Die Musikanten aus Rottenbuch und Hohenfurch erleben in New York ein unvergessliches Abenteuer bei der traditionsreichen Steuben-Parade.
„Times Square“, „Fifth Avenue“ und „Central Park“: Alle diese Sehenswürdigkeiten kannte Johannes Erhard, Major des Rottenbucher Trommlerzugs, bisher nur aus Filmen. Nun ist er mit seinen Vereinskollegen selbst dort gewesen.
Die Idee, sich für eine Teilnahme an der prestigeträchtigen Parade im „Big Apple“ zu bewerben, entstand auf einem der Treffen mit den Musikanten aus Steinach im Landkreis Bad Kissingen, mit denen sich die Rottenbucher bei einem Oktoberfestbesuch vor drei Jahren angefreundet hatten (wir berichteten). Und sie bekamen den Zuschlag. Unterstützt wurden die Rottenbucher von Musikanten der Hohenfurcher Blaskapelle.
Zwei Wochen nach dem Auftritt sind die Teilnehmer noch immer überwältigt von den Eindrücken. „Für mich war die ganze Stadt ein einziges Highlight“, schwärmt Erhard. „Die Skyline, die vielen Menschen, die Stimmung, einfach gigantisch.“ Bürgermeister Markus Bader und Pfarrer Fegg heben neben den weltberühmten Denkmälern besonders den feierlichen Gottesdienst in der Kathedrale von St. Patrick hervor.
Die „Steuben-Parade“, an der mehr als 100 Gruppen teilnahmen, führte entlang der „Fifth Avenue“ durch das berühmte Museumsviertel. „Gewöhnungsbedürftig für uns war, dass der Zug alle zwei Kilometer stoppte, weil die einzelnen Gruppen vorgestellt wurden“, erklärt Erhard. „Trotzdem werde ich dieses Erlebnis nie vergessen.“
Unter den Zuschauern seien auch viele Deutsch lernende Schüler, alte Veteranen und Amerikaner mit deutschen Vorfahren gewesen. Überhaupt treffe man auf den Straßen New Yorks so viele „schräge Vögel“, dass man auch abseits der Parade in Tracht gar nicht mehr auffalle. Am öftesten wurden die Rottenbucher auf das Oktoberfest angesprochen. Aufgrund ihrer grünen Hüte und Joppen wurden sie von manchen aber auch für Iren gehalten.
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Übrigens: Als sich die Rottenbucher nach dem Zug am einzigen Bierausschank der Parade einen Schluck genehmigten, dachten sie sich nichts dabei. Erst ein paar Stunden später erfuhren sie, dass der Alkoholgenuss in der Öffentlichkeit in New York streng verboten ist. Ihr Glück: Der Mann, der den illegalen Bierausschank betrieb, bekleidet ein hohes Amt bei der örtlichen Polizei.
Einen wahren Kulturschock habe man auch bei den Preisen erlebt, so Bader: „Wir haben dann immer gescherzt, denn es kann ja nicht überall so günstig wie am Oktoberfest sein!“ Auch nicht gerade angetan sei man vom vielen Plastik-Müll gewesen: „Selbst beim Frühstück im Hotel wurde alles in Bechern serviert. Nicht gerade nachhaltig.“
Dennoch wolle man dieses einzigartige Erlebnis nicht missen – auch wenn viele Trommler froh sein dürften, wieder im eigenen Bett zu schlafen. Denn die meisten von ihnen mussten zu zweit mit 1,40 Metern Schlaffläche auskommen – selbst für langjährige Ehepaare eine Belastungsprobe. „Aber viel geschlafen haben wir ohnehin nicht“, ergänzt Erhard mit einem vielsagenden Augenzwinkern.