Viele Vermisste nach Erdrutsch in Urlaubsland: Schreie auf Campingplatz – vermutlich auch Kinder verschüttet

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Am Mount Maunganui werden viele Personen nach einem Erdrutsch auf einem Campingplatz vermisst. Augenzeugen berichten von beklemmenden Momenten nach dem Unglück.

Auckland – In Neuseeland, am Mount Maunganui, ereignete sich ein schwerer Erdrutsch auf einem Campingplatz. Mehrere Personen gelten seit dem Erdrutsch als vermisst. Unter den Vermissten könnten sich nach aktuellen Angaben auch Kinder befinden. Augenzeugen berichteten von Hilfeschreien, diese seien kurz darauf verstummt. Zahlreiche Rettungskräfte sind im Einsatz.

Nach einem Erdrutsch am Mount Maunganui in Neuseeland kämpfen Retter gegen die Zeit. © Montage DJ MILLS / AFP und DJ MILLS / AFP

Ereignet hat sich das Unglück am Donnerstagmorgen (22. Januar, Ortszeit). Die Polizei bestätigt, dass Augenzeugen aus einem Toilettenblock Hilfeschreie gehört haben wollen. Die Erdmassen haben Zelte zusammengedrückt und Teile des Campingplatzes zerstört. Laut den Angaben versuchten Augenzeugen verzweifelt, zu den Vermissten vorzudringen. Doch nach etwa 15 Minuten seien die Stimmen verstummt. Das berichtet die Zeitung New Zealand Herald unter Berufung auf einen an der Rettungsaktion beteiligten Mann.

Viele Vermisste nach Erdrutsch in Urlaubsland: Augenzeugen berichten von Schreien

Ein Wanderer teilte der neuseeländischen Zeitung New Zealand Herald mit, er habe ebenfalls Stimmen unter dem Schlamm vernehmen können. Er sei einer der Ersthelfer an dem Unglücksort gewesen. Gemeinsam mit anderen Menschen habe er versucht, das Dach des Duschblocks abzutragen. „Wir konnten Menschen schreien hören: ‚Helft uns, helft uns, holt uns hier raus!‘“, sagte er der Zeitung. Später hätten die Stimmen aufgehört.

Die genaue Anzahl der nach dem Unglück vermissten Personen bleibt ungewiss. Auf einer Pressekonferenz erklärte Polizeichef Tim Anderson, dass es sich um „eine einstellige Zahl“ handele. Aufgrund der drohenden Gefahr weiterer Erdrutsche mussten die Einsatzkräfte äußerst behutsam vorgehen. Dennoch gaben die Rettungskräfte die Hoffnung nicht auf. Anderson betonte, es sei „möglich, dass wir noch jemanden lebend finden“.

Möglicherweise viele Urlauber auf Campingplatz, weitere Erdrutsch in nahegelegenem Ort

Der Badeort Mount Maunganui liegt auf einer Halbinsel und ist für seine atemberaubende Natur, herrliche Strände und einen markanten erloschenen Vulkan bekannt, von den Neuseeländern schlicht „The Mount“ genannt. Das Gebiet liegt in der weltbekannten Region Bay of Plenty auf der Nordinsel. In Neuseeland sind gerade Sommerferien, viele Menschen sind auf Reisen. Auf dem Campingplatz könnten sich somit viele Urlauber aufgehalten haben.

Damit nicht genug, sorgte auch in der nahegelegenen Ortschaft Papamoa ein Erdrutsch für einen Großeinsatz. Die Erdmassen trafen ein Wohnhaus, zwei Menschen werden hier vermisst. Auslöser der Unglücke war extremer Starkregen: In der Region fiel innerhalb von zwölf Stunden so viel Regen wie sonst in zweieinhalb Monaten. Der höchste Tageswert seit Beginn der Aufzeichnungen. In mehreren Regionen wurde der Notstand ausgerufen. Auch Italien hat aktuell mit schweren Unwettern zu kämpfen.

Vor wenigen Tagen ereignete sich ein schwerer Flugzeugabsturz in Indonesien. Eine Person konnte tot geborgen werden, von den andern Passagieren fehlt jede Spur. Quellen: dpa, AFP (jl)