Nie schön, fast immer nötig: Gebührenerhöhungen. Im nächsten Jahr werden die Indersdorfer mehr für ihr Abwasser bezahlen müssen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung erklärte Bürgermeister Franz Obesser die Hintergründe für das hohe Defizit, das sich in den vergangenen vier Jahren angehäuft hat.
Für die Indersdorfer wird das Abwasser ab dem neuen Jahr teurer. Die Indersdorfer Gemeinderäte haben die Erhöhungen für Schmutz- und Niederschlagswasser sowie die Fäkalschlammgebühr in ihrer jüngsten Sitzung am Mittwochabend beschlossen. Das letzte Mal hat die Gemeinde die Gebühren 2022 erhöht, nun ist dieser Kalkulationszeitraum abgelaufen.
Im Laufe der vergangenen vier Jahre erhöhte sich das Defizit, „da wir bei der Kalkulation von einem viel geringeren Strompreis ausgegangen sind“, erklärte Bürgermeister Franz Obesser in der Sitzung. Ende des Jahres wird das Defizit wohl bei zirka 1,68 Millionen Euro liegen. Dies gelte es nun, in der nächsten Periode, wieder auszugleichen. Obesser ordnete diese Entwicklung ein: „Jeder weiß, was uns super hart getroffen hat.“ Februar 2022. Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Stromkosten seien unvorhersehbar explodiert. Bitter vor allem, weil: Die Kläranlage und die Pumpwerk sind die größten Stromverbraucher des Marktes. Zudem seien auch die Lohnkostensteigerungen viel höher gewesen als erwartet. Kämmerer Philipp Blumenschein erklärte, dass es eben „in der Natur solcher Prognosen liegt, dass man auch mal daneben liegen kann“, das gelte es jetzt nun auszugleichen.
Trotzdem, und das ist Obesser wichtig, liegt Indersdorf mit seiner Erhöhung noch immer in der „Mitte, was die anderen Gemeinden betrifft“. Ohne Berücksichtigung des Defizits müssten die Gebühren für die Schmutz- und Niederschlagswasserbeseitigung um nur je zirka 10 Prozent erhöht werden, und dies trotz der millionenschweren Investitionen in die Kläranlage (wir berichteten mehrfach). Die Neukalkulation übernahm die externe Sachverständige Dagmar Suchowski.
Die neuen Gebühren
Die Schmutzwassergebühr beträgt künftig 3,88 Euro pro Kubikmeter statt bisher 2,91 Euro pro Kubikmeter. Die Niederschlagswassergebühr wird 0,73 Euro pro Quadratmeter überbauter und befestigter Fläche betragen, bisher waren es 0,54 €/m². Die Fäkalschlammgebühr macht ab dem kommenden Jahr 135,94 Euro pro Kubikmeter aus, statt bisher 100,55 Euro.