Der 18-jährige Elias Hentschel aus Mühldorf schließt die Ausbildung zum Beteiligungcoach ab, um kommunale Kinder- und Jugendbeteiligung zu stärken.
Mühldorf – 22 junge Menschen aus ganz Bayern sind erstmals vom Bayerischen Jugendring (BJR) als „Beteiligungscoaches“ ausgezeichnet worden, darunter auch Elias Hentschel aus Mühldorf am Inn. Er befähigt nun andere junge Menschen in seiner Kommunen zu demokratischem Engagement.
Erster Beteiligungscoach aus Mühldorf – Ausbildung für demokratisches Engagement
„Wer sich einbringt, kann nicht nur die eigenen Interessen vertreten, sondern auch die Welt ein Stück mitverändern“, sagt Elias Hentschel (18 Jahre) Feuerwehrmann bei der Freiwilligen Feuerwehr Mössling. „Ich habe jetzt verstanden, wie Demokratie in der Praxis funktionieren kann: Zum Beispiel durch das Demokratie-Lernspiel ‚Quararo‘ habe ich jetzt einen besseren Eindruck, wie unterschiedlich demokratische Entscheidungen zu Stande kommen können. Außerdem kenne ich nun viele Kennenlern- und Reflexionsspiele, die ich super bei Workshops umsetzen kann, um das Gemeinschaftsgefühl in einer Gruppe zu stärken“, so fasst Elias Hentschel die Ausbildung zusammen und bekräftigt die Motivation sich für mehr Kinder- und Jugendbeteiligung einzusetzen
Multiplikator für regionales und demokratisches Engagement
Im Rahmen der zweimoduligen Ausbildung wurden die jungen Menschen zwischen 16 und 21 Jahren durch die Fach- und Servicestelle für Kinder- und Jugendbeteiligung des BJR umfassend auf ihre Aufgaben vorbereitet. Philipp Seitz, Präsident des BJR, unterstreicht die Bedeutung der neu ausgebildeten Coaches: „Unsere Beteiligungscoaches sind bestens gerüstet, um junge Menschen in ihren Kommunen zu motivieren und sie mit den notwendigen Kompetenzen auszustatten, sich aktiv einzubringen. Die Begeisterung und das Engagement der Teilnehmenden sind spürbar und ich bin zuversichtlich, dass sie wertvolle Impulse für eine lebendige Demokratie setzen werden.“
Die Beteiligungscoaches des ersten Ausbildungsjahres kommen aus den Bezirken Oberbayern, Niederbayern, Schwaben, Oberpfalz und Unterfranken und sind beispielsweise in den Landkreisen Freising, Passau, Augsburg und Regensburg oder Würzburg aktiv und zum Teil schon in regionale Angebote wie Jugendstadtrat und Jugendbeirat eingebunden.
Besonders bemerkenswert: Viele Beteiligungscoaches sind mehrsprachig aufgewachsen und können die Inhalte zum Beispiel auch in den Sprachen russisch, ukrainisch, türkisch oder albanisch vermitteln.
„Ich appelliere an die kommunalen Entscheidungsträger*innen, diese wertvolle Ressource zu nutzen und die Beteiligungscoaches zu Gesprächen und Workshops einzuladen“, so Seitz weiter. „Die Beteiligungscoaches bringen Ideen und die Perspektiven junger Menschen in Entscheidungsprozesse ein und leisten so einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung unserer Kommunen.“
Meine News
Zukunftsperspektiven und neue Ausbildungsrund
Die Fach- und Servicestelle für Kinder- und Jugendbeteiligung plant eine Fortsetzung und Erweiterung des Ausbildungsprogramms.
Im Jahr 2025 wird eine neue Ausbildungsrunde mit zusätzlichen Plätzen und regionalen Angeboten in allen bayerischen Bezirken starten. Die Ausschreibung und Anmeldung sind für Anfang des Jahres vorgesehen; detaillierte Informationen werden zeitnah auf der Website www.kinderundjugendbeteiligung.bayernveröffentlicht.
„Wir möchten möglichst vielen jungen Menschen die Chance geben, sich zu Beteiligungscoaches auszubilden“, erklärte Juliana Krolop, Ausbildungsleiterin und Mitarbeiterin der Fach- und Servicestelle für Kinder- und Jugendbeteiligung. „Durch die regionalen Angebote wollen wir die Niederschwelligkeit zur Anreise erhöhen und noch mehr Fokus auf kommunale Beteiligungsprozesse legen.“
Hintergrund zur Ausbildung
Die Peer-to-Peer Ausbildung „Beteiligungscoach“ besteht aus zwei Modulen, welche jeweils von Freitagabend bis Sonntagmittag stattfinden. Sie vermittelt neben den Grundlagen der Kinder- und Jugendbeteiligung und kommunaler Strukturen auch methodisch-didaktische Kompetenzen zur Durchführung von Workshops. Reflexion, Moderation und Projektmanagement stehen ebenso im Fokus wie die persönliche Weiterentwicklung der Coaches.
Kostenlose Teilnahme
Die Teilnahme ist für die 16- bis 21-Jährigen kostenlos. Die Einsätze bei nachfolgenden Workshops und Projekten wird mit einer Aufwandsentschädigung honoriert.
Durch bestehende Vernetzung und regelmäßigen Austausch werden Erfahrungen geteilt, Wissen erweitert und gegenseitige Unterstützung gewährleistet.
Durchgeführt wird die Ausbildung von der Fach- und Servicestelle für Kinder- und Jugendbeteiligung des Bayerischen Jugendrings in Zusammenarbeit mit dem Dachverband der bayerischen Jugendvertretungen (DVBJ) und weiteren fachlichen Referent*innen.
Theresa Ostermann/BJR
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