Nachfolgersuche vergeblich: Gilchinger Geschäftshaus weicht Wohnhaus

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„Optische Aufwertung“: Aus dem ehemaligen Geschäftshaus an der Sonnenstraße in Gilching, in dem sich bis zu seiner Schließung das Schuhhaus Reno befand, wird ein Mehrfamilienhaus. © Gemeinde

Es ist nicht gelungen, für das Schuhhaus Reno an der Sonnenstraße in Gilching einen Nachfolger zu finden. Nun wird das Gebäude abgerissen. Stattdessen soll ein Wohnhaus entstehen. Der Bauausschuss war am Montag damit einverstanden.

Gilching - Nun ist es endgültig. Das Gebäude in der Sonnenstraße 36/38 in Gilching fällt der Abrissbirne zum Opfer. Wie berichtet, versuchte Eigentümer Manfred Herz intensiv, aber vergeblich, einen Nachfolger für das ehemalige Schuhhaus Reno zu finden. Der Bauausschuss segnete am Montag an der Stelle den Bau eines Wohngebäudes mit 18 Wohneinheiten ab.

Mit dem Abriss des historischen Gebäudes in der Sonnenstraße 36/38 verschwindet für viele Gilchinger aus der sogenannten Dornier-Siedlung ein Stück Heimat. War dort doch einst das Kaufhaus Herz ein zentraler Treffpunkt, an den sich viele ehemalige Kunden erinnern. Das Schuhhaus Reno als Nachfolger des Kaufhauses musste vor gut einem Jahr wegen Insolvenz schließen. Seither stehen die Geschäftsräume am S-Bahnhof Neugilching leer. Als Begründung für den Abriss erklärte Eigentümer Herz auf Anfrage: „Dieses eingeschossige Gebäude aus den 80er-Jahren passt nicht mehr in die vorhandene dichte Wohnbebauung. Und nachdem ich keinen Nachfolger für die Geschäftsräume gefunden habe, war es naheliegend, umzudenken und Wohnraum zu schaffen.“

Geplant ist nun ein Neubau, den er als „optische Aufwertung“ an der Sonnenstraße bezeichnet. Der Bauausschuss stimmte dem Vorhaben in der Sitzung am Montag einstimmig zu. Geplant ist auf dem rund 1400 Quadratmeter großen Grundstück ein modernes viergeschossiges Wohnhaus mit 18 Wohneinheiten auf insgesamt 1600 Quadratmetern Geschossfläche mit einem Pultdach. Die überbaute Fläche beträgt 402,60 Quadratmeter. Die Wandhöhen betragen 11,50 beziehungsweise 12,60 Meter. Das Gebäude füge sich in die Umgebung ein.

Bauamtsleiter: Vorhaben steht nichts entgegen

Wert legt Herz insbesondere auf die Architektur des neuen Gebäudes. Auf Anfrage erklärte er: „Wir haben uns für einen zeitgenössischen Charakter mit ausschließlich bodentiefen Fenstern und französischen Balkonen entschieden. Die Ausrichtung der Wohnungen erfolgt Richtung Westen. Die markante Straßenseite an der Sonnenstraße aber wird geprägt durch ein gläsernes Treppenhaus, Laubengänge und eine moderne Fassadengestaltung. Ein schöner Anblick auch für die täglich mehreren hundert Menschen, die vom S-Bahnhof Neugilching ankommen und dann auf die Sonnenstraße zugehen.“

Laut Bauamtsleiter Max Huber steht dem Vorhaben nichts entgegen. „Auch die gemeindliche Stellplatzsatzung für Kraftfahrzeuge ist eingehalten“, betonte er in der Sitzung. Vorgesehen sind auf dem Grundstück 40 Stellplätze, davon 15 oberirdisch plus 25 Stellplätze in der Tiefgarage. Dazu kommen 37 oberirdische Stellplätze für Fahrräder. Lob gab es explizit von Oliver Fiegert (BfG), der schon mehrfach steile Rampen für Tiefgaragen reklamiert hatte. „Hier lobe ich die Weitsicht des Bauherrn, der ziemlich einmalig für Gilching eine sanfte Schräge für die Einfahrt gewählt hat.“

Uli Singer

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