Aktuell verhandeln die USA und der Iran verhandeln erneut – Netanjahu will bei Trump sicherstellen, dass Israels Anliegen nicht außer Acht gelassen werden.
Washington, D.C. – Israel betrachtet das Atom- und Raketenprogramm des Iran als größte Bedrohung. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu möchte bei US-Präsident Donald Trump sicherstellen, dass die Anliegen Israels in den Iran-Verhandlungen der USA berücksichtigt werden.
Am heutigen Mittwoch (11. Februar) wird Netanjahu in Washington erwartet. Das Treffen, das mittlerweile siebte seit Trumps Amtsantritt, ist für 17.00 Uhr unserer Zeit geplant. Er möchte mit Trump über die laufenden Atomverhandlungen mit dem Iran sprechen. Netanjahu plant, laut seinem Büro, auf Einschränkungen für das iranische Raketenprogramm zu drängen. Dabei könnte auch Trumps Drohung eines US-Angriffs auf den Iran thematisiert werden, falls die Atomgespräche scheitern.
Netanjahu bei Trump: Die beiden Staatschefs gelten als enge Verbündete
Am Freitag führten die USA und der Iran im Oman indirekte Gespräche über das iranische Nuklearprogramm, die Trump als „sehr gut“ bezeichnete. Die beiden Politiker gelten als enge Verbündete.
Laut dem Wall Street Journal wird eine der Hauptbotschaften, die Netanjahu Trump übermitteln möchte, sein, dass Verhandlungen mit dem Iran wertlos seien. „Der Iran hat keine seiner Verpflichtungen erfüllt“, habe der israelische Energieminister Eli Cohen dem israelischen Armeeradio mitgeteilt.
US-Präsident Trump vor Iran-Gesprächen: Auch Netanjahu strebt ein Abkommen an
Trump erklärte hingegen dem US-Nachrichtenportal Axios, er glaube nicht, dass Netanjahu wegen der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran nervös sei. „Auch er will ein Abkommen. Er will ein gutes Abkommen“, sagte Trump.
Laut der israelischen Zeitung Jediot Achronot plant Netanjahu, mit Trump aktuelle Geheimdienstinformationen über Irans Raketenprogramm zu teilen. Zudem werde Netanjahu Trump warnen, dass Teheran Langstreckenraketen entwickele, die die Vereinigten Staaten erreichen könnten.
Ex-US-Botschafter warnt vor Zugeständnissen an das Mullah-Regime
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran folgen auf Massenproteste in der Islamischen Republik, die der staatliche Sicherheitsapparat brutal niederschlug. Trump hatte daraufhin mit einem militärischen Eingreifen gedroht und die US-Militärpräsenz in der Region, unter anderem mit dem Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“, verstärkt.
Im Juni 2025 führte Israel zwölf Tage Krieg gegen den Erzfeind und bombardierte zusammen mit den USA iranische Atomanlagen. Zudem hat Israel in den letzten zwei Jahren Irans Verbündete wie die islamistische Hamas im Gazastreifen oder die Hisbollah im Libanon militärisch stark geschwächt.
Netanjahu sei besorgt, dass Trump einem Abkommen zustimmen könnte, das den Iran „vom Haken“ lasse, zitierte das Wall Street Journal Israels früheren Botschafter in den USA, Michael Oren. „Dieser militärische Sieg könnte zunichtegemacht werden, wenn dem Iran eine Lockerung der Sanktionen gewährt wird und er wieder zu einer großen regionalen Bedrohung wird, bewaffnet mit ballistischen Raketen und Terror unterstützend“, sagte Oren.
Treffen von Trump und Netanjahu: Auch der Gaza-Friedensprozess steht auf der Agenda
Neben den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran wird Netanjahu beim Treffen mit Trump nach eigenen Angaben auch über die Situation im Gazastreifen sprechen. Die zweite Phase des Waffenruhe-Abkommens sieht unter anderem die Entwaffnung der islamistischen Terrororganisation Hamas vor. (Quellen: AFP, dpa) (frs)