Frühes Zeichen zu Ehren der Gefallenen: Kriegerdenkmal in Aying steht seit 125 Jahren

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Das Kriegerdenkmal in der Ayinger Ortsmitte bei der Enthüllung am 30. Juli 1899. © wjr

Heute vor 125 Jahren wurde das Kriegerdenkmal des Veteranen- und Kriegerverein Aying enthüllt. Es war eines der ersten in der Region.

Der Schlusssatz auf einer Tafel auf dem Ayinger Kriegerdenkmal sagt schon alles: „Enthüllt bei dem 115-jährigen Stiftungsfeste am 30. Juli 1899.“ Vor 125 Jahren wurde dieses Denkmal in der Ayinger Dorfmitte zum ehrenden Gedenken errichtet. Es ist ein sehr frühes Zeichen, da doch sonst viele Kriegerdenkmäler erst nach Beendigung des Ersten Weltkriegs aufgestellt worden sind.

Zur 100-Jahr-Feier noch großer Festakt

Für Aying ist dies nicht gar so besonders. Schließlich ist hier der sehr ehrwürdige, wenn nicht sogar Bayerns ältester Veteranen- und Kriegerverein zu Hause. Urkundlich zurückverfolgen lässt sich der Verein ins Jahr 1784. Dieser war es auch, der für das Kriegerdenkmal verantwortlich zeichnete – und dies bis heute noch tut. Laut Vereins-Vorsitzender Josef Bachmair laufen derzeit die Vorarbeiten für eine Renovierung des Denkmals. Deswegen gibt es auch Gespräche mit dem Denkmalschutz.

Vor 25 Jahren wurde die Enthüllung des Kriegerdenkmals vor 100 Jahren noch mit einem Festakt begangen; heuer gibt es um den 30. Juli, also heute, keinerlei Feierlichkeit.

Die Anregung zur Errichtung eines Denkmals kam aus den Reihen der Mitglieder, ist in den Annalen des Vereins nachzulesen. Für die in den zurückliegenden Feldzügen, 1866 beziehungsweise 1870/71, gefallenen oder in der Heimat verstorbenen Mitglieder solle ein Denkmal errichtet werden. Die Enthüllung fand am 30. Juli 1899 – manchmal wird auch der 31. Juli genannt, wobei das aber ein Montag war – unter Beteiligung von 22 Veteranenvereinen aus der Ayinger Umgebung statt.

Auch Namen aus Nachbargemeinden

Zu dieser Zeit gab es im Umland noch kaum Kriegervereine. Aus diesem Grund gibt das Ayinger Kriegerdenkmal auch beredtes Zeugnis von dem Einzugsgebiet des Vereins. So sind auch Namen aus Höhenkirchen, Siegertsbrunn, Egmating (Kreis Ebersberg), Holzkirchen (Kreis Miesbach) und aus dem Gebiet der Altgemeinde Helfendorf (damals Kreis Bad Aibling) nachzulesen. Die obeliskartige Stele hat im oberen Bereich ein Eisernes Kreuz mit einer Krone, der Initiale „W“ und der Jahreszahl „1870“. Das „W“ steht für den damaligen preußischen König und ersten deutschen Kaiser Wilhelm I.

Wegen einer Straßenerweiterung musste 1937 das Kriegerdenkmal zurückgesetzt werden. Bei dieser Gelegenheit wurde es um 80 Zentimeter erhöht. Damit war es möglich, auch die Namen der im Ersten Weltkrieg Gefallenen anzubringen. Später wurde das Denkmal um Gefallene und Vermisste aus dem Zweiten Weltkrieg ergänzt.

Weitere Namen der verstorbenen Mitglieder des Veteranen- und Kriegervereins sind in der Lambertuskapelle auf dem Ayinger Kirchenfriedhof nachzulesen. Diese werden bis auf den heutigen Tag nachgetragen.

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