Vor der Küste des türkischen Badeorts Mersin wurden Haie gesichtet. Mehrere Exemplare waren Fischern ins Netz gegangen, die Bevölkerung war beunruhigt.
Mersin – In der Millionenstadt Mersin an der Mittelmeerküste der Türkei entdeckten Fischer Mitte Juni mehrere Haie in ihren Netzen. Von etwa acht Exemplaren war in den sozialen Medien die Rede. Die Bevölkerung war offenbar so besorgt, dass die lokale Regierung von Mersin eine schriftliche Stellungnahme veröffentlichte.
Haie an türkischer Mittelmeerküste gesichtet: Experten geben Entwarnung für Badegäste
Nach Angaben des Gouverneursbüros von Mersin gehören die gesichteten Haie zu Arten, die für Menschen nicht gefährlich sind. Zudem hätten die Fischer etwa zwölf Seemeilen von der Küste entfernt in Tiefen zwischen 250 und 400 Metern gefischt, so die Erklärung weiter. Dies zeige, dass diese Arten in offenen und tiefen Gewässern leben – und für Badegäste an der Küste offenbar keine Gefahr darstellen.
Die Erklärung bezog sich zudem auf Experten der Fakultät für Fischereiwissenschaften der Universität Mersin, die bestätigten, dass im Mittelmeer und in der Ägäis beobachtete Haie überwiegend scheu seien und kein aggressives Verhalten gegenüber Menschen zeigten. Die Tiere würden zu „Arten wie dem Schleuderhai, dem Riesenhai und dem Sechsschlitzhai“ gehören, so die Erklärung weiter.
100 Millionen Haie sterben jährlich: Mensch bedroht die Meeresräuber massiv
Haiangriffe auf Menschen sind äußerst selten. Im Jahr 2024 gab es laut der ISAF-Datenbank (International Shark Attack File) weltweit 47 unprovozierte Haibisse, der Großteil davon in den USA und Australien. Zum Vergleich: Pro Jahr sterben etwa 150 Menschen durch herabfallende Kokosnüsse. Der letzte dokumentierte tödliche Haiangriff im europäischen Teil des Mittelmeers liegt der Datenbank zufolge weit zurück: Im Jahr 1989 starb ein Speerfischer vor der Küste Italiens. Unlängst starb ein Mensch im israelischen Mittelmeer nach einem Haiangriff.
Menschen sind für Haie aber deutlich gefährlicher als umgekehrt. Die Tiere schwimmen seit 400 Millionen Jahren durch die Weltmeere, doch durch Überfischung und den Klimawandel ist ihre Existenz immer mehr bedroht. „Über 70 Haiarten stehen bereits auf der internationalen Roten Liste der IUCN. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen sterben jährlich etwa 100 Millionen Haie direkt und auch indirekt durch die Fischerei“, betont die Organisation Greenpeace in einer Erklärung. Die Naturschützer schlagen daher Meeresschutzgebiete vor – auch im Mittelmeer.