Rund 80 Ziegen sind auf einem Hof in Utting verendet. Das wurde Ende Mai bekannt. Schon damals hatte das Landratsamt die Prüfung eines Tierhalteverbots angekündigt. Das ist jetzt erlassen worden.
Dießen/Utting – „Das Landratsamt Landsberg hat ein unbefristetes Nutztierhalte- und Nutztierbetreuungsverbot gegen einen landwirtschaftlichen Betrieb im Landkreis erlassen“, informiert die stellvertretende Pressesprecherin im Landratsamt Anna Diem. Der Grund: „eine multiple, starke Vernachlässigung“. Die Möglichkeit einer Krankheit bei den Tieren habe man ausgeschlossen. Gegen den Bescheid könne innerhalb eines Monats Widerspruch oder Klage, aber kein Einspruch erhoben werden. Allerdings habe man die „sofortige Vollziehung“ angeordnet – weshalb das Verbot noch nicht rechtskräftig, aber dennoch wirksam ist.
Tierhalteverbot für Ziegenhof-Betreiber in Utting: Veterinäramt überprüft Verbots-Einhaltung
Wenn der Grund für das Verbot und auch für mögliche weitere Zuwiderhandlungen entfallen sei – wofür der Tierhalter selbst die Beweise liefern muss – könne der betroffene Tierhalter beantragen, das Verbot aufzuheben. Bei Zweifeln seitens des Veterinäramtes werde der Antrag des Tierhalters abgelehnt. Das Amt sei bereits jetzt regelmäßig mit dem Betrieb in Kontakt, informiert Diem. So könne man auch jetzt das Verbot überprüfen. Die im Notstall in Penzing untergbrachten rund 40 Ziegen würden ebenfalls regelmäßig auf gute Gesundheit geprüft.
Im Uttinger Gemeinderat wurde vor Kurzem abseits der Tagesordnung darüber informiert, dass die Hofbesitzer immer noch Käse für die Wochenmärkte in Inning und Utting mit zugekaufter Milch produzierten – wobei die Produktion ein personell von der Haltung getrennter Betrieb sei. Inzwischen ist das Ziegenkäse-Angebot auf den Webseiten der Wochenmärkte nicht mehr gelistet. Auch die Webseite des Betriebs ist nicht mehr existent.
Anfang des Jahres hatten die Tierhalter laut einem Bericht des Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatts noch rund 200 Tiere und waren dabei, einen großen Stall in Rieden zu bauen, an dem aktuell weiter gebaut wird. Ebenso sollte demnach ein Käsermeister angestellt werden, ein 24/7-Laden war geplant, um Produkte aus der Ziegenmilch sowie das Fleisch der Tiere als Burger-Patties oder in Fertigprodukten wie Chili anzubieten. Laut Wochenblatt war sogar ein Bio-Imbiss mit Burgern und Würsten angedacht.
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