Rotstift wütet in Raumplanung

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Die Spedition Fürmetz möchte laut Gemeinderat Anton Rosenberger erweitern. Deshalb war er gegen den Vorschlag von Ratskollegen Thomas Unterreitmaier, Solching III als Erweiterungsfläche des Gewerbegebietes aus dem Flächennutzungsplan herauszunehmen. © Birgit Lang

Gegen die zweite Änderung des Flächennutzungsplans hatten nicht nur die Träger öffentlicher Belange zahlreiche Einwände. Auch die Gemeinderäte waren nicht mit allem einverstanden.

„Ein Flächennutzungsplan schafft noch kein Baurecht“, stellte Ariane Obermaier vom Bauamt fest, aber dennoch bestand ein Teil der Gemeinderäte in der letzten Sitzung auf Änderungen an der zweiten Version. Dabei sollten eigentlich nur die Einwendungen aus der frühzeitigen Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung behandelt werden. Jetzt will man über ein ganzes Teilgebiet nochmal neu nachdenken: Nikolaus Kronseder und Anton Rosenberger jun. (beide CSU) zweifelten an der Sinnhaftigkeit und an der Lage eines geplanten Grünstreifens, der die beiden Ortsteile Angerskirchen und Babing voneinander trennen soll.

Das Landratsamt Erding, Fachbereich Bauen und Planungsrecht, wies in seiner Stellungnahme explizit darauf hin, dass mit der vorgelegten Flächennutzungsplanänderung die Ortsteile Angerskirchen und Babing miteinander verbunden würden, „die Eigenständigkeit im Orts- und Landschaftsbild wird aufgelöst“. Das könne städtebaulich nicht befürwortet werden. Die dargestellten Grünstreifen werden laut Landratsamt „bestenfalls als Ortsrandgrün eines Ortes oder Innengrün wahrgenommen“, nicht aber als „großzügige Grünzäsur“.

Grünstreifen kickt Angerskirchen raus

Kronseder und Rosenberger sehen das ganz anders. „Wo‘s brettleb‘n is, baut man einen Grünstreifen hin“, protestierte Rosenberger. Stattdessen würde man die Häuser nahe der Straße und eines Grabens planen, ergänzte Kronseder und forderte, das Gebiet nochmal „komplett neu“ zu überplanen. Luisa Becker-Nickels vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum setzte sich mit ihrer Argumentation nicht durch. Sie vertrat die Ansicht, dass beide Ortssteile „noch eine Gliederung“ behalten sollen und beschrieb eine Ortseingrünung von einem Baugebiet auf freier Fläche „wünschenswert“. Sie sei in der zweiten Änderung ohnehin verschmälert worden.

Die Gemeinde will in Angerskirchen rund 1,5 Hektar Wohnbaufläche und einen Hektar Mischbaufläche ausweisen. Die strittige Ortsrandeingrünung würde sich etwa auf einen Hektar erstrecken. Was die Wohnbebauung im Norden betraf, machte Gemeinderat Christoph Puschmann (CSU) darauf aufmerksam, dass man aus immissionsrechtlichen Gründen vom Gewerbegebiet abrücken müsse. Die Kritiker überzeugte das nicht. Becker-Nickels räumte ein, dass man „das Gebiet auch anders gliedern könnte“. Eben darüber will man jetzt in Taufkirchen nochmal nachdenken und klammerte Angerskirchen aus dem Billigungsbeschluss aus.

Gemeinderat Thomas Unterreitmaier (CSU) forderte, Solching West III aus dem Flächennutzungsplan herauszunehmen, um sich die „Möglichkeiten für eine Umfahrung offenzuhalten“. Becker-Nickls entgegnete, dass man diese als Dreiviertelspange bezeichnete B15-Fortführung bewusst herausgenommen habe –auch, weil es laut Bürgermeister Stefan Haberl „keine konkreten Planungen gibt, wo die B15 neu verlaufen soll“.

Platz für Fürmetz oder die B15?

Gemeinderat Bernd Friedrich (SPD) sprang Unterreitmaier bei: „Am Rande eines Gewerbegebiets lässt sich eine Umgehung viel leichter umsetzen“, sagte er. Stephan Bachmayer (Einigkeit Moosen) und Rosenberger widersprachen: „Es ist jetzt schade, dass der Anton Fürmetz nicht da ist, der plant nämlich eine Erweiterung seiner Gewerbeflächen in dem Gebiet“, erklärte Rosenberger und griff damit die Argumentation von Bachmayer auf. Die Mehrheit der Räte entschied, an der Darstellung im Flächennutzungsplan von Solching III als Erweiterung des Gewerbegebiets festzuhalten.

Dass vom Gebiet West-Vötting „Zweidrittel bis Dreiviertel“ jetzt doch wieder als landwirtschaftliche Fläche und nicht als potenzielles Wohnbaugebiet dargestellt werden, hält Gemeinderat Korbinian Empl (FW) „nach wie vor für falsch“. Die Planerin rechtfertigte das damit, dass „ansonsten mehr Flächen ausgewiesen werden als benötigt“. Empl hielt dagegen: „Wir müssen langfristig denken.“ Eine Planung für die nächsten 50 Jahre ist jedoch laut Becker-Nickels „schwer abbildbar.“

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