Ein Flugzeug am London Gatwick Airport legte am Mittwoch eine Notlandung hin. Hintergrund war der Zusammenstoß mit zwei Vögeln. Eine Passagierin berichtet.
London – 192 Passagiere in einem TUI-Flieger hatten ein Ziel: Kap Verde in Afrika. Urlaub in der Sonne – so vermutlich der Plan vieler. Doch die Reise mit dem Startpunkt London nahm eine unfreiwillige Wende. Das Flugzeug musste kurz nach dem Start vom Gatwick Airport eine Notlandung hinlegen.
Notlandung nach Kollissione mit Schwänen – Blut schränkt Sicht der Piloten ein
Das Flugzeug krachte am Mittwoch (5. Februar) mit zwei Schwänen zusammen. Das berichtet die britische Zeitung The Sun. Die Boeing 737 habe sich zu diesem Zeitpunkt auf rund 300 Metern Höhe befunden. „Ein großes Lob an die Piloten“, schrieb eine Frau, die offensichtlich Passagierin war, auf Facebook. Obwohl die Piloten durch die Windschutzscheibe nicht mehr richtig hätten sehen können, hätten sie „eine perfekte Notlandung in Gatwick durchgeführt“, so ihre Beschreibung.
Ein Blick auf das von ihr gepostete Foto lässt schnell erkennen, warum die Sicht der Piloten eingeschränkt war. Durch den Zusammenstoß verteilte sich Blut über den Scheiben. Darüber hinaus ist die Flugzeugnase demoliert, laut The Sun brach die Windschutzscheibe gar. Ein anderes Flugzeug musste aufgrund eines „widerspenstigen“ Passagiers notlanden.
„Nie dagewesenes Ausmaß“: Flugzeug muss nach Vogelschlag notlanden
Eine nicht namentlich genannte Quelle sagte zu der britischen Zeitung über den Vorfall: „Vogelschläge an britischen Flughäfen sind nicht ungewöhnlich, aber das war ein nie dagewesenes Ausmaß an Schrecken.“
Weiter hieß es: „Ein Jet, der mit 185 Meilen pro Stunde auf einen Schwan trifft, hat etwa die gleiche kinetische Energie wie ein Auto, das mit 30 Meilen pro Stunde gegen eine Betonwand prallt.“ 30 Meilen pro Stunde entsprechen in etwa 48 Kilometer pro Stunde. Glücklicherweise hatte der Vogelschlag für alle Insassen des Flugzeugs keine gravierenden Folgen – von der Verzögerung des Urlaubsbeginns einmal abgesehen.
Spuren eines Vogelschlags bei Flugzeugunglück in Südkorea
Indes steht der tödlichste Unfall in der südkoreanischen Luftfahrtgeschichte in einem Zusammenhang mit einem Vogelschlag.
Ein aus Thailand kommendes Passagierflugzeug der südkoreanischen Billifluglinie Jeju Air wurde Ende Dezember kurz nach der Landung am internationalen Flughafen von Muan durch einen harten Aufprall gegen eine Mauer komplett zerstört.
179 der insgesamt 181 Insassen verloren bei dem Unfall ihr Leben. Laut einem ersten Unfalluntersuchungsbericht wiesen beide Triebwerke der Unglücksmaschine deutliche Spuren eines Vogelschlags auf. Ob sie auch tatsächlich ursächlich waren, blieb zunächst unklar. (mbr/dpa)