetzung, einem Alkoholdelikt im Straßenverkehr sowie zu einer gemeldeten Messer-Drohung ausrücken.

Wenige Stunden nach Beginn des Umzugs geriet zunächst eine verbale Auseinandersetzung im Partyzelt außer Kontrolle: Ein 23-Jähriger schlug einem 26-Jährigen, beide aus Österreich, ins Gesicht und verletzte ihn schwer oberhalb des rechten Auges. Der Rettungsdienst brachte den Mann zur Behandlung in die Innsbrucker Klinik.

Bedrohung mit einem Messer? Polizei rückt an

Der heikelste Zwischenfall ereignete sich nach Polizeiangaben am Samstag bereits gegen 22 Uhr. Sicherheitskräfte und Augenzeugen machten eine Streife im Partyzelt auf eine Auseinandersetzung aufmerksam, bei der ein Messer im Spiel gewesen sein soll. Ein 18-jähriger Österreicher gab an, im Zuge eines Streits bedroht worden zu sein. Der Tatverdacht richtete sich schließlich gegen zwei Jugendliche – einen 17-jährigen kroatischen und einen 17-jährigen türkischen Staatsbürger. Bei beiden Beschuldigten wurde kein Messer mehr gefunden. Was genau im Zelt geschah und ob es tatsächlich zu einer Messerbedrohung kam, ist nun Gegenstand der Ermittlungen.

Gegen 1.20 Uhr geriet ein Pkw ohne Kennzeichen auf der Andreas-Hofer-Straße ins Visier der Polizei: Der österreichische Fahrer, der weder über eine Zulassung noch über eine gültige Fahrerlaubnis verfügte, setzte mit hoher Geschwindigkeit rückwärts an, kollidierte mit einem anderen Fahrzeug, prallte gegen eine Gehsteigkante und kam in einem schneebedeckten Feld zum Stillstand. Laut der Landespolizeidirektion Tirol war er stark alkoholisiert. Die Beamten erstatteten umgehend Anzeige.

Zahlreiche Isartaler unter den Gästen

Dabei waren am Wochenende unzählige Isartaler und weitere Landkreisbürger in den Tiroler Nachbarort gepilgert. Seefeld verwandelte sich rund um den Nikolaustag an zwei Abenden in eine Bühne für düster-schaurige Tradition mit beeindruckenden Masken – doch die Zwischenfälle überschatteten das diesjährige Spektakel. Das Krampustreiben, mit großem Engagement von den Seefelder Tuifl in Kooperation mit dem regionalen Tourismusverband organisiert, zählt zu den größten und eindrucksvollsten Veranstaltungen dieser Art in Tirol. Über 30 Brauchtumsgruppen waren heuer aus ganz Österreich, Südtirol und der Schweiz angereist, um in der Seefelder Fußgängerzone ihr Unwesen zu treiben.

Schon am frühen Samstagabend hatte das Spektakel begonnen: Mit dem Einzug der Krampusse und ihren traditionell geschnitzten Holzmasken erreichte die Spannung ihren Höhepunkt. Vor allem Kinder und Jugendliche verharrten gebannt, oft versteckt hinter ihren Eltern oder Begleitpersonen, wenn die ersten finsteren Gestalten aus ihren Verstecken traten. So endete ein traditionsreiches Brauchtumsevent nicht nur mit Gänsehaut und faszinierten Zuschauern, sondern auch mit mehreren Polizei- und Rettungseinsätzen.