Der Reis-Trick: Wie eine Schüssel auf der Fensterbank ein häufiges Haushaltsproblem löst

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Eine Schüssel Reis auf der Fensterbank löst ein häufiges Winterproblem in vielen Haushalten. Dahinter steckt ein einfaches wissenschaftliches Prinzip.

München – Wenn die kalte Jahreszeit beginnt und die Fenster beschlagen, greifen einige Haushalte zu einem simplen, aber wirkungsvollen Hausmittel: einer Schüssel ungekochten Reis auf der Fensterbank. Was zunächst kurios klingt, basiert auf einem wissenschaftlich nachvollziehbaren Prinzip und kann tatsächlich dabei helfen, eines der häufigsten Winterprobleme in deutschen Haushalten zu bekämpfen.

Gängiges Haushaltsproblem mit Reis erfolgreich bekämpfen.
Bereits eine kleine Schale Reis kann ein häufiges Problem im Haushalt bekämpfen. © IMAGO

Beschlagene Fenster sind mehr als nur ein optisches Ärgernis. Wenn warme, feuchte Raumluft auf kalte Fensterscheiben trifft, kondensiert die Feuchtigkeit und sammelt sich als Wassertropfen an den Scheiben. Dieses Kondenswasser schafft ideale Bedingungen für Schimmelbildung, die nicht nur unschön aussieht, sondern auch gesundheitliche Risiken birgt und zu kostspieligen Bauschäden führen kann. Die optimale Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen sollte zwischen 40 und 60 Prozent liegen, doch gerade im Winter steigt sie durch Heizen und schlechte Belüftung oft deutlich darüber.

Reis kann Feuchtigkeit binden – Körner ziehen Wasser aus der Luft

Reis besitzt hygroskopische Eigenschaften, das bedeutet, er kann Feuchtigkeit aus der Luft anziehen und binden, wie das Portal Rice Knowledge Bank berichtet. Der Lifehack funktioniert denkbar einfach: Eine offene Schüssel oder ein atmungsaktiver Beutel mit 100–150 Gramm trockenem, ungekochtem Reis wird direkt auf die Fensterbank gestellt, möglichst nah an der Stelle, wo sich das meiste Kondenswasser bildet. Tests haben gezeigt, dass Reis tatsächlich messbar Feuchtigkeit aufnimmt und die Trocknungszeit beschlagener Scheiben verkürzen kann. Allerdings ist der Effekt räumlich begrenzt und beeinflusst die allgemeine Luftfeuchtigkeit des Raumes kaum.

Obwohl der Reis-Trick funktioniert, sollte man realistische Erwartungen haben. Er eignet sich als kurzfristige Hilfe und günstige Ergänzung, ersetzt aber keine grundlegende Lösung für Feuchtigkeitsprobleme. Der Reis sättigt sich schnell mit Feuchtigkeit – sobald die Körner weich werden, haben sie ihre Aufgabe erfüllt und müssen ausgetauscht oder getrocknet werden.

Für nachhaltige Ergebnisse sind regelmäßiges Stoßlüften, gleichmäßiges Heizen und funktionierende Abluftsysteme unerlässlich. Elektrische Luftentfeuchter oder chemische Granulate wie Calciumchlorid nehmen deutlich mehr Wasser auf als Reis. Als Alternative zum Reis können auch Salz oder sogar Katzenstreu verwendet werden, die ebenfalls Feuchtigkeit binden. Quellen: Rice Knowledge Bank, eigene Recherche (bk)

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