Probleme der Dachauer Bauern: Preise, Kosten, Bürokratie

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„Besser als gedacht“: BBV-Kreisobmann Simon Sedlmair (Mitte) prüft gemeinsam mit Kollegen auf einem Feld in Westerndorf das Korn. © nb/Archiv

Das Getreide ist eingefahren. Bei den Kartoffeln gehen die ersten Landwirte „jetzt raus“. Die Landwirte haben dennoch große Sorgen.

Noch Anfang Juli bei einer BBV-Pressefahrt auf einen Bio-Hof in Westerndorf (Gemeinde Haimhausen) meinte der Gastgeber Josef Brandmair, es habe „heuer die große Dürre“ geherrscht, was den Landwirten das Leben schwer gemacht habe. Dann kam noch im Juli viel Regen runter. Genau während der Erntezeit. Zu viel für Böden und schwere Mähdrescher, die nicht auf die Felder fahren konnten.

Durchschnittlicher Ertrag beim Weizen

Trotz alledem war der Ertrag heuer „durchschnittlich“, so Sedlmair. Im Einzelnen heißt das: Wegen des Regens kurz vor der Erntezeit sind 60 Prozent des Weizens nach den Worten des BBV-Obmanns bloß zum Verfüttern geeignet. Sprich das „Korn hat keine Backqualität“, was natürlich von Haus aus weniger Einnahmen für seine Kollegen bedeutet. Dazu kommt noch, dass es eben aktuell sehr viel Futterweizen gibt, was natürlich die Preise hierfür senke, so Sedlmair. Bei der Gerste sieht die Sache ein wenig besser aus. 50 bis 60 Prozent sind von guter Qualität, der Rest geht an die Tiere. Raps? Siehe Gerste.

Mal viel Trockenheit, mal viel Regen: Dennoch gab es heuer eine durchschnittliche Getreide-Ernte.
Mal viel Trockenheit, mal viel Regen: Dennoch gab es heuer eine durchschnittliche Getreide-Ernte. © Miriam Kohr

Was ist von den übrigen Feldfrüchten zu erwarten? Vorneweg kann gesagt werden, dass eine Trockenheit mit viel Hitze auch seine Vorteile hat. Etwa beim Mais, den die Landwirtschaft in Körner- und Silomais unterteilt. „Beim Silomais hatten wir zunächst große Probleme, doch wegen der Trockenheit hat er sich sehr gut erholt“, so Sedlmair. Der Ertrag wird wohl „ganz gut“ ausfallen. Was die Kartoffeln angeht, lässt sich der BBV-Obmann sogar ein „sehr, sehr positiv“ entlocken. Ein eher durchschnittliches Ergebnis wiederum erwartet Sedlmair bei den Zuckerrüben.

Schlechte Preise, hohe Kosten

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) Joachim Rukwied sprach vor wenigen Tagen von einer „katastrophalen Preislage“ auf den Getreidemärkten. Dazu kämen hohe Kosten und bürokratische Fesseln. Sedlmair sieht das genauso. Stark gestiegene Betriebsmittelkosten, ein starker Euro und ein „voller Markt“ machten das Wirtschaften für seine Leute schwer, sagt der BBV-Kreischef. Er nennt als Beispiel die Ukraine, die auch heuer sehr viel Getreide anbietet. Für guten Weizen bekämen seine Bauern dieser Tage 18 oder 19 Euro für den 100-Kilo-Sack, beim Futterweizen seien es bloß 13 bis 16 Euro. Unterm Strich „kommt da kein Deckungsbetrag mehr raus“.

Was die von Rukwied angesprochenen „bürokratischen Fesseln“ angeht, hat Sedlmair ebenfalls ein Beispiel zur Hand. Stichwort Düngemittel: Immer wieder werden Düngemittel verboten. „Aber wir kriegen keine neuen Mittel“, so der BBV-Obmann. Das liege daran, dass die Europäische Union zwar neue Wirkstoffe bewillige, doch es dauere zu lange, bis diese in Deutschland zugelassen würden.

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