Spannende Betriebsbesichtigung: Rund 40 Mitglieder des CSU-Ortsverbands Oberding waren unter anderem mit Bundestagsabgeordnetem Andreas Lenz, Landrat Martin Bayerstorfer und Bürgermeister Bernhard Mücke zu Gast in der örtlichen Firma Berndt.
Oberding – Die Anfänge der Berndt Bio Energy liegen rund 180 Jahre zurück und begannen mit einer Abdeckerei, wie die Partei in einer Pressemitteilung informiert. Derzeit umfasst die Unternehmensgruppe rund 500 Mitarbeiter in verschiedenen Fachbereichen, unter anderem auch in einer hauseigenen Schlosserei und Lkw-Werkstatt. Das Unternehmen teilt sich in zwei Sparten: Recycling von tierischen Nebenprodukten, Speiseresten und Fettabscheiderinhalten sowie die Kremierung von Haustieren beziehungsweise Pferden. Die Entsorgung wird an den Standorten Oberding, St. Erasmus, Wünschendorf, Hirschaid, Kraftisried durchgeführt, Tierbestattungen in München, Salzburg, Wien und Oedheim. Zu Letzterem gehört auch das Pferdekrematorium Pegasus Tierbestattungen in Waldkraiburg.
Im Bereich der Entsorgung werden rund 260 000 Tonnen verarbeitet, in der Kremation rund 15 600 Stück pro Jahr. Der Fuhrpark mit rund 220 Lkw legt knapp 9,8 Millionen Kilometer zurück. Hierzu werden 2,6 Millionen Liter Diesel benötigt. Die Firma benötigt rund 4,5 Millionen Kilowattstunden Strom zur Verarbeitung.
Die Punkte „Entbürokratisierung“ und „erhöhte Energie- und Mautkosten“ wurden dann auch von Rainer Berndt und Konrad Meier bei der Vorstellung des Unternehmens thematisiert. Eine Belastung sei die CO2-Bepreisung als europäische Regelung. Zu diesem Thema forderte Lenz einen internen Prüfstand, da die Ziele des Klimaschutzes zu Lasten der Betriebe in Deutschland zu erreichen versucht würden. Lenz sieht hier eine sinkende internationale Wettbewerbsfähigkeit. Außerdem sei die Bürokratiebelastung immens hoch, vor allem durch EU-Einschränkungen.
Beim Thema Nachhaltigkeit kooperiert die Firma Berndt mit der Gemeinde. Die Nahwärme existiert seit 2010 und ist laut Mitteilung ein Erfolgsmodell in Oberding. Gemeinsam soll für die Zukunft nahe dem Standort der Firma ein Pufferspeicher errichtet werden, um den Primärenergiefaktor möglichst gering zu halten. Zur Geruchsneutralisierung setzt Berndt einen Biofilter aus Holz ein, der regelmäßig aufgefüllt und erneuert wird.
Lenz lobte das Unternehmen, es sei ein unternehmerisches Vorbild des Mittelstands im Landkreis – „in Zeiten, in denen immer mehr Mittelständler aufgrund hoher Energiekosten und steigender bürokratischer Hürden Investitionen im Ausland abwägen und sich unter anderem in ihrer Wirtschaftlichkeit und ihrem Wachstumspotenzial eingeschränkt sehen“.